Mecom veröffentlicht Jahresabschluss 2008: Umsatz und Renditerückgang, Bankschulden bei 744 Mio. Pfund – Krise des Unternehmens noch nicht überwunden

David Montgomery ringt um die Finanzierung seiner Geschäftsidee. 2008 hat er verschiedene Beteiligungen, u.a. die deutsche, verkauft. Die jetzt veröffentlichen Zahlen über das Jahr 2008 verdeutlichen den angeschlagenen Zustand und die unsichere Zukunft. Der Umsatz 2008 betrug 1.527,6 Mio. Pfund (1.570,9 – 2007 Mio. Pfund, – 3 %). Das EBITDA hat sich um 30 Mio. Pfund verschlechtert (2008 163,3 Mio. Pfund, 2007 191,4 Mio. Pfund). Die gesamten Bankschulden haben zum 31.12.2008 diie Höhe von schlappen 744 Mio. Pfund erreicht (2007 588,9 Mio. Pfund). Mit Blick auf das deutsche Geschäft, was zum 1. April 2009 am die Mediengruppe DuMont Schauberg verkauft wurde, lag der Umsatz 2008 bei 119,3 Mio. Pfund (2007 123,2 Mio. Pfund). Davon entfielen auf die Anzeigen 61,1 Mio. Pfund (2007 Mio. 67 Mio. Pfund), auf den Vertrieb 44,1 Mio. Pfund (2007 44,7 Mio. Pfund). Die sonstigen Umsätze, zu denen auch das digitale Geschäft gehört betrugen 14,1 Mio. Pfund (2007 11,5 Mio. Pfund). Das EBITDA ging auf 15,3 Mio. Pfund zuruck (2007 16,9 Mio. Pfund), die Rendite liegt bei 12,8 % (2007 13,8 %).
06.10.2009

Montgomery fällt der Abschied schwer

David Montgomery nimmt Abschied vom deutschen Markt. Es fällt ihm schwer, seine Niederlage in der Geschäftsstrategie einzugestehen. In einem Interview mit dem SPIEGEL sagt, seine Strategie ist richtig. Es kommt zur Konsolidierung im deutschen Zeitungsmarkt, er hat Schulden und kann nicht mitbieten. Er gibt für sein Image in der Öffentlichkeit ver.di die Mitschuld. Die hat einen „richtigen Propanda-Apparat“ die darin münden sollte, dass Journalisten das schreiben, was ver.di meint. „Welch ein Blödsinn soll hier verbreitet werden,“ fragt sich Holger Artus, ver.di-Landesbezirksfachbereichsvorsitzender Medien in Hamburg. „Es waren die Beschäftigten, die die Umsetzung der Strategie abgelehnt haben. WIR sind gegen Abbau von Arbeitsplätzen auf die Straße gegangen. Redaktiionen haben sich gegen den Abbau von redaktionellen Leistung und Qualtität gewehrt. Montmory hatte eine professionelle PR-Agentur angeheuert, Brunswick Group in Frankfurt, offenbar hat diese nicht funktioniert. Vermutlich war sie nicht in der Lage, ein anderes Bild zu generieren als das, was die Jorunalisten aus ihrer Recherche an Eindrücken und Informationen gewonnen haben. Dies wäre ein Zeichen für eine funktionierende Medienöffentlichkeit. Damit hat aber ver.di nichts zu tun.“

Kauf durch Mediengruppe DuMont Schauberg abgeschlossen – bei Mecom Group plc. sollen 20 Prozent der Arbeitsplätze in 2009 abgebaut werden

Der Kauf der deutschen Mecom-Unternehmen durch die Mediengruppe DuMont Schauberg ist nach Angaben von Mecom Group plc. heute abgeschlossen worden. Insgesamt hat MDS 153 Mio. € bezahlt. Damit kann Mecom Group seine Schulden reduziert werden. Zum 31.03. gibt es noch eine Kreditüberüberprüfung. Während auf der eine Seite Geschäftsfelder verkauft wurden, weil man Geld benötigt, wird Mecom weiter die Kosten zu Lasten der Arbeitnehmer/innen „optimieren“. In den Niederlanden, Polen und Dänemark sind ist der Abbau von jeweils über 100 Arbeitnehmern in der Planung. David Montgomery sprach diese Woche von einem 20prozentigen Personalabbau bis Ende dieses Jahres.

Flugblatt-Aktion vor dem Berliner Verlag: Gewinnprogramm vom Mecom kostet in Berlin und Hamburg Arbeitsplätze

Vor dem Berliner Verlag hat heute eine Flugblatt-Aktion der Betriebsräte der Morgenpost und Tip stattgefunden. Die Einsparungen, die für die deutsche Mecom Gesellschaften in 2008 zusätzlich vorgenommen werden sollen, zielen darauf ab, durch den Abbau von Arbeitsplätze, Kosten zu reduzieren. Es geht um ein Gewinnprogramm.

ver.di und DJV in London: Renditeausrichtung schadet dem Journalismus

Harte Kritik an der ausschließlichen Renditeorientierung der Mecom Group übten am heutigen Mittwoch die beiden deutschen Gewerkschaften ver.di und DJV auf einer gemeinsamen Pressekonferenz in London. „Wie das Beispiel der niederländischen Mecom-Gesellschaft MGL zeigt, liegt das Problem in der Shareholder-Ausrichtung der Mecom Group. Dort erwartet man in 2008 eine EBITA-Rendite von über 35 Prozent und schmeißt über 70 Mitarbeiter heraus, davon 15 Redakteure“, empört sich Holger Artus, ver.di-Landesbezirks-vorsitzender Hamburg/Nord.