Erinnert ihr euch noch an „Wir sind DuMont“? Respekt, Verantwortung …

kbr311029016Liebe Kolleginnen und Kollegen,

erinnert ihr Euch noch an die inständigen Bitten der Geschäftsführungen, wir mögen uns doch bitte mit unseren Selbstporträts an der Kampagne „Wir sind DuMont“ beteiligen? Die letzten dieser Aufforderungen kamen bereits zu einer Zeit, als das Unternehmen längst beschlossen hatte, Dutzende von uns auf die Straße zu setzen. Erinnert ihr euch noch an die schönen Unternehmensgrundsätze von DuMont: Transparenz, Ehrlichkeit, Verbindlichkeit? Wie tief ist dieser Konzern gesunken.

Die inhaltlichen und organisatorischen Planungen und Vorbereitung der vorgestellten Veränderungen erfolgte ohne die Betriebsräte in die Planungen einzubeziehen und mit ihnen zu beraten – wie durch das Betriebsverfassungsgesetz vorgeschrieben. Wie wollen unsere Zeitungstitel zukünftig sich glaubhaft für die Belange der Arbeitenden und Hilfebedürftigen in Berlin und Brandenburg einsetzen, wenn im eigenen Hause die Grundprinzipien der Mitbestimmung ignoriert und die Arbeitnehmervertretungen ausgegrenzt werden? Weiterlesen

Tagesspiegel-Chefredakteur polemisiert gegen DuMont-Aufsichtsratsmitglied Kilz

Hans-Werner Kilz, Aufsichtsrat-Mitglied der DuMont Mediengruppe, hat in einem Interview auf kress.de noch einmal den Stellenabbau in den beiden Redaktionen „Berliner Zeitung“ und „Berliner Kurier“ erläutert bzw. gerechtfertigt. Man stelle sich bei denen, die man abbauen will, der sozialen Verantwortung. Die 50 Stellen, die man in den Redaktionen abbaut, werden zur Stärkung der Zeitung führen. Die neue Strategie  ist finanziell gut ausstattet. „Wir wollen den Standort Berlin behalten und stärken. Das ist kein Sparprogramm, auch wennmaroldt der Unsinn dauernd geschrieben wird. Außerdem macht es mehr Spaß, für eine Zeitung zu arbeiten, die Geld verdient und nicht verliert.“  Das führte u.a. auf Twitter zu Reaktionen. So sagte der Chefredakteur des Tagesspiegel, Lorenz Maroldt: Für Kilz sind 50 Stellen kein Sparprogramm. „Und schon ist die Erde wieder eine Scheibe.“  Weiterlesen

Kommentarfunktion der Berliner Zeitung zu „In eigener Sache“ gesperrt

nimbus-image-1477671293373Nach Darstellung des Handelsblatts in ihrer heutigen Online-Ausgabe hat die Berliner Zeitung auf ihrer Homepage den Text zum redaktionellen Umbau für Kommentare gesperrt,“wohl um einen möglichen Shitstorm zu vermeiden.“ Aufgegriffen wird auch ein Abschnitt in der Presse-Erklärung von DuMont: „Der Verlag habe beschlossen, ‚eine neue Gesellschaft zu gründen, die Berliner Newsroom GmbH, an der sich über eine Zwischenholding neben der DuMont Mediengruppe auch digitale Experten als Gesellschafter beteiligen können‘, heißt es dort. Eine Recherche im Handelsregister ergibt, dass die Zwischenholding als Newsroom Holding GmbH & Co. KG firmiert und ihren Sitz in Köln hat. Ihre bislang einzige Tochter ist die Berliner Newsroom GmbH, deren juristischer Sitz ebenfalls Köln ist. Weiterlesen

Bezirksbürgermeisterin aus Lichtenberg: Wie soll Angebotsreduzierung zu mehr Nachfrage führen?

downloadDie Bezirksbügermeisterin von Berlin-Lichenberg, Birgit Monteiro, der SPD-Fraktionsvorsitzende, Kevin Hönicke und Ole Kreins, SPD-Kreisvorsitzender für Berlin-Lichtenberg, haben sich zu den Entscheidungen von DuMont im Berliner Verlag öffentlich geäußert. Für sie sind neben journalistischen Fragen auch die Auswirkungen für die Beschäftigten erschreckend. Hier die Erklärung im Wortlaut: Weiterlesen

„Man behandelt die Journalisten der Redaktionen so, als hätte man sie nie vorher gesehen“

Die Abendschau des rbb informierte gestern Abend über den Mittagsprotest vor dem Gebäude des Berliner Verlages. Claudia Wilms, Redakteurin des Berliner Kurier: „Wir hatten schon tiefe Einschnitte beim Berliner Kurier gehabt. Der geplante Abbau von 15 Redaktionsstellen ist brutal.“ Frederik Bombosch, Redakteur der Berliner Zeitung: „Die Leute werden in einer neues Gesellschaft angestellt. Das bedeutet, dass Menschen, die seit 10, 15, 20 Jahren oder noch länger  hier engagiert für ihre Zeitung, für ihre Leser arbeiten, sollen sich neu um ihren Job bewerben. Sie werden behandelt, als hat man sie nie vorher gesehen.“

