Mitte Oktober sollen Umzugsplanungen im Berliner Verlag feststehen

Der Konzernbetriebsrat des Berliner Verlages beschäftigt sich in seiner neuesten Information mit der IT-Strategie von DuMont und den Folgen sowohl für die ITler im Berliner Verlag, aber auch die Beschäftigten, die bisher von den IT-Leistungen und deren Betreuung profitiert haben. Zu Beginn wird aber darüber informiert, dass Mitte Oktober die Planungen für den Umzug im Berliner Verlag feststehen sollen und klar werden dürfte, wer seinen Weg ins neue Verlagsgebäude findet und wer nicht. Hier das Info.
Seit der Verkündung des Umzugs in das neue Verlagshaus Alte Jakobstraße herrscht Rätselraten, welche Unternehmen unser Verlagsgruppe und der anderen DuMont-Töchter tatsächlich dorthin umziehen und mit wie vielen Beschäftigten. Jetzt kündigte der Umzugsberater des Unternehmens an, dass die Planungen Mitte Oktober feststehen werden und dann mit den Betriebsräten verhandelt wird.

In den Wochen bis dahin wollen wir euch regelmäßig über die geplanten Umstrukturierungen der einzelnen Redaktionen und Verlagsbereiche in Berlin informieren. Unser Thema heute: Der Umbau in der IT im Konzern, die Konsequenzen für die Kolleginnen und Kollegen der DuMont Systems Berlin und die Auswirkungen auf alle Anwender in der Mediengruppe Berliner Verlag.

Was passiert bei DuMont Systems im Konzern und in Berlin?

Mit dem bevorstehenden Umzug vom Alexanderplatz in die Alte Jakobstraße wird auch der gesamte IT-Bereich in Berlin grundsätzlich neu aufgestellt. Den Rahmen dafür bilden aber nicht die speziellen Anforderungen oder Bedürfnisse der Betriebe hier am Standort. Die Veränderungen in Berlin sind vielmehr Teil einer generellen Neustrukturierung der IT im Konzern.

DuMont Systems insgesamt mit seiner Zentrale in Köln und seinen Zweigstellen in Berlin, Hamburg und Halle soll die Kosten reduzieren. Dafür sollen noch mehr Dienstleistungen als bisher in Köln zentralisiert oder an konzernfremde Anbieter vergeben werden. Zu diesem Zweck wird Hard- und Software weiter standardisiert und vereinheitlicht und in kleine Häppchen aufgeteilt. Je höher die Standardisierung, umso weniger standortbezogene Lösungen gibt es. Zusätzlicher Effekt: Umso weniger Arbeitskräfte in der IT werden an den einzelnen Standorten benötigt. Bei DuMont Systems in Hamburg erhielt kürzlich bereits ein Kollege die betriebsbedingte Kündigung.

Bis 2010 hatte noch jeder Standort von DuMont sein eigenes Rechenzentrum. 2011 wurde die komplette IT in DuMont Systems zusammengefasst, Köln wurde zum zentralen Rechenzentrum. Jetzt folgt der nächste, folgenschwere Schritt: DuMont führt für die Verlagsanwendungen in den Bereichen Anzeigen und Vertrieb die neue Software Vi&Va ein – und betreut das Programm nicht mehr selbst, sondern vergibt den Auftrag an die Madsack-Gruppe in Hannover. Bei DuMont in Köln werden dann keine Server dafür mehr stehen.

Und es werden – auch bei uns in Berlin – keine Kolleginnen und Kollegen mehr gebraucht, die diese Arbeiten absichern und die Mitarbeiter betreuen. Diese Entwicklung wird vermutlich auch bei anderen IT-Dienstleistungen von DuMont weiter voranschreiten. Und, je mehr Aufgaben fremdvergeben werden, wie zuletzt auch Desk-Net, umso mehr schrumpfen die verbleibenden Rechenzentren in Berlin, Halle und Köln. Für DuMont Systems heißt das: Arbeitsplatzabbau.

