DuMont-Bilanz 2015: Langfristige Schulden liegen noch bei 236 Mio. €

croppedimage520335-eBilanzDie DuMont Mediengruppe hatte 2015 nach eigenen Angaben 236 Mio. € langfristige Schulden. Das geht aus der Bilanz 2015 hervor. 2014 waren es noch 290 Mio. €. Der Konzernumsatz ist leicht gestiegen auf 546 Mio. € (+ 1,4 %). Die Anzeigenumsätze der Zeitungen gehen weiter zurück, die Vertriebsumsätze, bedingt durch die Erhöhung der Copy-Preise, steigen leicht. “Die Regionalmedien (u.a. Tageszeitungen, Kaufzeitungen, Anzeigenblätter, elektronische Medien, Ticketing & Events) erwirtschafteten im Geschäftsjahr insgesamt positive Ergebnisse, jedoch auf noch nicht akzeptablem Niveau.” Der Bundesanzeiger realisierte 93 Mio. € Umsatz. Mit 10,3 Mio. € Konzerngesamtergebnis verbesserte sich DuMont zum Vorjahr (2014 4,9 Mio. €). Die Eigenkapitalquote ist gestiegen, vor allem durch die Reduzierung der Bilanzsumme. Die Beschäftigtenzahl lag 2015 bei durchschnittlich 10.647 Arbeitnehmer (davon 7.271 Zusteller), 2014 waren es 11.134 (davon 7.867 Zusteller). Der Anteil des Online-Umsatzes der Zeitungen am Gesamtumsatz ist weiterhin bedeutungslos und liegt bei 3,1 % (2014 2,7 %).

Für 2016 geht man von einen Ergebnis auf dem Niveau von 2015 aus. Durch eine Steigerung des Online-Verkaufs und einer Vermarktungsoffensive will man gegen den Trend schwimmen, dass Produktportfolio in den regionalen Medienhäusern soll gestärkt bzw. geklärt werden. Die wirtschaftliche Erschließung „der letzten Meile“ zum Abonnenten via hybrider Zustellkonzepte will man weiter forcieren. In Halle hat man dies aufgebaut. Auch künftig ist mit einem Kostenabbau in 2016/2017 zu rechnen. Der Beschäftigtenabbau wird weiter anhalten.

Die Entwicklung der Zeitungen bleibt die Gretchenfrage für die Zukunft von DuMont
Die Zeitungen stellen das Kerngeschäft der DuMont Mediengruppe dar. Seit Jahren ist das Anzeigengeschäft rückläufig, die Vertriebsumsätze entwickeln sich auf Grund von Preiserhöhungen positiv. DuMont verweist in der Darstellung des Geschäftsverlauf 2015 darauf, dass der Umsatzwachs von 7 Millionen vor allem aus dem Vertriebsmarkt – der einzelnen Medienhäusern – und dem Bundesanzeiger kommt. Interpretiert man den “Geschäftsverkauf” aus der Bilanz 2015, dann besteht eine angespannte Lage im Zeitungsgeschäft. Das EBIT 2015 ist um rund 10 Mio. € auf 18,9 Mio. € zurückgegangen. Der Konzernjahresüberschuss liegt bei 7,1 Mio. €, im Vorjahr waren es noch 15,3 Mio. €. Das operative Geschäft (EBIT) der Mediengruppe bleibt unter Druck. Wenn man bedenkt, dass der Bundesanzeiger und die Rundfunkaktivitäten “solide” Ergebnisse abwerfen, dürfte ein starker Fokus auf den Zeitungen liegen, immerhin sind die das Kerngeschäft der Mediengruppe. Entweder wird dieser Geschäftsbereich auch operativ wieder erfolgreicher und profitabler oder es muss ein neues (profitables) Geschäft außerhalb der Zeitungen aufgebaut werden – zurzeit ist das noch nicht in Sicht. Eine andere Alternative ist ein weiterer Personalabbau in 2016/2017. Für Berlin ist das avisiert. 

Erstmals Reporting nach neuer Unternehmensstruktur
Erstmal berichtet DuMont auf Basis der neuen Unternehmensstruktur, den Zeitungen (regionale Medienhäusern), Bundesanzeiger (Fachmedien), den zentralen Diensten (Medien- und Management-Service) und dem Digitalbereich.

Die Zahlen können nicht mit den Geschäftsfelder des Vorjahres vergleichen werden, den ehemaligen Unternehmensbereichen Köln, Halle und Berlin/Hamburg und Beteiligungen. U.a. fließen die Umsätze der Druckereien in Köln, Halle und vermutlich Berlin nicht mehr in die Umsätze der Medienhäuser ein. Das gleiche gilt für Call-Center Umsätze/Ergebnisse in Berlin und Halle.

