DuMont Systems in Berlin wird ausgebootet – um abzubauen?

kbr14102016Der Konzernbetriebsrat der Mediengruppe Berliner Verlag macht auf ein Vorgehen aufmerksam, dass es danach aussieht, dass die ehemalige IT des Berliner Verlages, heute DuMont Systems Berlin, Schritt für Schritt in seiner Funktion ausgebootet wird. Auch greift der Konzernbetriebsrat noch einmal den geplanten Abbau von Stellen in der Hamburger Morgenpost auf.

DuMont Systems in Berlin wird ausgebootet!

Nach Informationen des Konzernbetriebsrats erfolgt die Installation und Konfiguration des IT-Netzwerkes in der Alten Jakobstraße nicht mehr durch unsere eigenen Kollegen von der IT, sondern durch ein Fremdunternehmen mit Unterstützung von DuMont Systems aus Köln. Für die 17 Arbeitnehmer der Berliner DuMont Systems, die sich bisher darum gekümmert haben, ist das eine bittere Botschaft: Das, was sie können und wissen, ist nicht mehr gefragt.

Bereits die Vergabe des Auftrags für das neue Anzeigen- und Vertriebsprogramm VI&VA zur Madsack Mediengruppe nach Hannover bedeutet, dass künftig keine Anwendungsbetreuer mehr in Berlin gebraucht werden. Außerdem soll eine neue Telefonanlage für Berlin kommen, die später für den gesamten Konzern eingeführt werden kann. Sie wird nach unseren Informationen ebenfalls von einem Dienstleister gewartet und betreut, auch sie fällt dann nicht mehr in das Aufgabengebiet der Berliner DuMont-Systems-Mitarbeiter.

Wenn jetzt auch noch das Netz und Server nicht mehr betreut werden, bleibt sehr wenig bis nichts von den IT-Prozessen in Berlin. Entsprechende Befürchtungen hatten wir bereits in unseren KBR-Infos 5 und 6 geäußert. Sie scheinen sich zu bestätigen.

28 Redaktionsarbeitsplätze in Lichtenberger Druckerei eingerichtet

Wie der Betriebsrat des Berliner Verlages erfahren hatte, wurden Anfang Oktober 28 Redaktionsarbeitsplätze im Konferenzraum des Berliner Druckhauses in Lichtenberg eingerichtet. Auf seine Anfrage bestätigte dies die Geschäftsführung. Es handele sich um „redaktionelle Arbeitsplätze für den Notfall“. Dies sei notwendig, „weil es während des Einzugs in das neue Gebäude zu technischen Problemen kommen könnte und die infrastrukturelle Versorgung nicht gewährleistet werden kann. Diese Arbeitsplätze werden nur im Notfall genutzt und sind eine reine Sicherheitsvorkehrung.“ Ein weiteres Motiv könnte auch sein, dass es im neuen Verlagshaus – anders als am Alexanderplatz – keine Notstromversorgung gibt, außer für Fahrstühle und Beleuchtung. Ob es darüber hinaus noch weitere Gründe geben könnte, eine kleine, aber voll ausgestattete Neben-Redaktion zu installieren, darüber wird schon genug spekuliert. Der Konzernbetriebsrat will sich daran an dieser Stelle nicht beteiligen. Der Betriebsrat wird die neuen Arbeitsplätze in der Druckerei demnächst inspizieren.
 

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