Der Übergang in die Berliner Newsroom GmbH ist eher ein Bauerntheater

buerosDie Süddeutsche Zeitung befasst sich in ihrer heutigen Ausgabe mit einer Art Momentaufnahme der gemeinsamen Redaktion von Berliner Zeitung und Berliner Kurier in der Berliner Newsroom GmbH nach dem Start Ende Februar 2017. „Von Abbruch reden viele, seltener von Aufbruch.“ Dabei, meint (Kurier)Chefredakteur Elmar Jehn: „Wenn es ein reines Sparprogramm wäre, hätten wir es nicht gemacht.“ Die Süddeutsche  schreibt, dass nach Auffassung anderer der „Übergang sei eine Art Bauerntheater gewesen, weil der Verlag versucht habe, ‚ den Schnitt als was Neues zu verkaufen.'“
Das Vorgehen von DuMont in der Berliner Zeitung und dem Berliner Kurier hätte Bitterkeit ausgelöst. „Von Trickersei und einem entwürdigen Verfahren sprechen einige Betroffene. Die Berliner Zeitung habe ihre Seele verloren. Manche Journalisten gingen, obwohl sie ein Angebot bekamen.“ Renate Gensch, Betriebsratsvorsitzende von Berliner Zeitung/Berliner Kurier im Berliner Verlag wird zum Auswahlverfahren für die „neue“ Redaktion zitiert: „Der ganze Auswahl-Prozess war natürlich unterirdisch, insbesondere das monatelange Hinhalten, um die Produktion bis zum Umzug zu sichern. Das empfanden die Kollegen als erniedrigend, auch weil sie sich auf ihre eigenen Stellen bewerben mussten.“ Süddeutsche Redakteur Jens Schneider gibt aber auch einen interessanten Einblick in die neue Arbeitsweise im Berliner Newsroom, der wenig mit „digital“ zu tun hat: „Kollegen schrieben nun halt erst den Text für die eine, dann für die andere Zeitung, etwas kürzer, weniger komplex für die Zeitung.“

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