Betriebsrat Hamburger Morgenpost: Printmedien sind im Umbruch, FR-Krise ist ein Ausdruck davon

Der Betriebsrat der Hamburger Morgenpost kommentiert in einem Info den Insolvenzantrag der FR. Er sieht die FR als Zeitung gefährdet. Die Mediengruppe DuMont Schauberg hat keine Händchen für die Sanierung der FR gehabt. Ihre Existenzkrise ist Ausdruck des Umbruchs in den Printmedien, aber es sind auch hausgemachte Probleme. Jetzt will MDS und die SPD-Medienbeteiligung dd_vg die FR nur noch abstoßen.  Weiterlesen

„Nullrunde“ – Beitrag zur Rettung der MOPO?

Mit der Erklärung der Gesellschafter und Geschäftsführer, dass sie unter Berufung auf die Ausstiegsklausel im Haustarifvertrag den gültigen Verbands -Tarifabschluss für Angestellte (3,4 Prozent plus und Einmalzahlung von 46 Euro für April ) und analog auch den im Herbst oder zum Jahresende erwarteten Tarifabschluss für Redakteure nicht übernehmen wollen, ergeben sich unter den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern besorgte Fragen. Schon seit längerem wird die Frage auf den Fluren diskutiert: Ist die MOPO in der Existenzkrise? Als Betriebsrat wollen wir einige Fragen beantworten und auch unsere Meinung dazu sagen. Weiterlesen

Haustarifvertrag vereinbart

Vom Grundsatz haben sich die Gewerkschaften und die Geschäftsleitung der MOPO auf die Eckpunkte eines Haustarifivertrages verständigt. Der Rest ist redaktioneller Natur. Die bestehenden Tarifverträge in der Fläche wegen unmittelbar und künftig für die Arbeitnehmer/innen der MOPO. Es wurde auch eine Regelung für Zeiten wirtschaftlicher Krisen geschaffen. Zum einen besteht die Option für beide Parteien, binnen vier Wochen nach Abschluss eines Tarifvertrages die Übernahmen zu verhandeln, zum anderen sind für den Fall wirtschaftlicher Krisen Sondierungsgespräche das Ziel.

Mitarbeiterversammlung am 1. September 2000

Auf einer Belegschaftsversammlung am 1. September 2000, zu der die Geschäftsleitung eingeladen hatte, stellte der Arbeitgeber seinen neuen Vorschlag für einen Tarifvertrag vor: Es kommt zu einer „eins zu eins“ Übernahme aller 12 Tarifverträge. Der Übernahme TV wird statisch sein. Die Kündigungsfristen sollen sich mittelfristig dem Planungszeitraum anpassen. Weiterlesen

Vorschlag der Geschäftlsleitung ist für den Mülleimer

Am Mittwoch, den 23. August, begannen die Tarifverhandlungen bei der Hamburger Morgenpost. Wer erwartet hatte, dass es zur Wahrung des weiteren Betriebsfriedens zu einer relativ schnellen Einigung kommen würde, sah sich auf das schlimmste enttäuscht. Stattdessen legte die Geschäftsleitung Vorschläge auf den Tisch, die massive Einschnitte gegenüber dem noch geltenden Tarifrecht bedeuten würden. Weiterlesen

Geschäftsleitung informiert über ihr Angebot zu den Tarifverhandlungen

Liebe Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter,

am Mittwoch, den 23. August 2000, hat die Tarifkommission, vertreten durch sechs Mitarbeiter der Morgenpost sowie Vertreter von IG Medien und DJV, und die Geschäftsführung der Morgenpost Verlag GmbH ihre Gespräche über den Abschluß eines Haustarifvertrages aufgenommen. Weitere Teilnehmer des Gespräches waren die Morgenpost-Verleger Frank Otto und Hans Barlach. Weiterlesen

Erste Tarifverhandlungen am 23. August 2000

Gewerkschaften machen Vorschlag für Übernahme-Tarifvertrag
Haustarifverhandlungen erstmalig am 23. August

Der MOPO-Geschäftsführer Marcus Ippisch hat Haustarifverhandlungen angeboten. Die erste Tarifverhandlung findet am 23. August um 14 Uhr in der MOPO statt. Die Tarifkommission hat einen Übernahme-Tarifvertrag beschlossen. Aus Gesprächen des Betriebsrats mit der Geschäftsführung ergibt sich, dass sie eine Reduzierung der Gehälter wollen. Weiterlesen

