Der Umzug in Berlin startet am 7. Dezember

Ende Oktober 2016 wollen der DuMont Vorstand und die Berliner Geschäftsleitung die Umzugspläne und die neue Organisation der redaktionellen Prozesse in Berlin verkünden. Jetzt ist bekannt geworden, dass der Umzug am 7. Dezember 2016 beginnen soll. Der Umzugsbeauftragte des Unternehmens will das Datum nicht bestätigen, obwohl es dafür schon eine Planung gibt. In seiner jüngsten Veröffentlichung schreibt der Konzernbetriebsrat des Berliner Verlages, dass auch die Bezugspläne für das neue Gebäude stehen. Die Geschäftsleitung argumentiert immer, dass vorher die redaktionelle Planung stehen sollte, doch die Umbauarbeiten am neuen Gebäudes haben schon begonnen. Hier das KBR-Info im Wortlaut:

Am 7. Dezember 2016 beginnt der Umzug in Berlin. „Dann nämlich soll die „erste Unit“ ins neue Haus an der Alten Jakobstraße einziehen. Der zweite Schub soll dann am 5. Januar folgen.

Woher wir das wissen? Von der Geschäftsführung jedenfalls nicht. Ihr externer Beauftragter hat den Betriebsräten gegenüber erklärt, ihm sei von diesen Terminen nichts bekannt. Doch zum Glück sind andere Mitarbeiter hier am Standort Berlin offenbar besser informiert, bei ihnen wurden diese Daten schon als Tatsachen verkündet.

Wem das merkwürdig scheint, für den haben wir gleich noch eine zweite Nachricht, auch sie ist top-exklusiv:

Die Bezugspläne für das neue Haus sind fertig!

Auch das ist keine Information der Geschäftsführung, sondern nur eine Schlussfolgerung der Betriebsräte. Hier die Fakten:

Den Betriebsräten wurde ein ums andere Mal versichert, es stehe noch nicht fest, wer wo einziehen wird. Diese Entscheidungen würden erst getroffen, wenn das „Redaktionsprojekt“ für Berliner Kurier und Berliner Zeitung beschlossene Sache sei. Dann würden die vom Betriebsverfassungsgesetz vorgeschriebenen Beratungen zwischen den Betriebsparteien aufgenommen, und erst dann werde entschieden, was auf jeder Etage mit den Halb-Etagen links und rechts der Brandmauer geschehen werde: Wie groß die Großräume blieben, wo Einzelbüros oder kleinere Mehrpersonenräume entstünden, und so weiter.

Wie sich jeder selbst überzeugen kann, der am neuen Haus vorbeigeht, sind jedoch in mehreren Etagen längst Zwischenwände eingezogen worden. Es sind also vollendete Tatsachen geschaffen worden, und gewiss nicht einfach so ins Blaue, ohne zu wissen, wer dort arbeiten soll. Als der externe Beauftragte der Geschäftsführung von den Betriebsräten damit konfrontiert wurde, bestritt er dreimal ausdrücklich, dass es diese Wände gebe. Eine geschlagene Woche verging, bis er das nicht mehr zu Leugnende anerkannte.

Auf die ausstehenden Informationen, wer wo einziehen soll und welche Raumaufteilung der Geschäftsführung vorschwebt, warten die Betriebsräte noch immer.

Für die Beschäftigten wie für die Geschäftsführung gleichermaßen von Bedeutung sollte Nachricht Nummer drei sein:

Dass es im neuen Haus eng werden wird, ist hinlänglich bekannt. In den Redaktionen von Berliner Kurier und Berliner Zeitung hat der Betriebsrat deshalb die Initiative ergriffen und im August eine Umfrage gestartet, wieviel Platz mindestens für die Arbeitsunterlagen benötigt wird.

90 Kolleginnen und Kollegen haben sich bisher beteiligt (fast täglich treffen noch Nachmeldungen ein), ganze Ressorts haben ihre Anforderungen gesammelt. Das Ergebnis: Nicht alle, aber doch die allermeisten Kollegen dort brauchen erheblichen Stauraum; brauchen Schränke oder Regale, die in den bisherigen Planungen nur in Teilen berücksichtigt sind. Darüber hinaus haben rund 85 Prozent der Kolleginnen und Kollegen angegeben, dass sie unbedingt wieder einen Rollcontainer benötigen.

Rollcontainer kommen in den Plänen der Geschäftsführung bisher nicht vor. Aber die eigentlichen Beratungen zwischen den Betriebsparteien über die Möblierung kommen ja erst noch – nämlich dann, wenn der künftige Workflow bekannt ist und damit auch konkrete Planungen möglich werden.

Kaum noch überraschen dürfte Nachricht Nummer vier:

Die Callcenter dürfen nicht mit umziehen ins neue Haus

DuMont Dialog und DuMont Process sollen definitiv an einem anderen Ort mit niedrigeren Büromieten untergebracht werden, das hat Geschäftsführer Michael Braun vor Betriebsräten erklärt. Wo, das ist bislang unbekannt. Es zeichnet sich aber ab, dass die Kolleginnen und Kollegen dort unter sehr viel schlechteren Bedingungen arbeiten sollen als diejenigen, die an die Alte Jakobstraße umziehen: Herr Braun hat erklärt, in den Callcentern reichten 3,85 Quadratmeter Bürofläche pro Arbeitsplatz.

Wer nachschlagen mag: Laut Arbeitsstättenverordnung sind mindestens acht Quadratmeter pro Arbeitsplatz vorgeschrieben. Beim externen Beauftragten der Geschäftsführung haben wir zudem nachgefragt, ob die neuen Möbel, die für die Alte Jakobstraße eingeplant sind, auch für die Callcenter zur Verfügung stehen werden. Nein, lautete die Antwort.

 Ebenfalls nicht wirklich neu, aber dennoch von drängender Aktualität ist die fünfte Nachricht:

Das neue Haus ist definitiv zu klein für uns – jedenfalls für die Belegschaften, die bisher Tag für Tag für DuMont ihr Bestes geben. Als wir vor mehreren Monaten vorrechneten, dass im neuen Gebäude Platz für maximal 80 Arbeitsplätze pro Etage ist, zog die Geschäftsführung diese Zahl noch in Zweifel. Nun hat sie den Betriebsräten einen ersten konkreten Plan für die Nutzung eines Geschosses vorgelegt, noch ohne jede Angabe, welcher Betrieb gemeint sein könnte. Dort sind tatsächlich 79 Arbeitsplätze verzeichnet. Multipliziert mit fünf Etagen, ergibt das 395 Arbeitsplätze.

Berücksichtigt man, dass Geschäftsführer, Chefredakteure und auch Betriebsräte Anspruch auf etwas mehr Platz haben als nur auf einen Stuhl am langen Tisch im Großraum, dann ergibt sich eine Größenordnung von vielleicht 380 Arbeitsplätzen im neuen Haus. Auch wenn wir die Kolleginnen und Kollegen aus den Callcentern nicht mit einbeziehen, kommen wir jedoch auf derzeit rund 470 Beschäftigte, für die Platz in der Alten Jakobstraße gebraucht wird.

Maximal 380 Arbeitsplätze für 470 Kolleginnen und Kollegen – diese Differenz steht uns vor Augen, wenn über den nahenden Umzug gesprochen wird.

Die Geschäftsführung hat uns in den vergangenen Wochen zum Teil sehr ausführlich über Raumakustik, Tischmodelle und Teppichfarben informiert. Das ist auch notwendig, keine Frage. Aber die Prioritäten sind andere!“

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