Relocation Berlin: Wie DuMont aus einem Umzug ein Problem macht

Aus dem Umzug des Berliner Verlages 2017 macht die Geschäftsleitung ein Problem, in dem sie alle Informationen als Betriebsgeheimnis bezeichnet, so die Darstellung des Betriebsrats in seiner jüngsten Veröffentlichung: „… von der Farbe der Wände über die mögliche Anordnung der Tische im Großraum bis hin zu der Frage, ob und wenn ja, welche Schränke es künftig für unsere Arbeitsunterlagen noch geben wird.“ Vor allem aber werden auf alle Kernfragen des Umzug, welche Firmen ziehen um, wo soll es ein Desk Sharing geben u.a.m. keine Antwort gegeben. Hier das Betriebsrats-Info im Wortlaut: Der Umzug in die Alte Jakobstraße wirft seine Schatten voraus. In zwei Terminen im Juli hat (der) Umzugsbeauftragter die Betriebsräte über erste Planungen informiert. Weitere Runden dieser Art werden folgen, die nächste Ende des Monats. Was können wir Euch mitteilen? Wenig, viel zu wenig.


• Wir haben Aufklärung darüber verlangt, welche Betriebe im neuen Haus untergebracht werden sollen und welche nicht. Dazu schweigt die Geschäftsführung, kann angeblich derzeit dazu nichts sagen.
• Wir haben Aufklärung darüber verlangt, ob im Zusammenhang mit dem künftigen Redaktionskonzept ein Abbau von Arbeitsplätzen verbunden sein soll. Dazu schweigt die Geschäftsführung.
• Wir haben Aufklärung darüber verlangt, ob – und wenn ja, wie – die Redaktionen von Berliner Kurier und Berliner Zeitung und die Online- Redaktionen enger miteinander verzahnt werden sollen. Darüber schweigen sich die Geschäftsführung und die Arbeitsgruppe Thilo Knott, Elmar Jehn und Jochen Arntz aus, verweisen auf Oktober.
• Wir haben Aufklärung darüber verlangt, wie viel Raum den Redaktionen zur Verfügung stehen soll oder wie dieser Raum aufgeteilt werden soll. Auch dazu schweigt die Geschäftsführung.
• Wir haben Aufklärung darüber verlangt, in welchen Bereichen nach den Plänen der Arbeitgeberseite das sogenannte Desk Sharing angewendet werden soll, auf Deutsch gesagt: wem noch ein eigener Schreibtisch zustehen soll und wem nicht. Auch dazu Schweigen.

Wir glauben natürlich nicht, dass diese Fragen angeblich ungeklärt sind. Denn, wer für zehn Jahre ein Gebäude in der Größe mietet, weiß genau, wie viele Mitarbeiter unterzubringen sind. Und wer bereits Möbel und Teppiche für ein Gebäude aussucht, weiß genau, wie viele Redakteure wo sitzen und in welcher Struktur sie mit wem zusammenarbeiten sollen.

Für völlig inakzeptabel halten wir es zudem, dass die Geschäftsleitung praktisch alle konkret vorliegenden Angaben – von der Farbe der Wände über die mögliche Anordnung der Tische im Großraum bis hin zu der Frage, ob und wenn ja, welche Schränke es künftig für unsere Arbeitsunterlagen noch geben wird – pauschal zum Betriebsgeheimnis erklärt. Das ist aus unserer Sicht rechtlich unzulässig, weil es die Betriebsratsarbeit behindert. Denn wir wollen Euch natürlich über die anstehenden Veränderungen informieren, mit Euch darüber diskutieren und Eure Meinungen und Anstöße in den Planungsprozess mit einbringen. Wir haben deshalb dem Verlag rechtliche Schritte angekündigt, sollte diese Geheimniskrämerei nicht binnen einer Woche beendet werden.

Die Auskünfte, die wir bisher erhalten haben, weisen darauf hin, dass die Geschäftsführung sich in der Raumausnutzung an den gesetzlichen Mindest-Standards orientiert – an Standards also, die auch für jedes Büro einer Kfz-Werkstatt und für jede AOK-Filiale gelten.

Überhaupt noch nicht zu erkennen ist bisher, wie auf die spezifischen Anforderungen von Zeitungsredaktionen eingegangen werden soll; auf die Notwendigkeiten von Menschen, die nicht schematisch irgendwelche Akten abarbeiten, sondern einzeln und im Kollektiv mit höchster Konzentration und unter permanentem Zeitdruck recherchieren, die Ergebnisse reflektieren und ihre Erkenntnisse für jedermann verständlich in Text, Bild und Grafik formulieren müssen – und zwar jeden Tag aufs Neue.

Mit dem uns bisher vertrauten Arbeitsumfeld hat das neue Gebäude herzlich wenig gemeinsam. Auch im Vergleich zu den Kolleginnen und Kollegen in Halle und Köln müssen wir uns in jedem Fall auf weit beengtere Verhältnisse einstellen…“

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