Medienhaus Rheinland
“Das Medienhaus Rheinland umfasst insgesamt 91 Tochter­, Gemeinschafts­- und assoziierte Unternehmen (davon konsolidiert: 37 Gesellschaften) mit rund 517 Mitarbeitern und einem anteiligen Außenumsatz von rund 186 Millionen Euro… Im Bereich der elektronischen Medien ist das Medienhaus an privaten NRW Radiostationen mehrheitlich beteiligt. Darunter fallen u.a. die Beteiligungen an Radio Köln, Radio Erft, Radio Euskirchen, Radio Leverkusen, Radio Berg und Radio Rur. Die Sender können auf ein erfolgreiches Geschäftsjahr 2015 zurück blicken und erwirtschafteten ein solides Ergebnis.” Ein Schlaglicht zu den Ergebnissen der Radiosender: Die Rundfunkbeteiligungsgesellschaft Bonn/Rhein ­Sieg mbH & Co. KG (50 %) realisierte 2015 einen Umsatz von 3,3 Mio. € und ein Ergebnis von 0,6 Mio. €. Die Anzeigenblätter von DuMont/Heinen, die Rheinische Anzeigenblatt GmbH, hatte 2014 bei einem Umsatz 71,7 Mio. € und ein Ergebnis von 9,3 Mio. €. Für 2015 wird ein Umsatz von 72,7 Mio. € angegeben. Das ausgewiesene Ergebnis dieser Beteiligung für 2015 wird mit 8,8 Mio. €. Die Beteiligung des Düsseldorfer Express (DuMont /Girardet) realisierte einen Umsatz von 5,3 Mio. €, mit einem Gewinn von 128 Tsd. €.

Mediengruppe Mitteldeutsche Zeitung
Die Mediengruppe Mitteldeutsche Zeitung wurde ebenfalls gesellschaftsrechtlich und wirtschaftlich neu organisiert. So werden u.a. die Ergebnisse der Druckereien (Halle, Bernburg), MZ Satz und die Call-Center 2015 nicht mehr im Medienhaus-Ergebnis berücksichtigt sein. “Das Medienhaus Mitteldeutsche Zeitung umfasst insgesamt 20 Tochter­, Gemeinschafts­- und assoziierte Unternehmen (davon konsolidiert: 11 Gesellschaften) mit rund 628 Mitarbeitern und einem anteiligen Außenumsatz von rund 128 Millionen Euro.” Die Anzeigenumsätze der Tageszeitung(en) sind rückläufig, die Vertriebsumsätze steigen durch Copy-Preiserhöhungen. Die Anzeigenblätter liegen auf Vorjahresniveau. Bezüglich der Bewertung des Gesamtergebnisses im Halle wird dieses im Zusammenhang mit dem Geschäftszweig Logistik in Sachsen-Anhalt bewertet: Es wurde “ … in einem sehr schwierigen Umfeld insgesamt ein positives Ergebnis im Rahmen der Erwartungen erzielt…“

Mediengruppe Berliner Verlag
Die Mediengruppe Berliner Verlag ist in den letzten Wochen viel durch die Medien getrieben worden. Sie “umfasst insgesamt 23 Tochter­ und assoziierte Unternehmen (davon konsolidiert: 16 Gesellschaften) mit rund 421 Mitarbeitern und einem anteiligen Außenumsatz von rund 82 Millionen Euro.” Das Medienhaus in Berlin schreibt weiter Verluste, “die Ergebnissituation am Standort Berlin (ist) aus Sicht der DuMont Mediengruppe insgesamt … weiterhin unbefriedigend”. Wie an den anderen Standorten sind auch in Berlin Gesellschaften ausgegliedert worden, so dass sie zum Teil nicht mehr im Ergebnis berücksichtigt werden. Dazu gehören vor allem der profitable Call-Center Betrieb von ehemals Berliner Dialog oder die Berliner Zeitungsdruckerei. Berücksichtigt dürfte vermutlich die Beteiligung von BerlinOnline Stadtportal mit einem Ergebnis von 1,9 Mio. € und neu anteilig der Berliner Rundfunk 91.4 mit einem Ergebnis von 103.000 €, bei 4,3 Mio. € Umsatz.

