Konsolidierung der Regionalzeitungen in England

In England hat sich eine neue Regionalzeitungsgruppe durch Zusammenschluss verschiedener Gruppen bzw. deren Verkauf unter dem Namen „Local World“ unter Führung von David Montgomery heraus gebildet. Die Gruppe gehört damit zu den führenden Regionalzeitungen in England. 107 Titel und 60 Web-Seiten gehören zu deren Portfolio. In den 1980er Jahren hatte Montgomery durch Zukäufe die Zeitungskonzentration vorangetrieben. Mit seiner Gesellschaft Mecom stiegt er 2000 in den englischen Zeitungsmarkt erneut ein, formte bis 2008 eine der größten europäischen Zeitungsgruppen. 2009 verkaufte er den Berliner Verlag und die Hamburger Morgenpost an die Mediengruppe DuMont Schauberg. Damals drohte Mecom in England die Insolvenz.

Ab 1. April 2009 gehören MOPO und Berliner Verlag zur Mediengruppe DuMont Schauberg

Mit der Entscheidung der Mecom-Hauptversammlung am 23.03.2009, die deutschen Beteiligungen an die Mediengruppe DuMont Schauberg (MDS) zu verkaufen, wird der Gesellschafterwechsel zum 1. April 2009 vollzogen. „Für uns in Hamburg endet eine ganze Periode, die im November 2004 begonnen hatte“, kommentiert Holger Artus, MOPO-BR-Vorsitzender die Entscheidung. „Josef Depenbrock war als MOPO-Geschäftsführer ab November 2004 wie Montgomery ab Februar 2007 auf Rendite aus. Montgomery hat die Rendite-Erwartung penetriert, brauchte sie nur zum Schuldenabbau und hat viel geschwätzt. Wie der zukünftige Weg der MOPO aussieht, werden Taten, wird das Geschäftsmodell von MDS zeigen. Die Wiederherstellung der Eigenständigkeit der MOPO dürfte eine Gretchenfrage sein. Mit dieser Belegschaft kann man viel erreichen.“

Montgomery hat Kreditprobleme immer noch nicht beseitigt und Aktie geht wieder in den Sturzflug über

Um den 5. März herum soll es ein Aktionärsvotum für den Verkauf des deutschen Geschäfts an die Mediengruppe DuMont Schauberg geben, informiert Mecom heute umständlich die Öffentlichkeit. Klarer ist die Ansage, dass Mecom es nicht geschafft hat, bis zum 28.02.2009 seine Finanzierungsprobleme für den Kredit von 600 Mio. Pfund zu lösen. Die geldgebenden Banken haben Mecom eine erneute Frist bis zum 31.03.2009 gegeben. Der Aktienskurs von Mecom signalisiert die Unzufriedenheit der Anleger mit der Entwicklung. Bis zum 23.02.2009 war der Aktienkurs bei 5,35 Pence angekommen. Seit dem ist wieder Sturzflug von über 20 % Verlust angesagt.

Teilgeschäft in Norwegen verkauft

Meocm hat die beiden norwegischen Titel Sunnmorsposten und Romsdals Budstikke an Polaris Media für £67.4 Mio. verkauft. Nach Unternehmensangaben betrug der Kreditschuldenstand £547 Mio. bevor das deutsche Geschäft und jetzt die beiden norwegischen Titel für £67.4 Mio. veräußert wurden. Aus verdi-Kreisen war zu hören, dass der Eindruck entstehen könne, Montgomery habe die Auflagen der Banken schon erfülllt. Zweifel bleiben.

Edda Media scheint kurz vor dem Verkauf zu stehen – Schuldendruck auf Mecom hält an

Die norwegischen Mecom-Aktivität steht nach Medienangaben kurz vor dem Verkauf. Danach soll es zum Verkauf einzelner Titel (Sunnmørsposten/ Romsdals Budstikke) an einen Anbieter und die Kernaktivität von Edda Media an ein Joint-Venture verschiedener Akteure (A-pressen, Opplysningen AS und Ferd) kommen. Für die beiden Titel und eine Druckerei in Ålesund gibt es ein Angebot von Polaris in Höhe von 68 Mio. €. Die Gewerkschaften stehen einer Teilveräußerung skeptisch gegenüber, es schwäche das Gesamtunternehmen Edda Media. „Mecom wird weitere Teile verkaufen. Der 28.02.09 – Kreditüberprüfung – kommt näher und ich glaube noch nicht, dass Montgomery diese Auseinandersetzung überlebt. Wären da nicht die englischen Versicherungsgruppen und Fonds-Anleger von Mecom, es wäre schon längst mehr passiert. Bisher halten sie zu ihm, sie haben viel zu verlieren“,kommentiert Holger Artus, ver.di-Landesbezirksfachbereichsvorsitzender Medien für Hamburg und Nord die jüngsten Spekulationen: „Aber, mit einem Verkauf von Edda Media würde offensichtlich, dass Montgomery mit seiner Strategie gescheitert ist. Wenn ich die Diskussion richtig verfolge, geht es den Anlegern vor allem um die Sicherung des niederländischen Geschäfts. Der Jahresabschluss 2008 wird die schwere Lage von Mecom dokumentieren. Die Banken sind keine Gutmenschen, sie wollen Geld sehen. Die bisherigen Verkaufserlöse sind bei weitem nicht die Rettung. Allein 2008 dürften die Schulden von Mecom um fast 100 Mio. Pfund gestiegen sein. 152 und 68 Mio. reichen da nicht.“

Konzernbetriebsrat Mecom: Bis zur endgültigen Übernahme durch DuMont Schauberg wird wenig passieren

Der Konzernbetriebsrat der deutschen Mecom-Gruppe schreibt, dass sich im Moment wenig ändern wird. Eine Entscheidung der Mecom-Hauptversammlung steht noch aus. Eine Sprecherin von DuMont Schauberg: „Mit Rücksicht darauf wird MDS nach wie vor keine Erklärungen abgeben.“ In einem Medien-Interview hatte Redaktionsvorstand Konstantion Neven DuMont die Unternehmensphilosophie erläutert. Der KBR zitiert in Auszügen.

Bundeskartellamt stimmt der Übernahme der deutschen Mecom-Betriebe durch DuMont Schauberg zu

Das Bundeskartellamt hat der Übernahme der deutschen Mecom-Betriebe durch die Mediengruppe DuMont Schauberg zugestimmt. Jetzt muss es noch zur Bestätigung durch eine Meccom Hauptversammlung kommen. „Die Kartellamtsentscheidung entspricht unserer Erwartung. Wir erwarten von DuMont Schauberg nun, nach Wochen des Schweigens und Spekulationen der Öffentlichkeit, erste Aussagen zum Ausbau der künftig drittgrößten deutschen Zeitungsgruppe. Der Fortbestand der britischen Mecom-Holding steht, nach unserer Einschätzung, trotz der 152 Mio. € aus Deutschland weiterhin auf der Kippe,“ erklärte Matthias von Fintel für den ver.di Bundesfachbereich Medien.