Betriebsrat der Mitteldeutschen Zeitung lehnt Streikbruch in Leipzig ab

Der Betriebsrat der Mitteldeutschen Zeitung hat sich solidarisch an die Seite der LVZ-Drucker gestellt, die um einen Sozialtarifvertrag auf Grund der geplanten Schließung der Druckerei 2019 ringen. Die Entsendung von Streikbrecher vergangene Woche sei empörend. Er stellt sich vor seine Kollegen, die zum Zeitpunkt des Einsatzes nicht von dem Streik wussten. Der Hallenser Betriebsrat betont seine klare Haltung, dass er jegliche Handlung ablehnt, Beschäftigten in den Rücken zu fallen, „die um ihre Rechte kämpfen.“

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LVZ-Druck geht nach Halle

Die Madsack Mediengruppe hat am 2. Oktober 2018 darüber informiert, dass die LVZ in Zukunft von der Mediengruppe Mitteldeutsche Zeitung, ein DuMont Unternehmen, gedruckt werden soll. Im Gegenzug wird die Madsack-eigene Druckerei in Leipzig geschlossen. Von der Maßnahme sind rund 260 Beschäftigte im Druck und Weiterverarbeitung betroffen. ver.di äußert ihre Empörung über die Schließung der Leipziger Druckerei. Die Mediengruppe hat in den vergangenen Jahren ihre Druckereien in Peine, Hannover und Göttingen geschlossen, jetzt soll Leipzig folgen.

Mitteldeutsche Zeitung verständigt sich mit Betriebsrat auf Transfergesellschaft

Eine Sozialplan-Regelung hat der Betriebsrat der Mitteldeutschen Zeitung mit dem Unternehmen für die 26 Kolleginnen vereinbart, die von der Schließung von Redaktionssekretariaten (insbesondere in den Lokalredaktionen) und der Geschäftsstelle Halle am Markt betroffen waren. Ende Juni 2017 hatte das Unternehmen über den Stellenabbau in der Mediengruppe Mitteldeutschen Zeitung informiert. Danach erhält jede Kollegin, die betriebsbedingt aus dem Unternehmen ausscheiden muss, mindestens die Abfindung entsprechend einer Regelung aus dem Jahr 2013. Weiter wurde erstmalig in Halle eine Transfergesellschaft vereinbart, die über 12 Monate läuft und in der es 80 Prozent des bisherigen Nettogehalts geben wird. Sie würde erst zum 1. Januar 2018 starten.

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Betr: DuMont in Halle – Offener Brief entspricht den Tatsachen“

Das Fachmagazin "Menschen machen Medien" von ver.di für den Bereich des Journalismus beschäftigt sich in ihrer Online-Ausgabe mit dem Offenen Brief von Beschäftigten der Mitteldeutschen Zeitung. DuMont selber spricht von einer feigen Attacke, MZ-Chefredakteur Hartmut Augustin hatte den Brief selber dagegen in der Redaktion verbreitet und sich mit den Inhalten auseinandergesetzt. Die ver.di Online-Publikation schreibt jetzt, dass die Inhalte Darstellung den Tatsachen entsprechen und ordnet die Kritik in die laufenden Sanierungsbemühungen der Mediengruppen im Zeitungsgeschäft ein. "Eine Person, die bei einer MZ-Lokalausgabe angestellt ist, bestätigte gegenüber M, dass alles, was in dem Brief stehe, den Tatsachen entspräche. „Wir können uns vor Überstunden kaum noch retten. Es ist mittlerweile an der Tagesordnung, dass unsere Redakteure bei den Terminen auch fotografieren müssen. Wenn sie es ablehnen, gibt`s Druck von der Chefredaktion.“ Viele hätten Angst und blieben nur noch, weil sie keine berufliche Alternative in der Region hätten. Die Situation könne eigentlich kaum noch schlimmer werden."

DuMonts Chefredakteur Augustin in Halle: Die Kritik läuft ins Leere

Im Schreiben an die Redaktion schreibt der MZ-Chefredakteur Hartmut Augustin, dass die Kritik aus dem Offenen Brief ins Leere laufe. Aber er ignoriert das anonym verfasste Schreiben von vergangener Woche nicht, meint meedia.de. Er hat den Brief aber in einer Mail an die Mitarbeiter zum Anlass genommen, die MZ-Herausgeber sowie den DuMont-Vorstand und seinen redaktionellen Kurs zu verteidigen. Dabei soll er den Offenen Brief selber weitergeleitet haben.

Anders als DuMont in dieser Woche bietet Augustin seiner Redaktion den Dialog an. "Wenn Sie Fragen oder Anmerkungen zu dem Brief an die Herausgeber haben, können Sie sich gern an mich wenden", endet die Mail mit einem Post Skriptum, schreibt meedia.de.

In Halle scheint die Sonne – Offener Brief ist feige Attacke

Nach Angaben von meedia.de handelt es sich beim Offenen Brief um eine „feige Attacke “ auf die Mediengruppe Mitteldeutsche Zeitung. „Wir wissen nicht, von wem dieses Schreiben stammt und haben erhebliche Zweifel an der Authentizität und Glaubwürdigkeit des Briefes. Insofern sind wir auch überrascht, dass sich einige den Inhalt des Briefes ungeprüft zu eigen machen „und das in Zeiten, wo Redaktionen tagtäglich mit Fake News konfrontiert sind“, erklärt Konzernsprecher Björn Schmidt auf Anfrage von MEEDIA. Vergangene Woche war eine offenen Brief an DuMont veröffentlicht worden, der massiv die Entwicklungen in der Mitteldeutschen Zeitung kritisiert. Der DJV Sachsen-Anhalt meint entgegen der Darstellung von DuMont, dass der Brief keine Fälschung sei.

DuMont mit einer weiteren Baustelle in der Mitteldeutschen Zeitung

Nach Angaben des DJV Sachsen-Anhalt auf seiner Facebook-Seite gibt es einen Offenen Brief aus der Redaktion der Mitteldeutschen Zeitung an den DuMont Aufsichtsrat. "Es ist Zeit für klare Worte." So fängt ein offener Brief an, den Mitarbeiter der Mitteldeutschen Zeitung (MZ) an die Chefetage des DuMont-Verlags gerichtet haben. Der Wortlaut findet sich auf dubisthalle.de. Aus Angst vor Konsequenzen bleiben die Verfasser anonym. In großer Sorge um "ihre" Mitteldeutsche Zeitung kritisieren sie Chefredakteur Hartmut Augustin, der mit seinen Veränderungen das Blatt in den Ruin treibe. Das neue Zeitungslayout biete weniger Platz für Informationen und werde von den Lesern abgelehnt. Producer seien nicht in den Lokalredaktionen, wo sie hingehörten, eine Zusammenarbeit mit dem Chef ("menschenverachtender Führungsstil") finde nicht statt. Die DuMont-Führung müsse schnellstens das Ruder herumreißen. Der DJV schrieb an DuMont, dass die Konzernspitze ihrer Verantwortung gerecht werden müsse. Der dreiseitige Brief soll nach einer Kommentierung auch an den DJV und ver.di gegangen sein. Hintergrund für den Offenen Brief dürfte die kürzliche Stellenabbau-Planung gewesen sein.