Es geht auch um einen Sanierungsprozess bei den DuMont-Kaufzeitungen

brmopo130117Der MOPO-Betriebsrat bringt in einer aktuellen Info noch einmal seinen  Meinung zum Ausdruck, dass es in den DuMont-Kaufzeitungen um einen Sanierungsprozess geht. Neue Fakten werden nicht geliefert, es wird vielmehr an bekannte Sätze der Vergangenheit erinnert. In Ansätzen werden noch einmal die Alternativen des Betriebsrats zu Unternehmensentwicklung dargestellt. Hier die Info im Wortlaut:

Im Februar 2016 startete man mit dem Projekt der “agilen Redaktion” in der MOPO. Statt im Juni 2016 über das Ergebnis zu informieren, verschiebt sich die Verkündung bis heute. Mittlerweile ist klar, dass es im Kern um ein Sanierungsprojekt im Rahmen einer Prozessoptimierung geht. Schaut man nach Berlin oder Köln, so geht es dort um genau die gleiche Frage. In Berlin soll es einen gemeinsamen Newsdesk von Berliner Zeitung und Berliner Kurier geben. In Köln soll im Januar 2017 das Projekt der Optimierung von Kölner Stadt Anzeiger sowie Express verkündet werden.

Es sind weniger inhaltliche Fragen, die DuMont bei der Sanierung seiner Kaufzeitungen treiben, es ist deren wirtschaftliche Lage. Wir gehen davon aus, dass alle drei, Express, Kurier und MOPO, 2016 mit roten Zahlen abschließen werden. Die MOPO dürfte wirtschaftlich dabei noch am besten aussehen.

DuMont will bei Express, Kurier und MOPO die Redaktionskosten senken, also Stellen abbauen. Deshalb wurde aus einem Optimierungsprojekt ein Sanierungsprojekt und es wurden seit Sommer 2016 so genannte “Sonderprojekte” an allen Standorten aufgelegt. Beim Express wurde im vergangenen Jahr zu großen Teilen das Layout abgebaut. Der Aufruf an die beiden Redaktionen in Köln, über ein freiwilliges Abfindungsangebot nachzudenken, ist für uns ein Indiz, dass es um Stellenabbau geht.

Bei uns hat man sich nach unserer Info-Lage in der MOPO auf das Einsparen von 16 Stellen verständigt. Den Weg zum Ziel muss die Chefredaktion ausarbeiten. Ausgangspunkt für den Stellenabbau war ein Vorschlag von Ebner Stolz vom Anfang Juli 2016. Hier wurden die Anzahl an Stellen und das Einsparvolumen erarbeitet. Dieser Ansatz wurde für die Planungen 2017 übernommen, so unser Stand. Ob die strittige Frage eines Umzugszeitpunktes (vor der Kündigung des Mietvertrages 2020 oder erst danach) oder eine unterstellte – von der Geschäftsleitung dementierte – Debattenplanung über die gesellschaftsrechtliche Eigenständigkeit der Morgenpost Verlag versus einer Integration in eine andere Gesellschaft: Es geht darum, wo man wie weitere Kosten bei uns einsparen könnte, so dass man wirtschaftlich erfolgreich wird.

Dass wir als Betriebsrat für eine wirtschaftlich erfolgreiche MOPO sind, ist klar. Wir drängen darauf, dass man die teuren Kosten für die Leistungen von DuMont überprüft. Seit langem verfolgen wir eine Personalstrategie des Umbaus, wozu auch eine Altersteitzeitregelung und Abfindungsangebote gehören, sowie die Erschließung und bessere Nutzung des vorhandenen Potentials im Hause. Wir sprechen uns für eine Beteiligung der Redaktion aus und vertreten die Meinung, dass wir in den journalistischen Fragen nur mit Inhalt gewinnen können.  Vehement plädieren wir für die digitale Transformation und kritisieren die bisherigen Versuche von DuMont. Wir freuen uns über die Erfolge der MOPO im digitalen Bereich, ob im Verkauf oder der Reichweite oder bei der Umsetzung neuer Projekte. Wir sind es, die davon sprechen, dass es zum digitalen Wandel kommen muss, dass uns aber Print nicht wegbrechen darf. Man muss sich sehr sorgsam um die Auflage kümmern. Sie ist eine wesentliche Finanzierungsgrundlage der MOPO. Vertrieb und Anzeigenverkauf sind unsere Ergebnisträger.

Mit Blick auf die Zukunft der MOPO stellen wir die Frage, ob es eine Vision und Unternehmens-strategie dafür gibt? Oder geht es um die Meisterung des Alltags, den man in seinen Taten reflektiert? Der Alltag muss handwerklich sauber bewertet und Maßnahmen seriös umgesetzt werden. Daran haben wir erhebliche Kritik.

Die jetzigen Sanierungsplanungen und die Debatten zielen auf eine erhebliche Ergebnisver-besserung durch Redaktionsstellenabbau. Dazu gibt es Alternativen. Wir hatten mal Gesellschafter, die sagten, dass ihnen die Ergebnis-Prozente nicht wichtig sind, sondern der Weg zur wirtschaftlichen Erholung und dessen Absicherung. Für diese Debatte stehen wir zur Verfügung.  Man muss uns über die Planungen informieren. Es geht bei unserem Beteiligungsanspruch nicht etwa um eine basisdemokratische Beteiligung, sondern um die gesetzliche Informationspflicht des Unternehmens, damit wir unsere Aufgaben wahrnehmen können. Die Beteiligung der Redaktion ist eine Zukunftsfrage und hat wenig mit Gesetzen zu tun, sondern mit Strategie.

Ein Betriebsrat muss nicht bequem sein. Uns geht es mit aller Leidenschaft um die Zukunft der MOPO bzw. mopo.de. Das wird keiner in Frage stellen. Die MOPO soll uns auch in Zukunft Beschäftigung sichern. In der  Redaktion geht es auch um die publizistische und journalistische Rolle der Zeitung. Hamburg transparenter zu machen, wo die Verantwortlichen die Dinge versuchen zu vertuschen u.a.m.  gehört zur Aufgabe der MOPO und von mopo.de.  Eine Zeitung und ein Online-Angebot sind keine Schraubenfabrik, wo man am Personal und der Produktion dreht. Bei uns geht es um Inhalte, die die Leser kaufen und unsere Anzeigenkunden nutzen, weil sie sich mit unserer  Reichweite Erfolge versprechen.

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