DuMont will sich von Haaretz-Anteilen in Israel trennen

Die FT schreibt in ihrer Online-Ausgabe, dass DuMont sich von seinem 20-Prozent-Anteil an der israelischen Zeitung Haaretz trennen will. Als Grund schreibt die FT.com, dass sich DuMont auf sein deutsches Geschäft konzentrieren will. Bereits im vergangenen Jahr soll DuMont versucht haben, ihre Anteile zu verkaufen, aber es fand sich nach Angaben von FT.com kein Käufer.  Die Rolle von Kurt Neven DuMont im Hitlerfaschismus als NSDAP-Mitglied, führte im Netz immer wieder zu Diskussionen über die DuMont-Anteile an Haaretz.

Bisherige Anteilseigner sind die Familie Schocken (60 Prozent), Leonid Nevzlin (20 Prozent) und die DuMont Mediengruppe (20 Prozent). Das deutsche Medienunternehmen war 2006 als Gesellschafter eingestiegen

Haaretz ist eine alte hebräische Zeitung und engagiert sich heute auch für eine Zwei-Staaten-Lösung von Israelis und Palästinensern. Dafür war sie immer auch Angriffen nationalistischer Kräfte in Israel ausgesetzt. 

Der Hauptgesellschafter von Haaretz, Amos Schocken, erklärte zum Einstieg der Mediengruppe 2006: „Alfred Neven DuMont (the current owner of the publishing house) has no Nazi past. He was 12 when the war broke out and almost 18 when it ended,“ Schocken said. „His actions since he has become an adult speak for themselves. There’s no reason to impose on him, or the company he now leads, responsibility for a period before his time. This has nothing to do with finding out the historical truth, which is something that should always be done.“

Das Kölner Unternehmen in der NS-Diktatur

Manfred Pohl, der von der Familie Neven DuMont beauftragte Historiker, schrieb über die Geschichte des Kölner Zeitungsunternehmens in der NS-Diktatur, dass Kurt Neven DuMont im November 1937, um seine berufliche Position als Zeitungsverleger zu sichern, Mitglied der NSDAP wurde. Er übernahm dort die Aufgaben eines Zellenkassenwarts. … „Zu den Grundstückskäufen aus ehemaligem jüdischen Besitz, bemerkt Pohl, nachdem er die Rahmenbedingungen und die einzelnen Fälle so akribisch wie nach der Aktenlage möglich dargestellt hat, doch relativ verwundert an, dass es wohl für immer ein Rätsel bleiben wird, warum Familie und Verlag sich auf diese Käufe überhaupt eingelassen haben.“

Auf Wikipedia wird davon gesprochen, dass der  Verlag bereits Wochen vor der Machtergreifung der Nazis 1933 auf nationalsozialistische Linie eingeschwenkt sein sollte. „Die Kölnische Illustrierte Zeitung druckte in der Neujahrsausgabe vom 1. Januar 1933 einen euphorischen Artikel über die faschistische Jugenderziehung in Italien, die Kölnische Zeitung titelte am gleichen Tag: „Auf Hitler kommt es an!“ und prognostizierte: „Das Jahr 1933 stellt Hitler vor die Entscheidung, ob er als vergötterter Führer und vielleicht auch als Märtyrer einer Glaubensgemeinschaft vor den Toren der Politik stehen bleiben will, oder ob er die Verantwortung zu tragen bereit ist, die positiven Kräfte seiner Bewegung in die Waagschale der praktischen Politik zu werfen. Im Interesse einer nationalen Festigung möchte man hoffen, daß Hitler den zweiten Weg findet.“ …

1941 verbot das Reichspropagandaministerium die zentrumsnahe Kölnische Volkszeitung, eine im christlichen Verlag J. Bachem seit 80 Jahren erschienene katholische Zeitung … Ihr Herausgeber Reinhold Heinen kam wegen seiner konservativen, staatskritischen Tätigkeit vier Jahre in das KZ Sachsenhausen. Kurt Neven DuMont übernahm den Abonnentenstamm der Kölnischen Volkszeitung zu einem Preis von 23 Reichsmark pro Kunde. Zeitgleich erhöhte sich das Volumen seines Beitrages zur Adolf-Hitler-Spende der deutschen Wirtschaft, also für die Parteikasse der NSDAP, von 500 Reichsmark (1940) auf jeweils 6500 Reichsmark in den Jahren 1941 und 1942.

Im Sommer 1944 erhielt Neven DuMont vom Reichsministerium für Volksaufklärung und Propaganda das Kriegsverdienstkreuz 1. Klasse mit Schwertern, durch welches besondere Verdienste unter feindlicher Waffenwirkung oder in der militärischen Kriegsführung ausgezeichnet wurden. Manfred Pohl sprach in seinem Buch davon, dass Kurt Neven DuMont diese Auszeichnung wahrscheinlich für seinen Einsatz beim Löschen von Bränden im Verlagshaus nach Bombenangriffen auf Köln erhielt.

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