Helmut Heinen: Ich kannte die geschlossenen Vereinbarungen von DuMont und BGA nicht

klunegelMeedia.de greift noch einmal den Fallbericht des Bundeskartellamtes auf, dass es geheime Gebietsabsprachen zwischen DuMont und dem Bonner General Anzeiger gegeben hat, die gegen das Kartellrecht (damals und heute) verstoßen. Da es sich auch um den Titel der „Bonner Rundschau“ handelt, hinterfragt meedia.de die Beteiligung von Helmut Heinen und schreibt:  1998 fiel die Kölnische Rundschau noch in die Verantwortung des ehemaligen Präsidenten des Bundesverbandes Deutscher Zeitungsverleger (BDZV) Helmut Heinen. 1999 übernahm die DuMont Mediengruppe (damals noch unter dem Namen DuMont Schauberg) Verlagsgeschäft wie auch -rechte der Rundschau-Titel, auch den Vertrieb organisierte DuMont. Heinen behielt die publizistische Ausrichtung sowie den personellen und organisatorischen Teil. Auf Anfrage von MEEDIA erklärt er: “An den Verhandlungen zwischen DuMont und dem Generalanzeiger war ich nicht beteiligt und kenne auch die geschlossenen Vereinbarungen nicht. Ich war aber über vereinbarte/geplante Kooperationen im Backoffice, auch in Geschäftsstellen, informiert, und über die wechselseitigen Beteiligungen.”

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Alles kommt raus – der Fallbericht des Kartellamts zu geheimen Absprache von DuMont

Das Bundeskartellamt hat den Fallbericht zum Bußgeldentscheid gegen die DuMont Mediengruppe, einen Verantwortlichen sowie einen Rechtsanwalt veröffentlicht. Anhand des Dokuments lässt sich detailliert nachvollziehen, wie DuMont und der Bonner General-Anzeiger beginnend im Jahr 2000 Gebietsabsprachen trafen, die letztendlich zu der Bußgeldfestsetzung in Höhe von 16 Mio. Euro führten. Hier der Link zu dem Dokument. Weiterlesen

Absprachen mit BGA betrafen auch redaktionellen Inhalt

Nach Angaben von juve.de soll es im Rahmen der kartellwidrigen Absprachen zwischen der DuMont Mediengruppe und dem Bonner General Anzeiger auch Absprachen über die redaktionelle Berichterstattung gegeben haben. „Nach einer Durchsuchung des Kölner Verlagshauses DuMont und der Kanzlei im Dezember 2017 sowie weiteren Ermittlungen kam das Bundeskartellamt zu der Überzeugung, dass sich DuMont und der General-Anzeiger schon Ende des Jahres 2000 auf eine Gebietsaufteilung verständigt hatten. Dazu gehörte unter anderem, dass die beiden ihre Lokalberichterstattung aus den Gebieten des jeweils anderen deutlich eindampften, um sich weniger Konkurrenz zu machen.“ Weiterlesen

DuMont muss 16 Mio. € für verbotene Gebietsabsprachen zahlen – Versuch der Verschleierung aufgeflogen

kartellamtDas Bundeskartellamt hat Geldbußen in Höhe von insgesamt 16 Mio. Euro gegen die DuMont Mediengruppe GmbH & Co. KG, eine verantwortliche Person und einen Rechtsanwalt verhängt. Dem Unternehmen wird vorgeworfen, eine verbotene Gebietsabsprache mit der Gruppe Bonner General-Anzeiger getroffenen zu haben. Die DuMont-Gruppe und die Gruppe Bonner General-Anzeiger hatten sich bereits im Dezember 2000 darüber verständigt, dass sich jeweils einer der beiden Zeitungsverlage in der Region Bonn aus bestimmten, vereinbarten Gebieten weitgehend zurückzieht. Das geschah durch eine spürbare Ausdünnung der lokalen Berichterstattung, teilweise auch durch Umstellung der Zustellung von Boten- auf Postzustellung. Die bis ins Jahr 2016 laufende Gebietsabsprache wurde von den Unternehmen im Jahr 2005 durch gegenseitige Beteiligungen und die Einräumung eines Vorkaufsrechtes der DuMont-Gruppe an der Gruppe Bonner General-Anzeiger weiter abgesichert. Das Vorkaufsrecht wurde dem Bundeskartellamt bewusst verschwiegen…  Weiterlesen