Geschäftsführer Kauerauf: Hier in Berlin werden viele Millionen investiert

Die Abendschau des rrb hat gestern über die geplanten Veränderungen im Berliner Verlag, den Stellenabbau, die erste Sorgen und die Planungen des Unternehmens für die Zukunft berichtet. Jens Kauerauf, Geschäftsführer des Berliner Verlags sagte dem Sender, dass hier Millionen investiert werden. „Das ist ein tolles Gebäude. Mit tollen neuen Strukturen und das sind viele Millionen, die da investiert werden. da muss man auch mal an dieser Stelle sagen.“

Alfred Neven DuMont hätte seine Redakteure niemals auf die Straße gesetzt!

Auf horizont.net beschäftigt sich Uwe Vorkötter mit der gestrigen Verkündung von DuMont im Berliner Verlag und bringt die Absicht des Management auf den Punkt: „Hinter einem schrecklich verquasten Technokraten-Sprech von Disruption und Content und Echtzeitanalyse und Storytelling und Nutzerorientierung versucht ein ehemals stolzes Verlagshaus diese Botschaft zu verstecken: DuMont setzt die  Redakteure von „Berliner Zeitung“ und „Berliner Kurier“ auf die Straße. Alle. Ohne Ausnahme. Wer danach noch Lust hat, für seine Zeitung zu arbeiten, kann sich bei einer neuen Firma bewerben, die künftig die Titel produziert.“ Er spricht von einem nötigen Anstand gegenüber den Mitarbeitern, der wohl fehle. „Geschäftsaufgabe, alles muss raus, Ramschverkauf – und an der nächsten Ecke eröffnen wir die nächste Bude.“ Am Schluss bezieht er sich noch einmal auf Alfred Neven DuMont: “ Seine Redaktionen aber hätte er niemals auf die Straße gesetzt. Weil er ihre Arbeit schätzte. „

„Heute feiern – morgen feuern“ Aktion von DuMont-Feier im Berliner Palazzo

Anlässlich der Feier der DuMont Mediengruppe zum 25jährigen erscheinen des Berliner Abendblatts im Palazzo wurden die Gäste  mit einem Flugblatt begrüßt: „Heute feiern – morgen feuern.“ Bezugspunkt war die am Vormittag angekündigte Zusammenlegung von Berliner Zeitung und Berliner Kurier in einer neuen Gesellschaft, um über diesen Weg ein Drittel der Belegschaft in den Redaktionen abzubauen. Hier der Wortlaut: Weiterlesen

Bundestagsabgeordnete Rößner: Trend zu weniger Journalismus

Die Bundestagsabgeordnete von Bündnis 90/Die Grünen, Tabea Rößner, warnt vor den möglichen Folgen der DuMont-Entscheidung in Berlin für den Journalismus. „Der Trend zu immer weniger regionalem Journalismus, Zusammenlegung von Redaktionen, Abbau von Stellen und schlechter Bezahlung bedeutet immer weniger Vielfalt. Es braucht daher Ideen und Maßnahmen, wie ein regionales journalistisches Angebot und damit die Vielfalt der Berichterstattung auch in Zukunft erhalten werden kann. Ich hoffe, dass DuMont seine Verantwortung wahrnimmt und wünsche den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern alles Gute und viel Kraft für die bevorstehende Zeit.“

taz: Unwürdig und respektlos

Die taz kommentiert die Ankündigun von DuMont, für die Berliner Zeitung und Berliner Kurier eine neue Redaktionsgesellschaft zu gründen, in deren Entstehungsprozess Redakteure ausgesiebt werden sollen, als unwürdig und respektlos gegenüber den Journalisten. „Jetzt gründet der Verlag eine neue Firma, auf deren Jobs sich die altgedienten Mitarbeiter neu bewerben müssen. Journalisten, die teils seit Jahrzehnten in der Redaktion arbeiten, müssen nun hoffen, von ihrer alten Zeitung wieder eingestellt zu werden. Mindestens 50 Leute werden keine Stelle bekommen – und das in einer Zeit, in der die Jobs für Journalisten, selbst für sehr erfahrene, rar sind.“

Betriebsrat Rheinische Redaktionsgemeinschaftt Köln: Perspektive Existenzangst

Der Betriebsrat der Rheinischen Redaktionsgemeinschaft (RRG), ein Redaktionsunternehmen des Heinen Verlages und der DuMont Mediengruppe für die Lokalredaktionen vom Kölner Stadt Anzeiger und Kölnische Rundschau im Rheinland wendet sich an den Berliner Betriebsrat. Er äußert seine Meinung zu der inhaltlichen Planung und der Ausgliederung durch die Gründung einer neuen Redaktionsgesellschaft Berliner Newsroom. Weiterlesen

