Die digitale Transformation – das größtes Projekt in der jüngeren MDS-Geschichte

Der Konzernbetriebsrat der Mediengruppe Berliner Verlag informiert in seiner aktuellen Info über die Bedeutung der digitalen Transformation, die Wahlanfechtungen in Berlin und Hamburg, die Online-Zahlen im Juli und die Neuorganisation des Digitalgeschäfts von MDS. „Im der Mitteldeutschen Zeitung und dem Express will MDS im September 2015 mit der so genannten digitalen Transformation starten. Danach will man diese Erfahrungen und die geschaffene Infrastruktur als Blaupause für die anderen Zeitungstitel übernehmen. Es geht um das gemeinsame, gleichberechtigte Produzieren in beiden großen Kanälen: Print und Online. Die Betriebsräte aus Berlin und Hamburg wissen, dass alle Zukunft ihre Basis in der Gegenwart, in einem starken Printgeschäft hat. Ohne eine entwickelte redaktionelle Digitalstrategie wird es aber künftig schwerer, die Umsätze zu generieren, die bisher den Betrieb „unterhalten“ haben.
Für die Betriebsräte aus den Zeitungshäusern in Berlin und Hamburg sollte die digitale Transformation ein Prozess von unten und nicht wie gegenwärtig von oben sein. Konzepte werden auf Lenkungsausschuss-Ebene, im Vorstand und im Aufsichtsrat beschlossen, aber die Belegschaften erfahren nur Versatzstücke.

„Unsere Fragen sind natürlich die nach den Arbeitsbedingungen, nach der Belastbarkeit und dem nötigen Personal. Wir wären nicht Betriebsräte, wenn wir nicht auch wahrnehmen würden, dass es ein großes Bedürfnis nach einer Debatte um die Inhalte gibt“, meint Renate Gensch, Betriebsratsvorsitzende Berliner Zeitung/Berliner Kurier. „Ein Punkt sind die sogenannten Klickraten. Man wird also ständig darüber informiert, wie ein Text läuft. Darüber gibt es zum Beispiel beim Svenska Dagbladet Vereinbarungen pro Ressort, wie viele Klicks man erreichen will. Quoten im Journalismus? Wir denken, es geht um die Geschichten. Oder: Der Anzeigenverkauf gehört nicht an den Balken. Das steht nicht im Widerspruch zu Verkaufsförderungsmaßnahmen. Mit der gleichen Mannschaft mehr Aufgaben? Das erhöht den Arbeitsdruck in den Ressorts. Es braucht im Journalismus auch Zeit fürs Recherchieren und Schreiben.“

Falsch interpretiert –  Unser Info zu den Online-Umsätzen im MDS Jahresabschluss 2014

Falsch interpretiert haben wir den Vergleich der MDS-Bilanzzahlen 2014 zu 2013. Der Zahlenvergleich bei den Online-Umsätzen besagte, dass er von 16,2 Mio. € (2013) auf 14,6 Mio. € (2014) gesunken ist. Die Geschäftsführer und Chefredakteure der Mediengruppe Berliner Verlag haben jetzt erklärt, dass der Online-Umsatz um 700.000 € zum Vorjahr 2013 gestiegen sei. Auch könne man die Zahlen 2013 und 2014 nicht vergleichen, weil bei der Bewertung des Umsatzes die „Quotenkonsolidierung“ (geht um Joint-Venture) berücksichtigt werden müsste (hierbei handelt es sich um die Internationale Bilanzierungsrichtlinie IFRS 11, die IAS 31 ersetzt hat). Ein Erfolg? Gemessen an den bisherigen Erklärungen, dass man oberhalb des Marktes wachsen will, wohl eher nicht. Der Werbemarkt für Display-Werbung online und mobile 2014 ist um 6,8 Prozent (OVK) netto gestiegen. Den Anteil der Online-Werbung am Gesamtumsatz (539 Mio. €) 2014 weist MDS mit 2,7 Prozent aus, 2013 waren es 2,8 Prozent.

Wahlanfechtung in Berlin und Hamburg –
Betriebsräte bei DuMont Dialog und DuMont Process

Gegen die Betriebsratswahl in der Hamburger Morgenpost und im Berliner Verlag/Berliner Zeitung und Berliner Kurier haben die jeweiligen Unternehmensleitungen ein Wahlanfechtungsverfahren bei den Arbeitsgerichten in Hamburg und Berlin beantragt. Es wird zuerst einen Gütetermin geben, danach einen Arbeitsgerichtstermin. Strittig ist sowohl in Berlin als auch in Hamburg, ob es sich um einen gemeinsamen Betrieb handelt. In Hamburg waren neben der Morgenpost Verlag GmbH auch die Arbeitnehmer der Hamburg First und der DuMont Finanz Services wahlberechtigt. In Berlin geht es darum, dass Berliner Zeitung und Berliner Kurier die beiden Unternehmen einen gemeinsame Betrieb bilden, sie also unter einer einheitlichen Leitung geführt werden. Strittig sind außerdem konkrete Personen auf den Wählerlisten, hier insbesondere so genannte feste Freie.

In den beiden Berliner Call-Centern DuMont Dialog (eigene Kunden) und DuMont Process (Fremdkunden, wie Kabel Deutschland u.a.) wurden jetzt Betriebsräte neu gewählt. Unser Glückwunsch! Damit ist der gesamte Geschäftszweig der Call-Center von MDS betriebsrätlich organisiert.

Die Web-Seiten in Berlin und Hamburg machen fast 50 Prozent der Visits von MDS aus

Von den 60 Mio. Besuchen auf den MDS-Web-Seiten im Juli 2015 kommen 28,8 Mio. aus Hamburg und Berlin. Die Berliner Seiten haben insgesamt 16,4 Mio., mopo.de 12,3 Mio. Besuche. Da die Smartphones immer mehr der Zugang im Netz und in den Kommunikationsbeziehungen haben, nehmen sie auch einen großen Platz ein. Von den 20,7 Mio. Besuchen entfallen 9,4 Mio. auf die mobilen Seiten aus Berliner und Hamburg. Wir orientieren uns an der Web-Kriterien „Besuche/Visits“, sind gewissermaßen die harte Währung für den Klick-Erfolg.

Neuordnung der Digitalstrategie

Der Vorstand hat kürzlich eine Neuordnung der Digitalstrategie beschlossen. DuMont Net verliert ihren bisherigen Charakter als das Internet-Unternehmen von MDS und dürfte gesellschaftsrechtlich unter DuMont Digital angesiedelt sein. Die technische Betreuung und Entwicklung der Web-Seiten wird ausgegliedert und den zentralen Dienstleistungen, dem Bereich Medienservice, zugeordnet. Im Mittelpunkt der digitalen Geschäftsidee vom DuMont stehen nicht mehr die Entwicklung und Betreuung der Online -Titel, sondern der Aufbau und die Entwicklung von eigenen digitalen Geschäften. Gesellschaftsrechtlich wird DuMont Digital die oberste Gesellschaft im Digitalgeschäft. Dazu gehört künftig der Aufkauf von Unternehmen, die Verfolgung von Beteiligungen im Capital Venture Bereich und der Ausbau der bisherigen Digitalunternehmen, wie die popula GmbH.

Die Online-Redakteure werden den jeweiligen Stammredaktionen zugewiesen bis auf die MOPO, hier gab es keine Ausgliederung der Onliner. Dem Vernehmen nachkommen sie in neue GmbHs, um vermutlich nicht unter die Tarifbindung der Redaktion zu fallen.“

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