Was bedeutet der Umbau in Köln für die MOPO?

Der Betriebsrat der Hamburger Morgenpost beschäftigt sich in einer aktuellen Info mit den möglichen Folgen des gemeinsamen Newsrooms von Kölner Stadt-Anzeiger und Express. Erwähnt wird dabei nur, dass man sowohl nach Köln und Berlin schaut, da man einen gemeinsamen Mantel in der Politik und dem Vermischten hat, der in Hamburg, Berlin und Köln erstellt wird. Ansonsten geht es in dem Info nur die MOPO und die Sichtweisen des Betriebsrats zu den verschiedenen Prozessen, sei es die „agile Redaktion“ oder seine Darstellung der DuMont-Strategie für die Zeitung. Hier versteift man sich auf die Haltung, dass nur mit Print ein Wandel in eine digitale Welt möglich ist. Hier der Wortlaut – ohne die Aufzählung, was in Köln geplant wird.

Was heißen die Kölner Maßnahmen für die MOPO-Reaktion?

Das bisherige Ziel von DuMont war, nach der Verkündung redaktioneller in Berlin (27.10.2016) und jetzt in Köln (02.02.2017) im Sommer 2017 bei uns in Hamburg ihre Geschichte der „rosigen Zukunft der MOPO, der schmerzhafte Schritte vorausgehen“, zu erzählen. Der Neujahrsauftakt mit Dr. Bauer am 17. Januar 2017 brachte hier bekanntlich keine Klarheit.

Unsere Geschäftsführung hat sich ein Sanierungsziel mit dem Abbau von 16 Stellen vorgenommen – das ist unsere Info-Lage. Diesen Personalkostenblock will man bei den Redaktionskosten in Zukunft einsparen. Wenn bei uns Stellen abgebaut werden sollten, dann sehen wir das über drei Prozesse: Erstens in der Standardisierung/Automatisierung des Layouts. Das bestätigt das Unternehmen. Zweitens in der Synergie-Produktion von Politik- und Panorama/Vermischten-Seiten an einem statt wie bisher an drei Standorten. Hier gibt es eine Projektgruppe auf DuMont-Ebene. Wer sich an die seltsame Debatte auf dem Neujahrs-Treff erinnert, weiß, dass sich dazu bisher niemand betriebsöffentlich äußern will. Das dritte Moment dürfte das journalistische Konzept und seine Umsetzung der Inhalte in der Printausgabe sein. In der internen Unter-nehmensdarstellung spricht man vom “Verlegerischen Konzept” und “Streckenkonzept/-kürzung”. Das Thema „Hamburg“ trennt man im Übrigen in Kern- und Randthemen. Die Personal-Keule und die “neuen” Aufgaben, die Ablauf-, die personelle Zusammenarbeits- und Führungsorganisation sollen noch kommen. Wir kennen keinen Termin, gehen aber davon aus, dass man vor Sommer in Hamburg etwas sagen wird.
Welche Perspektive bietet DuMont für uns?

Bewertet man die jüngsten Reden vom DuMont Vorstandsvorsitzenden Dr. Christoph Bauer, könnte man folgende Geschichte über die DuMont-Strategie “erzählen”: Wir verlieren weiter an Umsatz im Print. Seit längerem bei den Anzeigen, jetzt gibt es auch Einbrüche im Vertriebsmarkt (Zeitungsverkauf), die auch nicht ohne weiteres durch Preiserhöhungen kompensiert werden können. Wichtig wäre, die sinkende Auflage zu stabilisieren. Damit würden sich ein Preiserhöhungseffekt wieder einspielen können. Die Online-Umsätze entwickeln sich positiv, aber weder kompensieren sie die Print-Umsatzverluste, noch wird damit ein Umsatz-Volumen in der Zukunft erreicht werden können, das die Print und Online-Erstellung der Marken trägt. Wachsen wird DuMont nur noch durch Zukauf wie z.B. facelift. DuMont fährt einen Erfolg nach dem anderen auf dem Weg der “Perspektive Wachstum ein, von der Unternehmenssanierung, der Wiederherstellung der Liquidität, um wachsen zu können und der Neupositionerung. Jetzt will man die Früchte ernten. Soweit die Geschichte.

Die Probleme des Konzeptes
Die MOPO – das ist die Zeitung, dass ist ihr Online-Auftritt und sind ihre Magazine rund um das Thema Hamburg. Das Kerngeschäft ist dabei unverändert der Verkauf der Printausgabe. Der digitale Wandel ist unaufhaltbar, mit all den Herausforderungen für das Kerngeschäft, aber der Ausbau von mopo.de und die steigenden Online-Umsätze, das Angebot und der Nutzwert des Internet-Portals bleiben notwendige Schritte in die Zukunft. Wenn man jetzt den Print-Umfang weiter reduziert, aus Einspargründen das Layout „standardisiert“, Inhalte der Printausgabe womöglich abbaut, das personelle Gerüst noch weiter schwächt und damit weniger Möglichkeiten bietet, die eigene MOPO-DNA zu sichern, setzt man uns der Gefahr aus, Print weiter zu schwächen. Das würde aber wieder zu weniger Umsatz und sinkenden Zeitungsverkauf führen – und uns in Rekordzeit schon wieder in neue Nöte bringen.

Bereits heute ist die Print- und Online-Redaktion eng besetzt, kann nicht alle Themen so abarbeiten, wie man es sich vorstellen würde, um unsere Stärken auszuspielen. Die Produktionssituation ist alles andere als befriedigend. Es kneift schon heute an alle Ecken und Kanten. Mit einer noch weiter reduzierten Mannschaft kann das nicht funktionieren. Die ständigen Konferenzen und Beratungen schwächen die Zeitungsproduktion und stärken das Gefühl, dass die Printausgabe nicht mehr wichtig ist. Zu den Angeboten einer Redaktion, ob Print oder Online, gehören nicht nur die Konzepte und deren Träger, es bedarf auch einer optimistischen Stimmung in der Mannschaft. Die muss man erst wieder schaffen. Mit den aktuellen Arbeitsbedingungen wird das noch schwieriger werden. Das muss sich ändern. Man muss alles tun, um Print zu stärken und parallel den digitalen Umbau vorantreiben. Wir fordern, dass man die vorhandenen Potentiale erschließt und sie nicht leichtfertig zur Disposition stellt.

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