Tarifgespräche in Köln für die RRG: Positionen liegen weit auseinander

rrgve3rdidjvAm 4. Mai 2017 hat es die dritte Gesprächsrunde über eine Tarifbindung für die Redakteure der Rheinischen Redaktionsgemeinschaft (RRG) gegeben. Nach Darstellung der Verhandlungskommission von ver.di und DJV liegen die Positionen der beiden Parteien weit auseinander. Der unterbreitete  Vorschlag, so die Tarifkommission, soll die Ungleichbehandlung in den Redaktionen beibehalten. „Mitarbeiter ohne nachwirkende Tarifbindung sollen auch künftig nach einem deutlich niedrigeren Gehaltsniveau bezahlt werden.“ Nach Auffassung der Geschäftsleitung dürfen die Personalkosten durch einen Tarifvertrag im Verhältnis zu heute nicht wesentlich steigen. Sie sieht in einer geforderten  Übernahme der Branchentarifverträgen eine Existenzgefährdung der RRG.  Es würde die wirtschaftliche Tragfähigkeit des Unternehmens stark belasten „und den Abbau von Arbeitsplätzen, möglicherweise über den Weg betriebsbedingter Kündigungen, erforderlich machen. Es würde letztlich auch erneute Umstrukturierungen wahrscheinlich machen.  Hier das Gewerkschafts-Info im Wortlaut:

Die RRG-Tarifkommission und die Geschäftsführung des Unternehmens haben sich heute zur dritten Tarifverhandlungsrunde getroffen. Das Gespräch fand in der DJV-Geschäftsstelle in Düsseldorf statt. Für die Arbeitsgeberseite nahm auch die Gesamtredaktionsleitung teil.

Die Geschäftsführer Philipp Froben und Hermann Steveker legten ein Papier vor, das beide als „Maßnahmenangebot“ bezeichneten. Im Kern soll damit die Ungleichbehandlung in den Redaktionen beibehalten werden. Mitarbeiter ohne nachwirkende Tarifbindung sollen auch künftig nach einem deutlich niedrigeren Gehaltsniveau bezahlt werden. Allerdings soll das Monatsbrutto für alle Redakteure, die derzeit weniger bekommen, auf 3500 Euro angehoben werden. Das betrifft elf Kolleginnen und Kollegen.

Gleiche Bedingungen sollen bei der Presseversorgung geschaffen werden. Die Arbeitgeberseite möchte allen „Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern im redaktionellen Bereich der RRG“ die Presseversorgung ermöglichen. Die Konditionen (fünf Prozent Arbeitgeberanteil, 2,5 Prozent Arbeitnehmeranteil) sollen denen der tariflich Beschäftigten entsprechen.

Zu dem Angebot gehören auch Gehaltserhöhungen. Alt-Redakteure sollen zum 1. Juli dieses Jahres 1,6 Prozent mehr Geld erhalten. Redakteure ohne 613a-Hintergrund sollen 1,9 Prozent mehr Gehalt bekommen. Die Alt-Mitarbeiterinnen in den Sekretariaten sollen zum 1. März 2018 1,6 Prozent, die Mitarbeiterinnen ohne Tarifhintergrund zum gleichen Zeitpunkt 1,9 Prozent mehr Gehalt bekommen.

Philipp Froben und Hermann Steveker erklärten mehrfach, dass aus ihrer Sicht das Gesamtvolumen der Personalkosten nicht wesentlich steigen dürfe. Erreichen wollen sie das durch eine Vergütungsstruktur. Diese Entgeltordnung wollen sie mit dem Betriebsrat abschließen. Die Höhe der Gehälter wollen sie aber allein bestimmen.

Die Vorstellungen der Arbeitgeberseite und die Forderungen der Belegschaft liegen sehr viel weiter auseinander, als wir das zu diesem Zeitpunkt der Verhandlungen erwartet hatten.

Es gab kein Angebot zur grundsätzlichen Verbesserung der Situation der schlecht bezahlten Redaktionssekretärinnen. Die Geschäftsführung machte deutlich, dass sie über die Gehaltstarifverträge und die Manteltarifverträge nicht sprechen möchte. Es gäbe keine finanziellen Spielräume. Die Verhandlungskommission hat mehrfach darauf hingewiesen, dass durch die Gründung der RRG und die Zusammenlegung der Redaktionen jährlich mehrere Millionen Euro gespart werden. Die RRG-Belegschaft trägt überproportional zum wirtschaftlichen Erfolg von Kölner Stadt-Anzeiger und Kölnischer Rundschau bei. Dies muss sich künftig in angemessenen Arbeitsbedingungen für alle widerspiegeln.

Die Verhandlungskommission wird das Papier der Arbeitgeber im großen Kreis der RRG-Tarifkommission beraten. Danach soll das weitere Vorgehen  in einer Versammlung mit der gesamten Belegschaft diskutiert werden.

Advertisements

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s