Man traue nur seinen eigenen Grafiken

Patrick Wölke, Geschäftsführer von DuMont Digital, hat auf der heutigen VDZ Akademie einiges zu den Digital-Erkenntnissen von DuMont gesagt. dnv-online schreibt: „Wölke stellte datenjournalistische Projekte aus der DuMont Mediengruppe vor und erklärte, wie die Nutzung von Daten sowohl die Bewertung der Inhalte als auch deren Produktion bei den Regionalzeitungen von DuMont beeinflusst. Eine zentrale Erkenntnis seiner Arbeit: „Heute stehen etwa zehn Prozent unserer journalistischen Medieninhalte für 90 Prozent der gesamten Nutzung.“ Deshalb sei es besonders wichtig, die Kriterien für erfolgreiche Inhalte zu ermitteln und sie für die künftige Produktion zu nutzen.“ Ins Auge fällt das Chart, wonach die Printausgabe der Zeitungen nur noch vom 7 bis 9 Uhr gelesen. Es gibt niemanden, der nach Feierabend die Zeitung liest ;-).

Auf ein Problem der DuMont Mediengruppe dürfte in den Charts verwiesen werden: 10 Prozent der Online-Veröffentlichungen machen 90 Prozent den Online-Traffic von DuMont aus. Das kann für die Vermarktung eine Herausforderung darstellen, wenn man nur begrenzte Seiten mit Traffic für die Anzeigenkunden anbietet, vor allem, wo man irgendwie Lokal wachsen will.


Nach Darstellung von Delta Marktforschung aus Köln lesen nur 17 Prozent der Nutzer sowohl die Angebote Print und Online.

Die auf der VDZ Akademie vorgestellten datengetriebenen journalstischen Erkenntnisse sind offenbar oberflächliche Darstellungen über das Userverhalten. Es wird der Eindruck erweckt, dass man einen Qualitäts-Index für erfolgreichen Geschichten hätte. Wenn das so wäre, warum laufen die Web-Auftritte von Berliner-Zeitung.de und Berliner-Kurier.de nach dem Relaunch Ende 2015/Anfang 2016 nicht so? 

Auf der Digital Media Conference im Februar 2016 hatte  der Digital-Chef von DuMont erklärt, dass man das digitale Portfolio konsequent an den Bedürfnissen der Nutzer und Anzeigen ausrichten müsse. Dass sei für ihn digitale Transformation. „Mobile first“ beschrieb er mit den Worten, dass man bei relevanten redaktionellen Entscheidungen in den Redaktion von der mobile Ansicht ausgehe.

Patrick Wölke hatte einst auch die Paid Content Strategie von DuMont ausführlich in einem Vortrag auf den Münchener Medientage 2014 begründet. Davon ist heute wenig übrig geblieben.

Advertisements

Ein Kommentar zu “Man traue nur seinen eigenen Grafiken

  1. Gratulation zu eurem DuMont Digital-Geschäftsführer! Bei Burda hat er ja bereits blühende Online-Landschaften hinterlassen. Also, alles wird gut. Man kann sich z.B. beim Kurier schon gut vorstellen, aus welchen qualitätsjournalistischen Bereichen die Beiträge kommen, die 90% des Traffics ausmachen.

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s