Die Entwicklung der Anzeigen- und Vertriebsumsätze entspricht auch in Berlin dem Trend: “Rückläufige Werbeerlöse wurden bei beiden Titeln sowohl im Anzeigen­ wie auch im Beilagengeschäft verzeichnet. Die Vertriebserlöse im Tageszeitungsgeschäft lagen im Zuge der bei beiden Titeln Anfang 2015 vorgenommenen Anpassung der Abonnementpreise insgesamt leicht über Vorjahresniveau. Während die Berliner Zeitung ihre Vertriebserlöse gegenüber 2014 moderat steigern konnte, konnte der Vertriebsumsatz des Berliner Kuriers den Vorjahreswert auflagenbedingt nicht ganz erreichen.”

Hamburger Morgenpost Medien
Die Hamburger Morgenpost wird in der Bilanz als Hamburger Morgenpost Medien gehandelt und “umfassen insgesamt 3 konsolidierte Tochterunternehmen mit rund 94 Mitarbeitern und einem anteiligen Außenumsatz von knapp 18 Millionen Euro.” 2015 wurde ein positives Ergebnis erreicht, dass aber als ausbaufähig angesehen wird. “Ziel des Medienhauses ist es nun, mit der Diversifikation der Marke „MOPO“ und der intensiveren Marktbearbeitung durch die neu geschaffene Vermarktungsorganisation Hamburg First Marketing & Medien GmbH mittelfristig die schrumpfenden Umsätze aus Vermarktung und Verkauf der beiden Hauptprodukte, Hamburger Morgenpost und Hamburger Morgenpost am Sonntag, zu kompensieren und neue Absatzmärkte zu eröffnen.”

Geschäftsbereich Business Information ist Umsatz- uns Ergebnisbringer
Neben den Geschäftsbereich der Medienhäuser gibt es noch die Fachmedien/Business Information, Digital und sonstige Aktivitäten. “In den Geschäftsfeldern Business Information und Digital wird eine konsequente Wachstumsstrategie auch unter Berücksichtigung möglicher Zukäufe umgesetzt.” Mit dem Bundesanzeiger gibt es im Bereich Business Information eine etablierte Geschäftsaktivität. “Mit rund 242 Mitarbeitern erwirtschaftete das Geschäftsfeld (Business Information) einen leicht gegenüber Vorjahr verbesserten Umsatz in Höhe von ca. 93 Millionen Euro bei einem unverändert soliden Ergebnis.”

Geschäftsbereich Digital ohne nennenswerte Ergebnisse und Umsatz
Der Geschäftsbereich Digital ist im Neuaufbau. Zum Bereich gehört neben DuMont Digital und DuMont Net noch DuMont Venture Holding GmbH & Co KG, das Minderheitsbeteiligungen an 21 Gesellschaften auch an dem Capnamic Multi­ Corporate Venture Fonds Beteiligung hält. “Das Geschäftsfeld weißt im Konzern noch keine wesentlichen Umsätze­ und Ergebniswerte aus. Konzernintern spielen einige Unternehmen eine gewisse Rolle.” Was will DuMont hier? “Die Gruppe strebt sukzessive einen weiteren Ausbau des Digitalgeschäftes an, bevorzugt über Direktbeteiligungen mit maßgeblichem Einfluss und damit einhergehender Konsolidierung. Die organisatorischen Voraussetzungen hierfür wurden seit Ende 2015 mit dem Aufbau eines erfahrenen M&A­Teams sowie eines Business Development ­Teams geschaffen.”

Geschäftsbereich “sonstige Aktivitäten” wirkt bisher vor allem nach innen gerichtet
Im Bereich “sonstige Aktivitäten” liegt der Schwerpunkt auf Konsolidierung und Skalierung der gruppenweiten Aktivitäten. “Insgesamt waren im Bereich der Medien­ und Management Services 773 Mitarbeiter im Jahresdurchschnitt in den 15 konsolidierten Beteiligungsgesellschaften beschäftigt. Der DuMont Druck GmbH & Co.KG, Köln, sind als Führungsgesellschaft die Druckaktivitäten an den vier Standorten Köln, Bernburg, Halle und Berlin gesellschaftsrechtlich bzw. über Berichtslinien zugeordnet. An den Druck-Standorten waren im Jahresdurchschnitt in 2015 rund 576 Mitarbeiter in den sechs vollkonsolidierten Gesellschaften beschäftigt.” Es ist zu erwarten, dass man bei den Zeitungsdruckereien auf die Konsolidierung in den Druckregionen setzt.

