94 Kündigungsanhörungen – annährend 60 Prozent von Kurier und Berliner Zeitung-Redaktion vom Personalabbau betroffen

brblz150217.pngBeim Betriebsrat des Berliner Verlages/Berliner Kurier sind diese Woche 94 Anhörungen (von 161 Stellen) zu Kündigungen für die beiden Redaktionen eingegangen. DuMont betont immer wieder, dass sie 50 Stellen weniger als bisher für die Berliner Newsroom GmbH einplant hätten. Faktisch ist mehr als die Hälfte der Redakteure von dem Stellenabbau im Berliner Verlag betroffen, gemessen an den Kündigungsanhörungen. Rechnet man die 16 Stellen bei DuMont Systems in Berlin, die sechs Kündigungen im BVZ Lesermarkt sowie die Abwicklung von DuMont Dialog (zum Jahreseende verkauft) am Berliner Standort mit vor einem Jahr über 70 Stellen hinzu, dürfte der Abbau am Berliner DuMont Standort um die 200 Arbeitnehmer umfassen. Es zeichnen sich im übrigen weitere Restruktutierungen in Berlin ab. Hier das Betriebsrats-Info:

Der Betriebsrat hat gestern von der Geschäftsführern die Anhörung für die beabsichtigte Kündigung von 34 Kolleginnen und Kollegen des Berliner Kuriers, 53 Kolleginnen und Kollegen des Berliner Verlages und sechs Kollegen der Redaktionsgemeinschaft 2 erhalten. Eine weitere Anhörung zur Kündigung hatten wir bereits vor einigen Wochen erhalten. Wir reden also insgesamt von 94 Anhörungen zur Kündigung – bei zuletzt (nach Angaben der Geschäftsführung) 161 Beschäftigten. Die oder der Eine oder Andere dieser Kolleginnen und Kollegen soll nach den uns vorliegenden Informationen im neuen Haus weiter beschäftigt werden. Für die übergroße Mehrheit der 94 ist davon nicht die Rede.

Zur Begründung hieß es jeweils, dass „der Betrieb bis voraussichtlich Mitte 2017 geschlossen wird und sämtliche Arbeitsplätze wegfallen“.

Nach Überzeugung des Betriebsrates wird unser Betrieb aber bekanntlich nicht geschlossen, sondern lediglich auf ein anderes Unternehmen, die Berliner Newsroom GmbH, gem. § 613 a BGB übertragen. Der Betriebsrat hat deshalb heute in allen Fällen den beabsichtigten Kündigungen widersprochen. Unsere Stellungnahme wird den Ausspruch der Kündigungen aber nicht verhindern.

Es liegt bei jedem Einzelnen von Euch, ob Ihr mit dem Unternehmen eine andere Vereinbarung trefft, zum Beispiel zum Ausscheiden aus dem Betrieb, zur Weiterbeschäftigung in der Newsroom GmbH oder zum Wechsel in die Transfergesellschaft – oder ob Ihr Klage auf Weiterbeschäftigung einreicht. In diesem Fall würde unsere Stellungnahme dieses Vorhaben sicherlich unterstützen.

Wir haben Euch in den vergangenen Wochen nach Kräften über alle Möglichkeiten informiert und werden es auch noch weiterhin tun. Wenn Ihr Fragen habt oder Beratung braucht, geht zum Anwalt Eures Vertrauens, oder kommt zu uns. Wir helfen gern, und wenn wir nicht selbst helfen können, wissen wir wenigstens, wo wir Hilfe finden können.

Euer Betriebsrat

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