Wie entwickelten sich die Anzeigenumsätze in Köln?

umsatzIn der Veröffentlichung des Manager Magazin 6/2016 wird der Eindruck erweckt, die dort dargestellten Probleme der DuMont Mediengruppe lagen im Kauf der Frankfurter Rundschau und dem Berliner Verlag. Die Wachstumsstrategie, die man ab 2006 bei DuMont verfolgte, wurde kreditfinanziert über Geldinstitute oder durch DuMont-Gesellschaften organisiert, ein normaler Vorgang. Aber der Kauf die Frankfurter Rundschau und der Berliner Verlag waren nicht die Ursache für die heutige Lage der Gruppe, sie liegen in der Gesamtstrategie. Die Grundentwicklungen im Markt betrafen und betreffen jeden DuMont-Standort, ob nun Halle, Köln oder Berlin/Hamburg. Seit Jahren gibt es z. B. einen massiven Anzeigenrückgang sowie stagnierende Vertriebsumsätze, also Herausforderungen im Kerngeschäft von DuMont. 

Anzeigenrückgang in Köln von 36 Prozent zwischen 2008 bis 2012
Die Anzeigenumsätze in Köln gingen von 2008 bis 2012 um 36 Prozent zurück. Der Berliner Verlag hatte im Vergleichszeitraum einen ähnlichen Anzeigen-Rückgang (32 Prozent).  Bundesweit gingen 2013,2014 und 2015 nach Angaben des ZAW die Netto-Anzeigenumsätze der Tageszeitungen um insgesamt 19 Prozent zurück, so dass man vermuten kann, dass diese Tendenz sich auch in Köln so ähnlich niedergeschlagen haben könnte.

in Mio. € 2012 2011 2010 2009 2008
Anzeigenumsatz 72,458 84,079 89,411 94,136* 112,449
Vertriebsumsatz 99,255 98,748 97,692 97,629 95,875

Quelle: Bilanzen der DuMont Mediengruppe 2008 – 2012 * rechnerisch ermittelt.

Was passierte 2006?
2006 war  ein Jahr der Wende in der Wachstumsstrategie von DuMont. Es gab nicht nur den Kauf der FR zu 50 Prozent und eine Stimme, es erfolgte u.a. die Investition in die Haaretz in  Israel zu 25 Prozent. Die Beteiligung am Bundesanzeiger wurde von 34,5 Prozent auf 100 Prozent erhöht. Der Anteil von DuMont am Bonner General- Anzeiger erhöhte sich von 9 auf 18 Prozent. Kalaydo.de und Magazzo.de wurden regional in NRW gestartet, heute nicht mehr im Portfolio bzw. die Plattform gibt es nicht mehr. Damals war geplant, aus dem Erfolg in der Region das Geschäft national auszubauen. Die in Köln verbreitete Tageszeitung von DuMont, DIREKT wurde 2006 wegen Erfolglosigkeit eingestellt. Sie belastete mit ihren roten Zahle  das Ergebnis. Die aktivierten Firmenwerte und Mehrwerte in der Bilanz durch diese Aufkaufstrategie betrugen 2006 178,1 Mio. €.  Der Mehrwert des Bundesanzeiger wurde mit 53 Mo. € beziffert. 2006 wurde ein Bankkredit von 152 Mio. aufgenommen. DuMont wollte  2007 den Süddeutschen Verlag kaufen. In der Mitteldeutsche Zeitung konnte man damals über ein Gespräch mit Christian DuMont Schütte lesen: „Der kolportierte Kaufpreis von einer Milliarde Euro ist nicht abschreckend?“ antwortete der Verleger: ‚Nicht, wenn man am SZ-Verlag auch aus publizistischer Sicht Interesse hat.'“

2006 war DuMont zusammen mit anderen Zeitungsverlagen in die PIN Group eingestiegen, die aber durch die Insolvenz(en) zu einem belastenden Ende führte. Für DuMont bedeutete es damals eine Belastung von über 10 Mio. €. Die ursprüngliche Strategie in der PIN Group war, mit anderen Zeitungsverlagen nationaler Briefdienstleister zu werden.

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