DuMonts “Probleme” mit der Darstellung der Folgen des Mindestlohn
Um 2,6 Mio. € ist der Personalaufwand – ohne Restrukturierungskosten – im Vergleich zum Vorjahr gestiegen. Grund sei ausschließlich der Mindestlohn, so die Darstellung von DuMont. Die Anzahl der Zusteller in der Gruppe wurde von 2014 bis 2015 von 7.867 auf 7.271 reduziert, so dass auch klar ist, dass die Wirkung der Lohnzahlungen Mindestlohn bedingt über  2,6 Mio. € liegt. DuMont sprich in seiner Presse-Mittelung zur Bilanz 2015 nicht von 2,6 Mio. € mehr Lohnzahlungen durch den Mindestlohn, sondern “ Belastungen durch den Mindestlohn von rund 20 Millionen Euro.” Von den 20 Mio. € sind alleine ¾ in Halle angefallen. Es wurden Investitionen in größerem Umfang in den Geschäftszweig Logistik vorgenommen. “Die konsequente Umsetzung der beschlossenen Maßnahmen … schafft … die Voraussetzungen dafür, dass die Logistik als eigener Geschäftsbereich entwickelt, mit wachsenden Ergebnisbeiträgen gestaltet werden kann… Trotz erheblicher Mehrkosten bei den Zustellerlöhnen konnte das Briefgeschäft durch den Ergebniseffekt höherer Umsätze in 2015 einen positiven Ergebnisbeitrag zum Gesamtergebnis der Mediengruppe Mitteldeutsche Zeitung leisten.” Auch in der Bilanz wird wenig Transparenz hergestellt, was Lohnzahlungen, was Investitionen in Neugeschäft oder sogar Kostenübernahmen sind. Beim Mindestlohn gilt es auch zu berücksichtigen, dass es hier eine Übergangslösung bis 2018 für die Zeitungsverlage gibt. Zustellern, die ausschließlich Zeitungen und Anzeigenblätter mit redaktionellen Inhalt verteilen, erreichen die 8,50 € erst 2017. 2015 beträgt ihr Mindestlohn 6,38 € (75 % vom Mindestlohn), 2016 sind es 7,23 € und erst 2018 100 %. Wenn man den Zusteller neben den Aufgaben der Zeitungszustellung noch andere Aufgaben überträgt, greift diese Über-Regelung nicht. Dies ist dann aber eine unternehmerische Entscheidung.

In Berlin betreiben Berliner Morgenpost, Tagesspiegel, Berliner Zeitung/Berliner Kurier ein gemeinsames Zustellunternehmen, die BZV Berliner Zustell- und Vertriebsgesellschaft für Druckerzeugnisse mbH. Diese beauftragte in der Vergangenheit Zustellorganisation mit der Verteilung der Zeitungen und Anzeigenblätter. Diese BZV war bereits vor dem Mindestlohn in eine Schieflage geraten, 2012 betrug der Verlust 1,5 Mio. €, 2013 waren es – 3,1 Mio. €. Diese Verluste werden durch die drei Gesellschafter gedeckt, ansonsten wäre die BZV insolvent. “Die Finanzierung der Gesellschaft erfolgt im Wesentlichen durch die Gesellschafter, die zur Sicherstellung einer ausreichenden Liquidität der Gesellschaft Darlehen zur Verfügung gestellt haben, die bei Bedarf ausgezahlt wurden.” Die Zahlen für 2015 liegen aber noch nicht vor.

Ausblick
Der Umsatz in der Vermarktung der Zeitungweb-Seiten von DuMont kommt nicht ernsthaft voran. 3,1 Prozent betrug der Anteil der Online-Vermarktung am Gesamtumsatz von DuMont.

Der Anfang des Jahres angekündigte Aufkauf von Digitalunternehmen/Datenunternehmen durch DuMont ist noch nicht eingetreten. Ohne ein solches Wachstum wird es aber keinen eigenständigen “Geschäftsbereich Digital” mit nennenswerten Umsätzen geben. Ohne digitales Wachstum wird es schwer werden, die Grundstrategie der Gruppe zu realisieren, da DuMont davon ausgeht, dass der Umsatz aus dem Print-Anzeigenschäft weiter rückläufig sein dürfte. Mit der bisherigen Strategie kann man nicht wachsen.

Im Dezember 2014 hatte DuMont das Projekt “digitale Transformation” gestartet. Der ursprüngliche Zeitplan wird nicht mehr gehalten. Vorstandsmitglied Robert von Heusinger und Verantwortlicher für diesen Prozess, musste zwischenzeitlich gehen. Die Chefredakteure vom Express, des Berliner Kuriers und der Berliner Zeitung (zum 1.10.2016) wurden im Laufe der Zeit erneuert, so dass man vermuten kann, dass dieser Prozess der “digitalen Transformation” alles andere als einfach ist. In Halle habe man nach Darstellung des DuMont-Vorstandes ein “Leuchtturmprojekt” für die ganze Mediengruppe abgeschlossen.