GWB-Novelle am 9. Juni 2017 in Kraft getreten

Die neunte Novelle des GWB (Gesetz gegen Wettbewerbsbeschränkungen) ist nach ihrer Verkündung ab dem 9. Juni 2017 in Kraft getreten. Die verlagswirtschaftliche Zusammenarbeit außerhalb des redaktionellen Bereichs ist  jetzt von der Anwendung des deutschen Kartellverbots ausgenommen. Das ermöglicht kartellfreie Kooperationen von Regionalmedien, insbesondere im Anzeigen- und Werbegeschäft, im Vertrieb sowie in der Herstellung und Zustellung von Presseerzeugnissen. Pressekooperationen unterliegen nach wie vor der Fusionskontrolle. DuMont hatte u.a. in Berlin Gespräche mit der Berliner Morgenpost und dem Tagesspiegel über eine engere Zusammenarbeit geführt. Erst vor kurzem wurde für den Bereich der Abo-Vermarktung erklärt, dass man diese Projekt DuMont-seitig als erledigt ansieht. Im Gespräch soll eine Zusammenarbeit für einem gemeinsamen Immobilien-Markt in Berlin sein. Bei der Zustellung der Zeitungen in Berlin wurde ein neuer Anbieter ins Boot geholt (Fiege), der die Mehrheit der Anteile für dieses Geschäft der drei Zeitungsverlage übernommen hat. Im Einzelverkauf verfolgt der Tagesspiegel eine eigene Geschäftsidee als Nationalvertrieb.

GWB-Novelle tritt nächste Woche in Kraft

Erwartungsgemäß hat der Bundesrat heute der 9. GWB-Novelle zugestimmt. Einige Verlage erhoffen sich, dass sie in bisherigen Wettbewerbsgebieten enger zusammen arbeiten können. So erlaubt das neue GWB Zeitungsverlagen eine „Zusammenarbeit, die der Rationalisierung und Synergiegewinnung“ dient, vor allem im Werbegeschäft, im Vertrieb, bei der Herstellung und Zustellung. Die Erwartungshaltungen werden hoch sein, in den Himmel werden die Kooperationen nicht wachsen. Mit Interesse wird erwartet, was DuMont, Funke und Holtzbrinck im Anzeigengeschäft in Berlin hinlegen werden. Die Gespräche zwischen Funke und DuMont sollten umfassender gewesen sein, insofern darf man auch gespannt sein, was weiter passiert. Aktuell ist DuMont dabei, in Berlin Medien die Kosten zu senken.

Regierungsparteien stimmen für Änderungen des Kartellrecht

gwb2017.pngDer Deutsche Bundestag hat auf seiner Sitzung am 9. März 2017 mit Mehrheit der Regierungsparteien in der 2. und 3. Lesung die Änderungen am bestehenden Kartellrecht (GWB) beschlossen. Der Bundesrat muss den Änderungen noch zustimmen.  Die nächste Plenarsitzung ist am 31. März 2017. Während ver.di die Änderungen im GWB zu den Verlagen ablehnt, begrüßen die Verleger sie. „Die Liberalisierung des Kartellrechts wird dazu beitragen, innovative neue Angebote für Leser und Anzeigenkunden zu ermöglichen.“ Andere Unternehmensverbände wie die des Einzelhandel lehnen insgesamt die Änderungen des Gesetzes ab. Es richte sich gegen die freie Marktwirtschaft.„Das Gesetz nimmt den Unternehmen Verhandlungs- sowie Preissetzungsspielräume und beschneidet die Vertragsfreiheit. Das hat am Ende negative Folgen für den Wettbewerb“, so HDE-Hauptgeschäftsführer Stefan Genth.„Das Gesetz ist nicht im Sinne unserer freien Marktwirtschaft.“