Dreitägiger Warnstreik bei der RRG hat Zeichen gesetzt

capture imageDer DJV NRW bezeichnet den dreitägigen Warnstreik bei der RRG vom 14. bis 16. November 2017 als „ein machtvolles Signal an den Arbeitgeber, das er nicht ignorieren kann!“ Die Leser mussten in großen Teilen auf aktuelle lokale Artikel verzichten und bekamen stattdessen regionale und landesweite Themen serviert. Am 24. November  findet die nächste Tarifverhandlungsrunde über den Abschluss eines Anerkennungstarifvertrag statt.

Drei Tage Ausstand bei den Außenredaktionen von Kölner Stadt-Anzeiger und Kölnischer Rundschau haben sich auch in den Blättern bemerkbar gemacht: Die Leser mussten in großen Teilen auf aktuelle lokale Artikel verzichten und bekamen stattdessen regionale und landesweite Themen serviert. 

Wir sind sehr zufrieden damit, dass sich so viele Kolleginnen und Kollegen an dem dreitätigen Warnstreik beteiligt haben. Das ist ein machtvolles Signal an den Arbeitgeber, das er nicht ignorieren kann!“ sagt DJV-Landesgeschäftsführer Volkmar Kah. So hat nur etwa ein Viertel der knapp 100 Beschäftigten gearbeitet. „Mit der spontanen Demonstration am ersten Warnstreiktag durch Siegburg haben die Beschäftigten sehr deutlich gemacht, dass sie einen Tarifvertrag wollen“, so Kah weiter. „Es kann nicht sein, dass sie zahlen müssen, weil der Arbeitgeber kein funktionierendes Geschäftsmodell findet.“

In ihrem Kampf um die Rückkehr in den Tarifvertrag bekam die Belegschaft Unterstützung und Zuspruch aus der gesamten Republik. Z.B. schickte Holger Artus, Betriebsrat der Hamburger Morgenpost, die ebenfalls zum DuMont-Verlag gehört, eine Videobotschaft: „Es ist klasse zu sehen, dass es sich lohnt, für Arbeitsbedingungen zu kämpfen. Und ich freue mich, dass es Euch gibt.“ Die Kolleginnen und Kollegen der Ostseezeitung schrieben: „Wie Ihr sind wir davon überzeugt, dass Geschäftsmodelle zum Scheitern verurteilt sind, die mit eindimensionaler Sparpolitik die Grundlagen von Journalismus und  Mediendienstleistungen zerstören.“

Am 24. November gehen die Verhandlungen in die sechste Runde. Die Gewerkschaften hatten schon bei der vorigen Verhandlungsrunde der Geschäftsführung den Entwurf eines Anerkennungstarifvertrages vorgelegt und ihr vorgerechnet, dass eine Tarifbindung bezahlbar ist.

Der Warnstreik begann am Dienstag, 14.11., und endet morgen früh (Freitag, 17.11.) um 6 Uhr. Vorher hatte es schon zwei einzelne Streiktage mit jeweils großer Beteiligung der knapp 100 Beschäftigten gegeben.

Die RRG ist eine gemeinsame, bisher tariflose Tochtergesellschaft, in der die Verlagshäuser M. DuMont Schauberg (heute DuMont) und Heinen-Verlag 2014 ihre Außenredaktionen von Kölner Stadt-Anzeiger und Kölnischer Rundschau zusammengeführt hatten. Die Beschäftigten hatten die RRG-Geschäftsführung schon im Dezember 2016 zu Tarifverhandlungen aufgefordert.

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Ein Kommentar zu “Dreitägiger Warnstreik bei der RRG hat Zeichen gesetzt

  1. Die Streikenden können stolz auf sich sein: die Leser werden das Fehlen der lokalen Beiträge sicher verschmerzen und die Redaktionen helfen somit beim Finden eines neuen Geschäftsmodells.

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