Wie war das mit den Ergebnissen des Berliner Verlages unter Mecom, also vor DuMont ?

lupe_bilanzIm Artikel des Manager-Magazin 6/2016 wird der Eindruck erweckt, dass die Lage der DuMont Mediengruppe erst durch den Kauf der FR (2006) und des Berliner Verlages (2009) in die Schieflage geraten sei. Bei genauerer Betrachtung ist das eine billige Darstellung. Bis zum Verkauf des Berliner Verlages an DuMont schrieb man in Berlin eine Umsatzrendite um die 10 Prozent. Mecom, die Vorbesitzer des Berliner Verlages, mussten nicht wegen der wirtschaftlichen Lage in Berlin verkaufen, sondern weil Mecom als Gruppe Finanzierungsprobleme hatte. Die Anleger in England drängtren den Vorstand, etwas zu tun, sie hatten Angst vor einer Insolvenz, die Mecom plc. in England drohte. Es sollte einiges aus dem Portfolio verkauft werden, um die Verschuldung zu reduzieren. Der Berliner Verlag war eine der kleinsten Aktivitäten von Mecom in Europa.

Berliner Verlag unter Mecom mit Mio-Ergebnissen
Zum Zeitpunkt des Erwerbs des Berliner Verlages (2006) durch das Konsortium Mecom/VSS erzielte der Berliner Verlag einen Jahresüberschuss von 7,8 Mio. €. 2007 folgten sogar 15,3 Mio. €, 2008 waren es noch 6,6 Mio. €.

Anzeigenmarkt unter Mecom noch leicht unter Druck, heute erhebliche Veränderungen – nicht nur im Berliner Verlag
Mecom, die in fünf Ländern Europas aktiv waren, hatten überall mit der gleichen Herausforderung zu tun: Die Anzeigenumsätze gingen zurück, die Vertriebsumsätze blieben stabil bis leicht steigend, der Aufbau des Online-Geschäfts konnte die rückläufigen Anzeigenumsätze nicht kompensieren, weiteres Wachstum musste aus dem Kerngeschäft finanziert werden und konsolidiert und Neugeschäft aufgebaut werden. Der Berliner Verlag war von diesem Prozess genauso betroffen. 2002 lag der Anzeigenumsatz des Berliner Verlages noch bei 61,20 Mio. €. 2009 als Mecom an DuMont verkaufte, lag der Anzeigenumsatz 2008 noch bei 49,4 Mio. €. 2012, DuMont ist seit drei Jahren (Haupt)Gesellschafter des Berliner Verlages, liegt der Anzeigenumsatz bei 33,7 Mio. €. Das ist fast eine Halbierung in zehn Jahren. Diese Entwicklung ist keine besondere.

Die Lage der Frankfurter Rundschau war eine völlig andere, sowohl was die Ergebnisse als auch die örtlichen Bedingungen betraf.

Entwicklung des Jahresüberschuss des Berliner Verlages unter Mecom/VSS *

2006
7,948 Mio. €
2007
15,331 Mio. €
2008
6,658 Nio. €

Entwicklung des Anzeigen- und Vertriebsumsatz Berliner Verlag *
2002 (Gruner+Jahr)
61,2 Mio. € Anuzeigenumsatz
38,5 Mio. € Vertriebsumsatz

2006 (Mecom)
55,8 Mio. € Anzeigenumsatz
41,5 Mio. € Vertriebsumsatz

2007 (Mecom)
53,7 Mio. € Anzeigenumsatz
42,5 Mio. € Vertriebsumsatz

2008 (Mecom)
49,4 Mio. € Anzeigenumsatz
41,6 Mio. € Vertriebsumsatz

2012 (DuMont)
33,7 Mio. € Anzeigenumsatz
42,9 Mio. € Vertriebsumsatz

* Alle Zahlen sind aus den veröffentlichen Bilanzen des Berliner Verlages bzw. der DuMont Mediengruppe und öffentlich zugänglich.

 

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