MOPO: Keine Altersteilzeit, weil man erst einmal abbauen will?

hamburgermorgenpostNach Darstellung des Betriebsrat der Hamburger Morgenpost wird das Tarifverhandlungsergebnis zur Altersteilzeit verschleppt, schreibt er in seiner jüngsten Veröffentlichung. Mit Hinweis auf die Abbauüberlegungen in Berlin und Köln wird vom ihm argumentiert, dass man bei DuMont wohl eher den schnellen Abbau von Stellen wolle statt den über die Zeitschiene. Hier das Info im Wortlaut:

Bisher hat sich die MOPO-Geschäftsleitung trotz Nachfrage nicht zu dem Verhandlungsergebnis über einen Tarifvertrag zur Altersteilzeit vom 31. Mai 2016 mit ver.di und dem DJV abschließend geäußert. Man ist seit 3 ½ Monaten in Abstimmung in der DuMont Gruppe. Damals war man auseinander gegangen, um noch einmal den Text redaktionell abzuklären. Der Betriebsrat der Hamburger Morgenpost geht davon aus, dass die Geschäftsleitung Zeit gewinnen (will), bis es einen mit dem DuMont-Vorstand abgestimmten Vorschlag zur agilen Redaktion gibt. Wir glauben aber auch, dass man im Rahmen der weiteren Abbau-Programme in der DuMont Mediengruppe keine eigenständige Lösung in Hamburg will.

Im Express sollen die Layouter abgebaut werden

Die bisherigen Verhandlungen im Express um den Stellenabbau der Layouter bestätigen uns in unserer Annahme. In Köln hatte man im April 2016 im Zusammenhang mit der Umstellung der Produktion von Print und Online auf eine gemeinsam Publikationsstrategie entschieden, dass Layout komplett abzubauen. „Der Ressortleiter, die stellvertretende Ressortleiterin, der Artdirector und zwei Produktionsredakteure sollen weiterbeschäftigt werden. Den anderen zehn Kolleginnen und Kollegen droht die Kündigung”, schrieb der Kölner MDS-Betriebsrat über die personellen Folgen dieser Vorgehensweise. Bisher hat es keine Einigung über einen Sozialplan gegeben. Eine Altersteilzeitregelung ist dabei vom Unternehmen nicht vorgesehen.

Im Berliner Verlag plant man schmerzhafte Maßnahmen

Im Berliner Verlag stehen „schmerzliche Einschnitte” an, man will die Redaktion umstrukturieren – wie bei uns. Man will im Verlagsbereich mit den bisherigen konkurrierenden Wettbewerbern zusammenarbeiten. Dies wäre in etwa so, als wenn die Hamburg Morgenpost (DuMont), die Welt Hamburg(Axel Springer) und das Hamburger Abendblatt/ Bergedorfer Zeitung (Funke) über eine gemeinsame Verlagsstruktur nachdenken. DuMont will auch in der Gesamtgruppe die zentralen Verlagsservices optimieren, was ebenfalls Arbeitsplätze in Berlin oder Köln, aber auch bei uns in Hamburg, kosten kann. Wir gehen davon aus, dass man bei DuMont ein größeres Personalabbau-Programm plant und keine große Debatte um Altersteilzeit will. Man will schnell die Stellen abbauen, nicht erst drei Jahre warten.

Ginge es nach uns, gebe es seit 2012 einen solchen Altersteilzeit-Tarifvertrag. Verschiedentlich hätten dann Arbeitnehmer seit dem davon Gebrauch gemacht und es gebe heute eine andere Situation. Würde das Verhandlungsergebnis vom 31. Mai 2016 jetzt wirksam sein, könnte der Tarifvertrag für 20 Kolleginnen und Kollegen die Frage bewirken, will ich früher aussteigen? Als Betriebsrat haben wir in die Verhandlungen über die Altersteilzeit hinaus auch die Idee eingebracht, dass es eine Art freiwilliges Abfindungsangebot gibt, für die, die kurzfristig aussteigen wollen. Dabei bezogen wir uns auf den Sozialplan von 2015. Doch das wurde von der Geschäftsleitung abgelehnt. D.h. neben der Möglichkeit der Altersteilzeit gebe es auch einen schnelleren Ausstieg. Das ist Teil unserer entwickelten Strategie eines sozialverträglichen Umbaus in der Beschäftigung hier in der Griegstraße.

Es geht nur zusammen in die Zukunft

Die MOPO ist im Umbruch, sei es die digitale Zeitungsproduktion, sei es, neue Erlösquellen außerhalb des klassischen Geschäfts oder sei es im Personal. Unsere Beschäftigungs- und Zukunftsstrategie als Betriebsrat ist klar: Wir wollen keine Abbau, sondern Umbau und Erschließung von Personalpotential über einen sozialverträglichen Weg, hinzu einer neuen Redaktion, die Print und Online zusammen gestaltet und dabei ihre Identität als wahrt. Wir wollen den Umbau durch Qualifizierung und Beteiligung der Redaktion, keinen Weg der Verkündung. Wir glauben, dass es viel Potential im Hause gibt, die man aber nicht erschließen will, weil man vorgefertigte Meinungen hat. Das kann man durch eine vernünftige Bedarfsermittlung der Qualifizierung erfragen. Transparenz und eine Kommunikation, die die Redakteurinnen und Redakteure mit auf die Ebene der Entscheidung hebt, ist unser Ansatz. Wir wollen nicht, dass alle überlastet sind, sondern durch die Beteiligung der Redaktion eine sinnvolle Struktur zu schaffen, die Platz schafft, unnötige Dinge zu beenden, weil sie unwichtig sind. Wir wollen, dass die Zeit, die man sich  Übermaßen einbringt, auch als Freizeit wiederfindet. Wir wollen keine Einsatzplanung bei der „agilen Redaktion“ wie in einer Legebatterie, es geht um die Zusammenarbeit um den Inhalt, nicht dessen Produktion.

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