Für die User sind diese Veränderungen nicht ohne weiteres sichtbar. Es bedeutet aber, dass die Daten, die sie an ihrem PC verarbeiten, auf Servern irgendwo auf der Welt liegen können. In Ländern mit anderen Datenschutzbestimmungen als hier in Deutschland.

Was bedeutet das für die IT-Kolleginnen und Kollegen in Berlin

Für die Betreuung der Verlagsanwendungen in den Bereichen Vertrieb und Anzeigen sind bei DuMont Systems bisher vier Kolleginnen und Kollegen eingesetzt. Wir müssen damit rechnen, dass ihre Stellen mit dem Wechsel zu Vi&Va weggespart werden.

Weitere Stellenstreichungen könnten folgen, wenn klar ist, wie Berliner Verlag, Berliner Morgenpost und Tagesspiegel künftig kooperieren. Auch aus diesem Prozess wird sich ergeben, wozu man DuMont Systems in Berlin noch benötigt. Bis zur geplanten Änderung des Kartellrechts halten sich die drei Verlage aber bedeckt.

Das gesamte Netzwerk wird heute von Köln aus betrieben und gesteuert. Zum Team gehören aber bislang auch zwei Kollegen aus Berlin. Die Leitung des Client-Server-Managements ist ebenfalls in Köln angesiedelt, auch in diesem Team gibt es einen Kollegen aus Berlin. Zuständig sind diese Kollegen unter anderem für die Bereitstellung von Software-Updates für alle PCs. Wie lange es diese Stellen (und damit im Fall der Fälle einen direkten Ansprechpartner für die Mitarbeiter) noch geben wird, ist unklar.

Für die Hilfe bei den täglichen Problemen mit dem PC, wie zum Beispiel Fragen zu Excel, Word oder Outlook, für die Lösung von Hardwareproblemen oder auch für Umzüge, ist innerhalb der DuMont Systems der Service Desk zuständig. Er ist bisher dezentral aufgebaut, auch drei Kolleginnen und Kollegen in Berlin gehören zu der Truppe. Auch ihre Arbeitsplätze sind in Gefahr, denn auch hier ist eine Zentralisierung in Köln im Gespräch.

Für die Betreuung unseres Redaktionssystems NGen sind in Berlin bisher zwei Kollegen im Einsatz. Aber diese Server stehen schon lange in Köln, und das NGen-Team hat auch Mitarbeiter in Köln und Halle. Noch verbietet unsere NGen-Betriebsvereinbarung, dass unsere Accounts von Köln aus ferngewartet werden. Nur die lokalen Administratoren haben ein Zugriffsrecht. Trotzdem ist die Gefahr greifbar, dass eine Umstrukturierung bei DuMont Systems auch diese beiden langjährigen Kollegen ihren Arbeitsplatz kosten könnte.

Bisher gibt es in Berlin eine eigene Telefon-Anlage. Seit langem wurde hier nicht mehr investiert. Nach dem Umzug soll es nach unseren Informationen keine eigene Anlage mehr geben. Entweder soll eine andere Telefon-Anlage von DuMont in Köln oder Halle mitgenutzt werden, oder die Telefonie soll als Dienstleistung von einer Fremdfirma erbracht werden. Unsere geltende Betriebsvereinbarung schiebt dem allen bisher einen Riegel vor. Aber machen wir uns nichts vor: Auch hier sind Arbeitsplätze in Gefahr.

Was bedeutet es für die anderen Kolleginnen und Kollegen in Berlin?

Wenn DuMont seine IT-Pläne umsetzt, werden wir in unserem täglichen Kampf mit den Macken der IT-Systeme künftig allein auf weiter Flur dastehen. Nicht mehr die vertrauten Kolleginnen und Kollegen, sondern anonyme Stimmen am anderen Ende einer Telefonleitung werden unsere Ansprechpartner sein.

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