Fraktionsvorsitzende der SPD, Linke und Bündnis90/Die Grünen zum Berliner Verlag

fraktrionenSolidarität mit den Beschäftigten des Berliner Verlags

Medienberichten zufolge soll im Zuge der Umstrukturierung des Medienunternehmens DuMont die Belegschaft der Berliner Zeitung und des Berliner Kuriers drastisch reduziert werden. Dazu erklären die Fraktionsvorsitzenden Raed Saleh (SPD-Fraktion), Carola Bluhm und Udo Wolf (Fraktion DIE LINKE) sowie Ramona Pop und Antje Kapek (Fraktion Bündnis 90/ Die Grünen): Weiterlesen

Regierender Bürgermeister Michael Müller sieht die Entwicklung in der Berliner Zeitung/Berliner Kurier mit Besorgnis

muellerDer Regierende Bürgermeister von Berlin, Michael Müller, hat die aktuellen Entwicklungen bei den Berliner Tageszeitungen „Berliner Zeitung“ und „Berliner Kurier“ mit Besorgnis zur Kenntnis genommen.

Müller: „Die Redakteurinnen und Redakteure der ‚Berliner Zeitung‘ und des ‚Berliner Kurier‘ befinden sich infolge der heute in Köln vom Medienhaus DuMont mitgeteilten Pläne in einer sehr ernsten Lage. Die Belegschaften haben seit Jahren getan, was in ihren Möglichkeiten lag: Sie haben großes persönliches Engagement für ihre Blätter gezeigt und haben tagtäglich qualitätvollen, modernen und kritischen Journalismus gemacht. Ich erwarte, dass der Verlag seine Fürsorgepflicht ernst nimmt und dass für die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter ein guter und sozial verträglicher Weg gefunden wird, der ihrer aus diesen Veränderungen resultierenden schwierige Situation gerecht wird.“ Weiterlesen

JVBB kritisiert Schließung des Berliner Verlags

jvbbDie Schließung von Berliner Zeitung und Berliner Kurier ist nach Auffassung des Journalistenverbandes Berlin-Brandenburg (JVBB) im DJV der seit langem absehbare und jetzt offenbarte Bankrott der bisherigen Verlagspolitik. Der JVBB-Vorsitzende Hans-Peter Buschheuer erklärt dazu: „Viele Jahre lang haben wechselnde Eigentümer wie Verlagsmanager mit inhaltsleeren Parolen wie „Perspektive Wachstum“ und „Schwarze Null“ vor sich hin gewerkelt. Umso planvoller erscheint jetzt ihr Versuch, einen Großteil der Belegschaften auf einen Schlag kostengünstig loszuwerden.“

Völlig im Dunkeln bleibt nach Auffassung des JVBB, wie künftig eine aus zwei Belegschaften zusammengewürfelte und um ein Drittel reduzierte Redaktion zwei unterschiedliche Zeitungen auf dem ohnehin schon beschädigten Qualitätsniveau produzieren soll. Buschheuer: „Man kann sich fragen, ob dieser angebliche Befreiungsschlag nicht eher den Anfang vom Ende für beide Zeitungen bedeutet.“ Weiterlesen

Soli-Adresse Betriebsrat Hamburger Morgenpost zum Stellenabbau und Umbau

Mit Traurigkeit und Empörung haben wir heute die Erklärungen von DuMont zum “Neustart in Berlin” zur Kenntnis genommen. Es ist nicht richtig, was bei Euch geplant wird! Nach der Insolvenz der Frankfurter Rundschau und der Abendzeitung München, dem Aus der kompletten Redaktion der Westfälischen Rundschau durch Fremddienstleister sowie der Einstellung der FTD ist das seit längerem eine der größten Abbau-Welle. Es geht nicht nur alleine darum, dass man sich eine wirtschaftliche Perspektive für den Berliner Verlag erarbeitet. Aus Angst vor der Zukunft wird ein Abbau betrieben, der die ganze Verunsicherung der Zeitungsbranche zum Ausdruck bringt: Man weiß im Print nicht mehr weiter, im Digitalen  ist DuMont immer noch in der Ausprobierphase –  25 Jahre nach der Begründung des Web. Weiterlesen

DJV: Aderlass bei DuMont ist Desaster für Journalisten

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Der Deutsche Journalisten-Verband kritisiert die geplanten Umstrukturierungen in der Mediengruppe DuMont als „Desaster für die betroffenen Journalistinnen und Journalisten und als Bankrotterklärung des Managements“. Zuvor hatte DuMont am heutigen Donnerstag bekannt gegeben, einen neuen Newsroom aufzubauen, dessen Journalisten die Berliner Zeitung und den Berliner Kurier produzieren sollen. Dafür seien 140 Stellen vorgesehen, heißt es. Rechnerisch sollten so 50 Stellen wegfallen, über die die Geschäftsleitung mit dem Betriebsrat verhandeln wolle. „Die DuMont-Verantwortlichen setzen die Kolleginnen und Kollegen bei Berliner Zeitung und Kurier einem unerträglichen Druck aus, weil sich jeder für den Newsroom bewerben muss und völlig offen ist, wer übernommen wird“, kritisiert DJV- Bundesvorsitzender Frank Überall. Mit der Ankündigung, dass sich der Newsroom an die Tarifverträge anlehne, lasse sich DuMont alle Möglichkeiten offen, die Gehälter nach unten zu drücken. Weiterlesen