Sowohl Paid Content als Umsatzgeschäft wird nicht die erwünschten Erfolg bringen wie auch der Wettbewerb im Netz die Verlage immer wieder vor neue Herausforderungen stellt, wie z.B. Adblocker. Für die Nutzer von großer Freude, für die Verlage nicht so sehr. Die wichtige Zielgruppe “Jugendliche” wendet gerne Adblocker an, um nicht vollgespamt zu werden. Eine Sperrstrategie, wie sie vom BIlD verwendet wird, ist langfristig nicht zielführend, dass wissen die Verlage. Also setzt man neben dem steigenden Absatz von ePaper-Abos auf eine neue mögliche Erlösstrategie durch die Generierung von neuen Adressen und den darauf beruhenden dem Ausbau von Geschäftsprozessen, so kürzlich DuMont-Rheinland Geschäftsführer Philipp Froben.

Die Kreditverbindlichkeiten von DuMont wurden in den letzten zwei Jahren massiv abgebaut. Die langfristigen Schulden lagen 2015 bei 236 Mio. €.2014 waren es noch 290 Mio. €, aber im Wesentlichen nicht bei den geldgebenden Banken. “Der laufende Geschäftsbetrieb ist durch den eigenen operativen Cash Flow und Kreditlinien sowie Darlehen der Gesellschafter gesichert. Die mit den Kreditinstituten im November 2015 verlängerten Kreditlinien laufen bis Ende 2017. “ Klar ist aber, dass das notwendige Wachstum wieder mit Krediten erfolgen wird.

In den Medien wird seit dem Artikel im Manager Magazin viel über die Veräußerung von Unternehmensteilen der DuMont Mediengruppe gesprochen. Sicher ist die Veräußerung von Unternehmen immer einen Strategie, um einen bestehenden finanziellen Engpass oder gebundene finanzielle Mittel in ein Invest los zu werden oder die Existenz zu sichern. Den bisherige Weg von DuMont kann vielleicht als eine Art Sanierung angesehen werden, die allerdings noch nicht ganz abgeschlossen scheint. DuMont spricht selber von einer Art “Übergangsphase”. DuMont hat sich in der Vergangenheit aus einer kritischen Situation für die Zukunft  herausbewegt, so dass man nicht unbedingt vom einem Verkauf von wesentlichen Teilen ausgehen muss. Man kann Szenarien entwickeln, wenn etwas nicht eintritt, was passieren könnte. Die in Berlin seit langem begonnenen Gespräche mit Funke und Holtzbrinck über eine Kooperartion, die Bereitschaft, die Änderung des GWB mitzunehmen und die wiederholt angegebenen Absichts-Erklärungen, dass man in Berlin bleibt, sprechen erst einmal für die eingeschlagene Strategie und gegen eine Veräußerung. Sollte der Weg scheitern, kann es wieder zu einer Überprüfung des Berlin-Bekenntnisses kommen, aber aktuell nicht. Zu berücksichtigen ist auch, dass DuMont manch Marktprozess in den letzten beiden Jahren getrieben hat und man im Allgemeinen davon profitiert (überregionale Online-und Printvermarktung). Die Mediengruppe setzt auf Wachstum, das geht nur über Kauf. Der Aufbau einer skalierbaren Unternehmensorganisation ist dabei hilfreich, andere Regionalgruppen sind noch nicht auf dem Stand von DuMont.

Man darf gespannt sein, wie das Jahr 2016 verläuft, kommt es zu Aufkäufen, gelingt es, die Zeitungen in eine bessere Ausgangslage als bisher zu bekommen? Der Weg, dass das Kerngeschäft keine nennenswerte Ergebnisse abliefert, bedingt einen anhaltenden Wertverlust und der weitere Druck aus den Absatzmärkten kann zusätzlich Spuren hinterlassen. Aber vor allem werden nicht die finanziellen Mittel, der Cash, abgeliefert, um ein digitales Wachstum der Gruppe mit zu finanzieren. Das würde auf lange Sicht prüft, sein Portfolio bereinigen zu bereinigen. Im Bilanz-Abschnitt “Kapitalmanagement” geht es um finanzielle Stabilität, die Sicherung der Liquidität und der Erhalten der Kapitalausstattung. Dort heißt es auch: „Maßnahmen zur Erreichung der Ziele des Kapitalmanagements sind die Optimierung der Kapitalstruktur, Eigenkapitalmaßnahmen, Akquisitionen und Veräußerungen sowie die Reduzierung von Bankschulden.”

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