Vor der nächsten Tarifverhandlung für die Redaktionen in Berlin am 28. Juni 2017

Morgen findet ein weiteres Tarifgespräch von ver.di/DJV/jvbb mit DuMont Berliner Verlag über eine Tarifwirkung für die Redaktionsunternehmen von Berliner Newsroom GmbH und Berlin24 Digital statt. Nicht ausgeschlossen vom Unternehmen ist auch eine Einbeziehung der Redakteure der DuMont Redaktionsgemeinschaft (Hauptstadt Redaktion). In den bisherigen Tarifgespräche ist das Unternehmen nicht davon ausgegangen, dass man eine Übernahme der Flächentarifverträge für die Redakteure der drei Redaktionsunternehmen verfolgt wie sie bisher für Berliner Zeitung und den Berliner Kurier galten. Vielmehr will das Unternehmen eine Festschreibung von Abweichungen von den üblichen Regelungen für die Zeitungsredakteuren. Bei den Einkommensregelungen will man keine Anpassung der Redakteure der Berlin24 an die Gehälter der Redakteure von Berliner Newsroom.  Jörg Reichel von ver.di nennt im Deutschlandfunk das Verhalten des Arbeitgebers DuMont im Zusammenhang mit dem Umzug für schäbig: „Schäbig deshalb, weil die Neugründung des Newsrooms darauf baut, dass er denjenigen, die vorher die Zeitung gemacht haben, dass er denen gekündigt hat. Es sind Beschäftigte, die in der Regel 20, 25 Jahre die Zeitung gemacht haben und dann einfach aussortiert worden sind.“

Fragt man Gewerkschaft und Chefredakteur nach der Lage der Beschäftigten nach dem Umzug, die Antwort könnte nicht gegensätzlicher ausfallen. Jörg Reichel von Verdi: „Die Arbeitsbedingungen sind im Moment eine Katastrophe. Es gab eine Anfangseuphorie in den ersten ein, zwei Monaten. Im Moment fährt der Arbeitgeber die Beschäftigten auf Verschleiß.“ Chefredakteur Jochen Arntz: „Also Leute verschleißen, das kann man gar nicht, das sollte man einfach nicht tun. Natürlich sind wir weniger Leute als vorher. Weil wir diese Berliner Zeitung neu aufgebaut haben nach den Gegebenheiten, die ökonomisch einfach da sind in Berlin.“

In Köln finden Verhandlungen für die Redakteuren der Rheinischen Redaktionsgemeinschaft (RRG) ebenfalls seit einigen Monaten statt. Die dortige Tarifkommission lehnt u.a. den dort unterbreiteten Vorschlag  von unterschiedlichen Bezahlungen von Redakteuren aus den Altunternehmen (Kölner Stadt Anzeiger und Kölnische Rundschau) und den ehemaligen Pauschalisten ins neue Unternehmen RRG ab. Hier findet eine weitere Tarifrunde im August statt.

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