Es geht auch um eine Sanierungsstrategie von DuMont

Mit der neuen Kreditlinie von DuMont, dem Abbau von Bankverbindlichkeiten und dem Aufbau eines zentralen Verlagsservices wurde ein Schritt in in Richtung Neuorganisation gegangen. Aber im Kern der Geschäftsidee, der Herausgaben von Zeitungen und deren Verbreitung über das Netz hat sich seit 2014 wenig getan, der so genannten Transformation. Das soll jetzt passieren, in Berlin, Hamburg und Köln. Bis Ende des Jahres sollten alle Grundkonzepte auf dem Tisch liegen. Man muss davon ausgehen, dass sie nicht mehr die bis Sommer 2015 verfolgten Redaktionsstrategie zum Gegenstand haben, mit dem gleichen Personalbestand vor der Transformation auch danach anzutreten. Es werden weit mehr Redaktionsstellen abgebaut als man im Tausch von Stellen (hier Abbau, dafür Neueinstellung) vor hatte. Dieser neue Kurs bedeutet, dass DuMont Redaktionsstellen abbaut, um die Personalkosten in den Redaktionen vermutlich massiv zu reduzieren. Der alte Weg hieß mit der vorhandenen Mannschaft den Neustart und auch das Neugeschäft aufzubauen (Online-Relaunch, Print-Relaunch, neue Digital-Produkte), der neue Weg heißt, ein Redaktkionskonzept zu zimmern, so dass man in der Zukunft weniger Redaktionskosten hat. 

Die Umsätze im Kerngeschäft werden auf Sicht nicht mehr steigen, also muss man Kosten anpassen. Seit der Bilanz-Veröffentlichung im Sommer 2016 ist die Linie hörbar. Man spricht von „Herausforderungen“ bei verschiedenen Titeln oder erwähnt sie im Kontext von Erfolg nicht mit dem Stammgeschäft Print. Aber auch Sätze wie jüngst in Köln, dass man auch alte Zöpfe abschneiden wird, sind als massive Kostenabbau-Programme zu verstehen. Die katastrophale Situation im Call-Centergeschäft wird von den Verantwortlichen selber auch als Sanierungsmaßnahme verstanden. In der IT trennt man sich von Eisen, vergibt das Anzeigen- und Vertriebsprogramm an Madsack in die Cloud. Die Telefonie wird vermutlich bald folgen. 

DuMonts Kerngeschäft sind die Zeitungen.  Mit Online werden gute Reichweite generiert, es sind erfreuliche Umsatzentwicklungen. In die Zukunft tragen sie nicht, den Print-Anzeigenumsatz-Verlust kompensieren aber nicht. Und der mobile Verkauf funktioniert noch gar nicht. Die operativen Geschäfte bleiben unter Druck und werfen kaum Profitabilität ab. Also gibt es bei DuMont eine neue Strategie, die man auch als Sanierung bezeichnen kann. Von Oktober bis Dezember 2016 soll das Programm vorgestellt werden. Natürlich im Sinne, dass man seit 2014 auf dem richtigen Weg sei. Der aber ist längst verlassen worden.

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