Joiz Chaos: DuMont hat „nicht mehr alle Tassen im Schrank“

Die Streit der beiden Joiz Deutschland Gesellschafter, Uwe Fabich und die DuMont Mediengruppe, eskaliert weiter. Offenbar will der neue Mehrheitsgesellschafter Uwe Fabich den Minderheitengesellschafter DuMont (20 Prozent) aus dem Unternehmen drängen. Laut Gründerszene.de soll es einen Briefwechsel geben, in dem „bezeichnet der neue Mehrheitseigner … die Anwälte seines Mitgesellschafters DuMont als „dümmste Vorgärtner“, die „nicht mehr alle Tassen im Schrank“ hätten. Des Weiteren fallen Begriffe wie „Aasgeier“ und „Bösewicht“. DuMont sei ein Dinosaurier der Medienbranche, so Fabich in einer Mail an die DuMont-Kanzlei Oppenhoff & Partner.“ Weitere „schmutzige“ Details werden publiziert:  U.a. soll DuMont auf die Abberufung der vorangegangenen Geschäftsführerin, Britta Schewe, gedrängt haben. Außerdem werden Fakten aus dem Kaufvertrag von Uwe Fabich wie der Kaufpreis von 20.000 € bekannt gemacht.

Es kommen weitere Details an die Öffentlichkeit, die den Streit der beiden Gesellschafter zum Ausdruck bringen sollen. Der angegebene Grund für die Abberufung des neuen Joiz-Geschäftsführer durch den Insolvenzverwalter von Joiz Schweiz und DuMont soll gewesen sein, dass er „weder eine Telefonnummer noch eine E-Mail-Adresse bekannt; auch den Mitarbeitern der Gesellschaft ist Herr Obermeier unbekannt“.

Über die wirtschaftliche Lage vom Joiz Deutschland schreibt die Gründerszene.de: „Wie aus dem Kaufvertrag hervorgeht – den Gründerszene einsehen konnte – , liegt der Preis für den 80 prozentigen Anteil an Joiz Germany bei gerade einmal 20.000 Euro. Minderheitseigner DuMont habe auf sein Vorkaufsrecht „nach wochenlanger Analyse“ verzichtet, schreibt Uwe Fabich in den internen Papieren, und schließlich dem Verkauf an ihn zugestimmt. Grund für den Verzicht dürften die Schulden gewesen sein, die mit dem Verkauf von Joiz Germany einhergingen. Im Kaufvertrag verpflichtet sich der neue Investor, offene Forderungen in Höhe von 934.178,16 Schweizer Franken zu übernehmen. Zudem soll die finanzielle Situation des Senders verheerend sein. In den Dokumenten wird der neue Mehrheitseigner Fabich zitiert, dass die monatlichen Einnahmen von Joiz Germany nach der Kündigung des RTL2-Formats „Hype“ bei weniger als 50.000 Euro liegen würden. Dem gegenüber benötige Joiz pro Monat „mindestens 150.000 Euro an neuem Cash, um zu überleben“, so Fabich. Der Sender generiere „so gut wie gar nichts“. Derzeit seien außer Gehalts- und Zinszahlungen an DuMont alle Cashflows gestoppt.“ 

Bei einer solchen Lage ist es klar, dass die Insolvenz folgt, alleine um die Schulden los zu werden. Die Gesellschafter werden sich auch künftig streiten.

Aus dem Streit wird aber auch sichtbar, das DuMont Joiz Deutschland finanzielle Mittel zur Verfügung gestellt haben muss, da es noch Zinszahlen an die Mediengruppe gibt. 

Die Darstellung von DuMont bezüglich der Zusammenarbeit im Videobereich der Gruppe erscheint auch mehr als zweifelhaft. Vorstandschef Bauer hatte noch zu Beginn des Jahres davon gesprochen, dass Joiz Deutschland ein Standbein in der digitalen Strategie von DuMont darstelle, wie auch Popula. 

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