MDS-Betriebsrat: Drastischer Personalabbau in Berlin und Köln verkündet

Der Kölner MDS-Betriebsrat hat sich heute in einer Betriebsrats-Info mit den aktuellen Entwicklung in Köln und Berlin beschäftigt und den Arbeitnehmer einen Überblick über das Geschehen gegeben, ob bei der DuMont Blattplanung in Köln, DuMont System in Berlin, DuMont Dialog oder den Abbauplanungen im Berliner Verlag. Auch in Köln läuft ein Projekt zur Optimierung der Prozesse in den Titel und zwischen Kölner Stadt Anzeiger und Express. Mit klaren Worten wir der Versuch, einen Betriebsübergang auszuschließen verurteilt. „Mit dieser Vorgehensweise will sich die Geschäftsführung ihrer sozialen Verantwortung entziehen und Arbeitnehmerschutzgesetze wie die Regelungen aus dem Kündigungsschutzgesetz und des § 613a BGB umgehen.“ Hier das Kölner Betriebsrats-Info im Wortlaut:

Der Betriebsrat von M. DuMont Schauberg, der Media 24 und Druck Köln ist sehr betroffen und schockiert über die drastischen Maßnahmen und Personalabbaupläne in Berlin und Köln.

Gerade erst haben die meisten Kolleginnen und Kollegen der Express Produktion Aufhebungsverträge unterschrieben und werden zum 1. Januar 2017 in die Transfergesellschaft wechseln. Da erreichen uns die nächsten Hiobsbotschaften aus Berlin und Köln.

Am Montag, dem 24. Oktober 2016, informierte Herr Wallner die Beschäftigten der DuMont Blattplanung in Köln über die geplanten Maßnahmen des Unternehmens. Über die Hälfte der Kolleginnen und Kollegen in Köln sollen ihren Arbeitsplatz verlieren. Einen Teil der Arbeiten sollen die Kolleginnen und Kollegen der Blattplanung in Halle übernehmen. Zukünftig will man auf sogenannte Musterblätter zurückgreifen und Änderungen von geplanten redaktionellen Seiten soll es nur noch in absoluten Ausnahmefällen geben. Kurzfristige Anzeigenschaltungen soll es auch nicht mehr geben, sondern die Anzeigenkunden sollen sich an die Anzeigenschlusstermine halten. Für die Qualitätskontrolle sollen zukünftig die „Kunden“, also die Redaktionen und die Anzeigenabteilungen verantwortlich sein. Die verbleibenden Kolleginnen und Kollegen sollen zukünftig nur noch bis 19.00 Uhr arbeiten.

Am Dienstag, dem 25. Oktober 2016, informierte die Geschäftsführung die Kolleginnen und Kollegen in Köln und Halle, dass der Betriebsteil der DuMont Systems in Berlin zum 30. Juni 2017 geschlossen werden soll. Die Arbeitsaufgaben der DuMont Systems in Berlin sollen an externe Dienstleister vergeben werden. 16 Kolleginnen und Kollegen in Berlin werden dadurch ihren Arbeitsplatz verlieren.

Am 26. Oktober 2016 wurden die Kolleginnen und Kollegen der DuMont Dialog an den Standorten Berlin und Halle darüber informiert, dass ihre Betriebe zum 1. Januar 2017 an die walter services GmbH verkauft werden sollen. Die DuMont Dialog ist unser Callcenter, zuständig für Beschwerden von Abonnenten und Anzeigenkunden. Dort arbeiten in Halle rund 300 und in Berlin 50 Kolleginnen und Kollegen. Eine Beschäftigungsgarantie wollen weder DuMont noch der zukünftige Arbeitgeber walter services den Beschäftigten geben. Stattdessen will man mit den Betriebsräten über die künftige Neuausrichtung Gespräche führen.

Noch vor 2 Jahren wurden im Rahmen des Projekts Perspektive Wachstum die Callcenter als das Vorzeigemodell vom Vorstand gelobt. Die DuMont Dialog ist zudem mehrmals für ihren Service ausgezeichnet worden. Falsche Managemententscheidungen führten das Callcenter in rote Zahlen.

Am 27. Oktober 2016 wurden die Kolleginnen und Kollegen der Berliner Zeitung und des Berliner Kuriers über die Pläne des Unternehmens informiert. In der neuen Berliner Newsroom GmbH sind 140 Stellen vorgesehen, wovon 30 auf die Berliner Hauptstadtredaktion Berlin 24 Digital entfallen. 50 Kolleginnen und Kollegen beim Berliner Kurier und der Berliner Zeitung sollen ihren Arbeitsplatz verlieren.

Doch damit nicht genug. Die Besetzung der 110 Stellen in der neuen GmbH soll nicht im Rahmen eines Betriebsübergangs nach § 613a BGB erfolgen, sondern alle Kolleginnen und Kollegen sollen sich auf die neuen Stellen, zu welchen Konditionen auch immer, bewerben. Mit dieser Vorgehensweise will sich die Geschäftsführung ihrer sozialen Verantwortung entziehen und Arbeitnehmerschutzgesetze wie die Regelungen aus dem Kündigungsschutzgesetz und des § 613a BGB umgehen. Wenn sie damit durchkommt, könnte die neue Geschäftsführung ältere, kranke oder leistungschwache Mitarbeiter einfach aussortieren. Bei einem Betriebsübergang würden die übergehenden Beschäftigten ihre Arbeitsverträge behalten. Die Kolleginnen und Kollegen, die sich bei der neuen Gesellschaft bewerben müssen, müssen sich ihre zukünftigen arbeitsvertraglichen Bedingungen wie Gehalt, Arbeitszeiten und sonstige soziale Leistungen selbst aushandeln. Die einen stehen vor dem Verlust ihres Arbeitsplatzes, die anderen vor Verschlechterungen ihrer arbeitsvertraglichen Regelungen.

Eine für unser Haus DuMont Schauberg inakzeptable Vorstellung und mit den Leitsätzen von „Wir sind DuMont“ unvereinbar. Die verkündeten Maßnahmen in Berlin sorgen natürlich auch für große Unsicherheit bei den Beschäftigten in den Redaktionen des Express und des Kölner Stadt-Anzeiger. Sie befürchten, dass die Vorgehensweise in Berlin eine Art Blaupause für Köln ist.

Wir wünschen allen betroffenen Betriebsräten die Stärke und die notwendige Unterstützung der Belegschaft, damit es ihnen in den anstehenden Verhandlungen gelingt, die schlimmsten Auswirkungen zu verhindern.

Euer Betriebsrat

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