Gewerkschaften bieten Termine für Verhandlungen an

Sehr geehrter Herr Otto,

die Herren Ippisch und Depenbrock haben uns mit Schreiben vom 24. Juli 2000 darüber informiert, dass der Morgenpost-Verlag nicht wieder in den BDZV zurückkehren wird und infolge dessen zwischen dem Verlag und den Gewerkschaften Haustarifverhandlungen geführt werden. Als Termine schlagen wir Ihnen den , 16. oder 23. August 2000 vor. Die Termine sind auf Gewerkschaftsseite bereits abgestimmt. Weiterlesen

Gesellschafter wollen mit Gewerkschaften verhandeln

In Beantwortung Ihres Schreibens an die Eigentümer der Hamburger Morgenpost Frank Otto und Hans Barlach, darf Ich Ihnen als Ergebnis unserer jüngsten Beratung am Freitag, dem 21.07.2000, folgendes mitteilen:
Ein Verbleib im Zeitungsverleger Verband Hamburg e.V. ist auch nach Gesprächen mit dem Verband unter den derzeitigen Voraussetzungen über den 31.12.2000 hinaus nicht vorgesehen vEs wird also zu Haustarifverhandlungen kommen. Weiterlesen

Gewerkschaften fordern Tarifverhandlungen

IG Medien und DJV haben laut dem Betriebsrat die Verleger jetzt „offiziel“ zu Haustarifverhandlungen aufgefordert. Dem Vernehmen soll es um eine Übernahme der Tarifverträge „eins zu eins“ gehen. In dem Interviw mit der Welt vom 17.7.2000 hatten die Geschäftsführer erklärt, dass sie auf ein solches Schreiben warten. Auf der Betriebsversammlung war bereits eine Tarifkommission bestehend aus den verschiedenen Gruppen der MOPO-Beschäftigten gewählt worden.

Pressereaktion vom 14. und 17. Juli 2000

Eher unerwartet ist die MOPO Interesse von überregionalen Publizität geworden: Die Einstellung der Hamburger Rundschau wirft Fragen auf, wie der Tagesspeiegel jetzt an seine überregionale Orientierung herangeht. Das Hamburger Abendblatt (15.7.) widmet sich in einem etwas längerem Teil aber insbesondere den beiden HR-Gesellschafter Hans Barlach und Josef Depenbrock. Der eine ist Gesellschafter, der andere Chefredakteur. Hat das Ende der HR auf Bedeutung für die MOPO? „Hans Barlach ist auch durch den im finanziell angeschlagenen Bauprojekt Süllberg engagiert. Vor diesem Hintergrund und nach der HR-Pleite wird auch bei der ‚Hamburger Morgenpost‘ über die Zukunft nachgedacht. Spekulationen über eine finanzielle Schieflage allerdings weist Barlach zurück: ‚Ich habe keine finanziellen Probleme. Meine Projekte sind getrennte Geschäfte. Die Finanzierung der Morgenpost ist gesichert.‘ “ Weiterlesen

Pressereaktion am 12. Juli 2000

Die TAZ Hamburg informierte über die gestrigen Aktion der Beschäftigten vor dem Verlagsgebäude der MOPO. Von Symphatie begleitet wird über die Aktion geschrieben: „Kein Aufmarsch zum Gruppenbild, sondern der Beleg des Unmuts: Aus Anlass einer Pressekonferenz der IG Medien und des Deutschen Journalistenverbandes (DJV) versammelte sich gestern die Belegschaft der Hamburger Morgenpost vor dem MOPO-Verlagsgebäude.“ Zitiert werden die beiden Gewerkschaftsvertreter, die sich in ihren Beiträge dafür ausgesprochen hatten, dass die MOPO ihre Kündigung zurücknimmt. Sollte dies nicht erreicht werden, so „werden DJV und IG Medien einen Haustarifvertrag anstreben, in dem … die bisherigen Tarifverträge eins zu eins“ übersetzt werden.

