Christian DuMont Schütte: Über alle Kanäle die Produktion verschlanken

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In einem Interview auf www.medienpolitik.net äußert sich Christian DuMont Schütte in seiner Eigenschaft als Vorsitzender der NRW-Zeitungsverleger u.a. zu den Hausaufgaben der Zeitungsverlage in ihrer Digitalstrategie, zum Mindestlohn, zur Änderung des Wettbewerbsrecht und argumentiert gegen die Rolle der öffentlich-rechtlichen Medien in der Berichterstattung.

In seinen Augen sind die Zeitungen die etablierte Form gegen so genannte „Wutbürger“, weil sie durch ihre Berichterstattung erst für die Teilhabe der Menschen an der Demokratie sorgen. Er sieht eine bessere regionale und lokale Berichterstattung, auch wenn Redaktionen zusammengelegt werden, da es die Berichterstattung im Netz gibt und die Qualität der lokalen Berichterstattung zugenommen hat.

Wider die gesellschaftliche Wirklichkeit der Wirkung des Mindestlohn, wird vom ihm dagegen getrommelt, auch wenn es unter dem Mantel eines „Bürokratie-Monsters“ erfolgt.

In der Frage der Änderung des Wettbewerbsrechts kommt die bekannt Argumentation, die darauf hinaus läuft, dass man beim relevanten Markt nicht auf die Sicherung des Wettbewerbs in dem jeweiligen Gebiet abheben sollte, sondern auf ein eher unbestimmten, so dass in der Konsequenz Monopole erleichtert werden könnten. Das aber ist nicht Zweck des Gesetzes, es soll den Wettbewerb ermöglichen.

Inhaltlich wird von ihm – ebenfalls wie üblich – gegen den öffentlich-rechtlichen Rundfunk geredet, auch wenn gerade die Panama-Papers Printmedien wie der Süddeutschen einen Auflagenzuwachs gebracht und die Bedeutung der klassischen Medien unterstrichen hatte. Dank des Recherche-Verbundes von Printmedien und Rundfunk kamen viele investigative Geschichten ans Tageslicht.

Zu den digitalen Herausforderungen
„Natürlich müssen auch wir unverändert unsere Hausaufgaben machen. Diese werden täglich umfangreicher und wir müssen uns noch schneller und kreativer auf die Herausforderungen einstellen. Wir müssen schauen, dass wir im Rahmen der Digitalisierung sämtliche technologischen Möglichkeiten nutzen, um die Produktion über alle Kanäle zu verschlanken, damit mehr Ressourcen für Journalismus zur Verfügung stehen.“

Zum Wettbewerbsrecht
„Heute ist uns allen klar, dass die Herausforderungen von den Digitalgiganten aus dem Silicon Valley kommen und der Nachbarverlag in Deutschland davon genauso betroffen ist. Es mutet immer seltsamer an, wenn Kooperationen unter mittelständischen Verlagen stark reguliert werden, während Datenmonopole nicht unter das Kartellrecht fallen.

Zum Mindestlohn
„Bundesweit sind viele Minijobs in der Zustellung verloren gegangen. Insbesondere der bürokratische Aufwand ist für viele kleinere und mittlere Häuser eine enorme operative und auch finanzielle Belastung. Die Übergangsregelung war politisch gut gemeint und gewiss auch hier und dort hilfreich, aber es wäre gut, eine ehrliche Bestandsaufnahme zu machen und insbesondere den Aufwand zu hinterfragen. “

Zur Vielfalt
„Jedem Zeitungsmacher tut es weh, wenn ein Zeitungstitel als Printprodukt wirtschaftlich nicht mehr zu halten ist. Aber die zunehmende digitale Vielfalt führt leider auch zu Verdrängungseffekten…“

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