DuMont will sich von Printmedien trennen

Die Katze über die weitere Zukunft der DuMont Mediengruppe ist wohl aus dem Sack: Nach Angaben von Horizont.net steht die gesamte Printsparte zum Verkauf. „Die Gesellschafter wollen sich von allen Regionalmedien trennen. Von dem mehrere Jahrhunderte alten Traditionsunternehmen bliebe kaum etwas übrig.“

Bereits anlässlich des Jahresauftakts 2019 war hörbar, dass es grundlegenden Veränderungen im laufenden Geschäftsjahr kommen dürfte. Dr. Bauer schaute „auch noch nach vorne und erläuterte, wo 2019 die Schwerpunkte liegen. Im Bereich der Zeitungen stehe vor allem das Thema Paid Content im Fokus. Ebenso gehe es darum, strategische Allianzen und die digitale Agenda weiterzuentwickeln.“ 

Mit der Ankündigung eines Stellenstopp im Februar 2019 muss eine neue Situation eingetreten sein, sprich, man dürfte in ernsthaften Gesprächen sein, was aber Spekulation bleib t. Führungskräfte sprechen von schneller sich vollziehenden Veränderungen als bisher gedacht. Die Äußerungen gegenüber meedia.de mit den relevanten Informationen signalisierten auch Veränderungen.

Was bedeutet es für die Arbeitnehmer?

Noch sind die Printausgaben DuMont nicht verkauft! DuMont sagt, dass sie sich zu Gerüchten grundsätzlich nicht äußern, schreibt horizont.net. Sollte es zu einem Verkauf der Printmedien kommen, bedarf es der Zustimmung durch das Kartellamt, dass die Verträge und die Folgen in den Regionen für die jeweiligen Märkte prüfen wird. Bis zum Abschluss einer unterstellten Übernahme oder Einstiegs werden Monate vergehen. 

Klar ist aber auch, dass bei der hohen Identität der Mitarbeiter zum Familienunternehmen, den Zeitungen und Tätigkeiten, der Zusammenarbeit ein blöde Gefühl entsteht, was in der Zukunft mit DuMont passieren wird und den Arbeitsplätzen. Zu Recht schreibt Horizont: „Keine vier Jahre nach dem Tod des Verlegers Alfred Neven DuMont soll die Mediengruppe zerschlagen werden. „

Rückläufige Umsätze im Zeitungsgeschäft werden so oder so zu Veränderungen führen

Die Gründe für die jetzige Verkaufsrunde, die bisherigen Maßnahmen der Unternehmensleitung, DuMont zu sanieren, vollziehen sich in einer sich rasch verändernden Medienwelt. Massive Einbußen in den Anzeigenumsätze, insbesondere seit dem 3. Quartal 2018 treiben nicht nur DuMont. Auch die Funke Mediengruppe hat ein umfassendes Restrukturieirungsprogramm aufgelegt. Es wird dort von Einsparungen von 50 Mio.€ gesprochen. Der Druck aus der Vermarktung und den Lesermarkt wird anhalten. Es wird so oder so bei DuMont zu personellen Veränderungen und damit vermutlich Abbau kommen. Die Maßnahmen sind alle im Umlauf. 

Insbesondere unter Druck sind die drei Boulevard-Titel und damit auch Berlin. Die Zukunft der gedruckten Boulevard-Ausgaben wurde vom Unternehmen selber in Frage gestellt, als der Chefredakteur den Druck des Express in Köln in den kommenden Jahren in Frage stellte. 

Jüngste Darstellungen zum Jahresauftakt 2019

Der „Sanierer“ Dr. Christoph Bauer sprach und spricht zwar immer wieder vom Programm „Perspektive Wachstum“. Er ging sogar auf den jüngsten Jahresauftaktveranstaltungen soweit: „Bauer nannte in diesem Zusammenhang vor allem das Zukunftsprogramm „Perspektive Wachstum“, das früher als erwartet erfolgreich umgesetzt wurde.“ Ruft man dieses „Programm“ in Erinnerung, dann sollten 20 Mio.€ bei den Personalkosten eingespart werden. Dazu wurde eine neue Zentrale Unternehmensstruktur geschaffen, um den Abbau realisieren zu können. Als Kern des Prozesses wurde damals die digitale Transformation bezeichnet, die auch danach von einem ständigen Zickzack-Kurs begleitet wurde. Man denke nur an die Paid-Content-Strategie oder andere organisatorische Maßnahmen. Vor allem aber ging es in der „Perspektive“ um die Debatte und Erschließung von Potentialen im Kerngeschäft Print und dem Aufbau von Neugeschäft. Schaut man heute auf diese Potentiale, so werden sie kaum erwähnt, bezogen um eine Printstrategie.

Digitalgeschäft kann sich sehen lassen

Mit dem Erwerb von facelift und censhare wurde ein digitales Geschäftsfeld aufgebaut, dass sich sehen lassen kann,auch im Verhältnis zu den anderen Mediengruppen. Aber ohne Zukauf trägt es nicht in die Zukunft. Die Darstellung, dass es sich hier um ein Kerngeschäft handelt, ist eher Wunsch, den Wirklichkeit. Beide Gesellschaften sind in einer qualitativen Wachstumsphase bzw. haben Potentiale, in Markt an Platz zu gewinnen.Im Anbietermarkt, in dem sich z.B.  censhare bewegt, herrscht ein enormer Wettbewerb und neue technologische Entwicklungen können schnell auf die Produkt-Angebot von censhare drücken. Beide Unternehmen hatten 2017 einen Umsatz von 38 Mio.€, DuMont insgesamt 614,6 Mio.€. 

Was passiert jetzt weiter?

Man muss sehen, was DuMont zu der Meldung sagen wird. Bei der Faktenlage und den sicher noch kommenden Meldungen wird DuMont prüfen, wie es die Kommunikation insbesondere an die Mitarbeiter organisiert. Die Darstellungen von horizont hinterlassen eine harten Eindruck.

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