DuMont-Vorstandsmitglied a.D. Sommerfeld sieht keine Zukunft für Regionalzeitungen

In einem Text für meedia.de äußert sich das ehemalige DuMont-Vorstandsmitglied, Franz Sommerfeld, zur Zukunft der Inhalte-Angebote von Zeitungsverlagen. „Am Ende werden wenige, vielleicht zwei große Regionalverlage bleiben.“ Zynisch spricht er am Beispiel der FR, die DuMont in die Krise und in die Insolvenz geführt hat, vom „amerikanischen Weg“ und spielt darauf an, dass man Zeitungen scheinbar einstellen muss, um das Kartellrecht zu umgehen. Wie man heute weiß, war es die finanzielle Lage der Mediengruppe und nicht alleine die der FR, die entscheidend eine geändertes Vorgehen bedingte. 

Sommerfeld steht auf dem Standpunkt, dass sich die Nachrichtenhoheit ins Netz verlagert hat. Sei es auf Facebook oder im lokalen Bereich auf anderen Plattformen. Das Netz werde die Zeitung vollständig ersetzen. Nach seiner Meinung haben die Verlage kein tragfähiges digitales Geschäftsmodell für die „Zeitungen“ entwickelt, wobei unklar ist, was er damit meint. Eine Zukunft für die Zeitungen (?), für die „digitale Publizistik“, so Sommerfeld, könnten „Inhaltskontore“ sein: Die Verlagen erzeugen Videos, Bilder oder Texte und verbreiten sie im Netz auf verschiedensten Wege….

Eine Zukunft für die regionalen Abo-Zeitungen sieht er nicht: Es „wird sich die Konzentration fortsetzen, zuerst bei der Zusammenarbeit der Verlagsbereiche, aber auch zusehends in den Redaktionen. Wenn das Kartellgesetz in dieser Frage nicht novelliert wird und das Kartellamt durch Blockade den Untergang von Zeitungen beschleunigt, … Am Ende werden wenige, vielleicht zwei große Regionalverlage bleiben… Die redaktionelle Zentralisierung wird die Attraktivität der Zeitung im lokalen und sublokalen Bereich weiter mindern und das Aufkommen unabhängiger Lokal-Blogs beschleunigen.“

In seine Zeit als DuMont-Vorstandsmitglied im Bereich der „digitalen Publizistik“ fiel die katastrophale Ausrichtung auf die „schwarzen Null“. Binnen zwei Jahren sollten die Erlöse aus dem Digitalvertrieb  den Weg einer erfolgreichen Entwicklung einleiten. Die Online-Redakteure aus den Zeitungen wurden ausgegliedert und sollten unter einheitlicher Regie eingesetzt werden. Print- und Online-Inhalte wurden von einander getrennt und den Chefredaktionen die Verantwortung für die eigenen inhaltlichen Verantwortung  genommen. Die Erschließung von Umsatzmöglichkeiten im Online-Anzeigenverkauf wurde in der Durchführung von zentralen Kampagnen gesehen und die Phrase über neue Produkt sollte die Wirklichkeit ersetzen. Die inhaltegetriebenen Digitalerlöse änderten sich unter seiner Verantwortung unwesentlich.

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