Betriebsrat Berliner Verlag reagiert auf mögliche Mantellieferung

brblv0209Der Betriebsrat des Berliner Verlages hat auf die Medienberichterstattung über einen mögliche Mantellieferung oder von Teilen durch die Funke Mediengruppe reagiert. Er erinnert an ein Interview mit dem Aufsichtsratsvorsitzenden der DuMont Mediengruppe, Christian DuMont Schütte, mit der Süddeutschen aus 2015, in dem er davon sprach, dass im Kooperationsprozess in Berlin die Redaktionen unabhängig bleiben müssen. Der Betriebsrat verweist noch einmal auf die kommenden Betriebsversammlung am Montag. Auch der Redaktionsausschuss der Berliner Zeitung hat auf die Medienveröffentlichung reagiert. Im Folgenden der Wortlaut des Betriebsrats-Infos.

Liebe Kolleginnen, liebe Kollegen,

das Handelsblatt berichtet soeben in seiner Medienmacher-Kolumne, dass DuMont mit der Funke-Gruppe (WAZ, Berliner Morgenpost u.a.) im Gespräch ist:

„Die überregionale Berichterstattung … könnte bei DuMonts deutschen Tageszeitungen demnächst von einem Wettbewerber kommen“ steht dort. Die Berliner Zentralredaktion von Funke, eine Art erweiterte Hauptstadtredaktion mit etwa 50 Mitarbeitern und Sitz an der Friedrichstraße, könnte unsere  Belieferung übernehmen.

Wir können Euch noch nicht sagen, ob die Nachricht stimmt. Wir fordern Klarheit, die Geschäftsführung ist dringend in der Pflicht. Sie muss uns rasch erklären, ob es so kommt, wie das Handelsblatt schreibt. So lange die Geschäftsführung schweigt, müssen wir alles für möglich halten.

Es steht für uns außer Frage, dass sich im digitalen Zeitalter auch unsere Blätter verändern müssen, und wenn eine engere Zusammenarbeit zwischen Berliner Zeitung und Berliner Kurier dabei hilfreich sein kann, werden wir uns dem nicht verschließen. Der Kern der Berliner Zeitung aber ist ihre redaktionelle Gesamtleistung, ist ihr Beitrag zur Meinungsbildung der Berlinerinnen und Berliner.

Für uns gibt es deshalb ein Prinzip, an dem nicht gerüttelt werden darf: Die Berliner Zeitung muss von der Redaktion der Berliner Zeitung erstellt werden. Sie muss unverwechselbar sein. Ist sie es nicht mehr, macht sie sich überflüssig. Die Leser in Berlin, die aus gutem Grund Berliner Zeitung lesen und nicht Berliner Morgenpost oder Tagesspiegel, würden es uns nicht verzeihen.

DuMont schreibt in seinen Unternehmensgrundsätzen, dass auf DuMont “jederzeit Verlass” ist. Das nehmen wir wörtlich. Im Interview mit der Süddeutschen Zeitung hat Christian DuMont Schütte zu möglichen Kooperationen in Berlin erklärt: “Eine Lösung, die es allen leichter machen würde, wäre eine Zusammenarbeit beispielsweise in der Technik, beim Anzeigenverkauf und in der Buchhaltung – also überall, nur nicht im Publizistischen, die Redaktionen müssen unabhängig bleiben.”

Eine Fremdvergabe ganzer redaktioneller Bereiche an Funke, einen unmittelbaren Mitbewerber auf dem Berliner Markt, wäre mit dieser Haltung unvereinbar. Obendrein widerspräche sie dem unverändert gültigen Redaktionsstatut, in dem die Redaktion der Berliner Zeitung als Vollredaktion definiert wird.

Für Montag haben wir Euch zur Betriebsversammlung eingeladen, wir wollten eigentlich nur über den Umzug reden. Nun ist ein zweites Thema hinzugekommen. Wir werden die Geschäftsführung und die Chefredakteure bitten, zur Betriebsversammlung zu kommen und zu erklären, was Sache ist. Wir haben genug von der Geheimniskrämerei.

Euer Betriebsrat

 

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