MOPO-Betriebsrat zum Sondierungsgespräch am 12. Juli 2000

Wenn das Gespräch der MOPO-Verleger Frank Otto und Hans Barlach mit dem Zeitungsverlegerverband Hamburg am Donnerstag (20.7.) scheitert, wollen sie mit den Gewerkschaften IG Medien und DJV über einen Haustarifvertrag verhandeln. Dies schien das gemeinsame Ergebnis der Sondierungsgespräche Gewerkschaften/ Verleger vor der Betriebsversammlung am vergangenen Mittwoch gewesen zu sein. Nach unserer Auffassung haben die nicht weiter ausgeführten MOPO-spezifischen („Plus“) Punkte das Ziel, die jetzt geltenden Tarifverträge zu unterschreiten bzw. zu verschlechtern. Weiterlesen

Sondierungsgespräche und Betriebsversammlung am 12. Juli 2000

11072000Vormittags ist es zu einem Sondierungsgespräch zwischen den beiden Gewerkschaften (DJV+ IG Medien) und den beiden Eigentümern der MOPO, Frank Otto und Hans Barlach gekommen. Frank Otto soll nach Angaben der Gewerkschaftsvertreter noch einmal seine Motive dargelegt haben, weshalb die MOPO aus dem Zeitungsverlegerverband ausgetreten ist. Es soll ein Warnstreik der MOPO-Druckerei während der Tarifverhandlungen Druckindustrie im Frühjahr dieses Jahres gewesen sein. Am Ende des Sondierungsgespräches stellten die beiden Gewerkschaftsvertreter vor einer Betriebsversammlung die Inhalte und Ergebnisse der Gespräche vor. So haben die Verleger erklärt, dass sie nächste Woche noch ein Gespräch mit dem Arbeitgeberverband haben. Sollte es hier zu einer Regelung kommen, würden sie die Kündigung zurück ziehen. Für den Fall, dass diese Überlegung scheitert, würden sie die bestehenden Tarifverträge 1:1 in einen Haustarifvertrag übernehmen. Weiterlesen

Pressereaktion am 7. Juli 2000

Das Handelsblatt widmet sich in einem etwas längerem Artikel der Folgen bzw. Wirkungen des Verbandsaustritt der Hamburger Morgenpost. Dabei wird ein differenziertes Bild gezeichnet. Die Folgen des Austritts werden nicht schwarz-weiß beschrieben. „Es besteht die Gefahr, dass langfristig die geltenden Tarifverträg unterlaufen werden und die tariflich verankerte Wochenarbeitszeit von 36,5-Stunden deutlich zu Lasten der Mitarbeiter ausgeweitet wird“, äußerte ein Betriebsratsmitglied. Neben den Austritt aus dem Arbeitgeberverband schreibt das Handelsblatt, dass nach Zeitungsinformationen „17 Stellen gestrichen werden – größtenteils in der Verwaltung, aber auch in der Redaktion “ künftig gestrichen werden sollen. „Die MOPO beschäftigt derzeit rund 120 Mitarbeiter, davon 66 in der Redaktion.“ Das Handelsblatt berichtet, dass es das Ziel der Verleger ist für die Zukunft ein Gewinn von 771 000 Mark anstreben.

Unterschriftenliste zur Zurücknahme der Kündigung des Tarifvertrages

Sehr geehrter Herr Otto,
Sehr geehrter Herr Barlach,

der Austritt aus dem Zeitungsverlegerverband wird von uns nicht unterstützt. Wir fordern Sie auf, die Kündigung zurückzuziehen.

Mit der Verbandsflucht wird der soziale Frieden in der MOPO nicht stabiler. Wir haben auch kein Verständnis dafür, dass die übertariflichen Leistungen im Zusammenhang mit der jetzigen Tarifrunde angerechnet werden. Damit wird für uns sichtbar, in welche Richtung Sie mit der Kündigung der Verbandsmitgliedschaft im Zeitungsverlegerverband gehen: Sie wollen unser Einkommen und unsere vertraglich vereinbarten Rechte beschneiden.

Mit der Zurücknahme der Kündigung kann eine Voraussetzung geschaffen werden, dass auch andere angestaute Probleme in Ruhe angegangen werden können.

Die bisherige Entwicklung seit Ihrem Einstieg bei der MOPO findet in Verlag und Redaktion kaum noch Akzeptanz. Akzeptanz ist aber eine wichtige Voraussetzung, um die Zeitung langfristig in die schwarze Zahlen zu bekommen. Daran wollen wir konstruktiv mitwirken.

Das geht aber nur auf Basis einer verlegerischen Strategie, die sich nicht gegen die Beschäftigten richtet, sondern sie einbezieht.

Hamburg, den 4. Juli 2000

70 Unterschriften