MOPO: Zu den Verhandlungen am 16. Februar 2015

mopo16022015Der MOPO-Betriebsrat informiert über die heutige Verhandlung, die ohne Ergebnis endete. Neuer Termin ist der 24. Februar 2015. Die Gewerkschaften, bisher Teil der Gespräche, haben die Tarifverhandlungen unterbrochen. „Nach kurzer Beratung erklärten die Gewerkschaftsvertreter die Tarifverhandlungen für unterbrochen, um den jetzigen Stand und das weitere Vorgehen in der Mitgliedschaft zu beraten. Die Gewerkschaften bedauern, dass die Geschäftsleitung nicht auf Freikündigungen verzichten will und damit einen Beitrag zur Herstellung des sozialen Friedens hätte leisten können.“ Der Betriebsrat schreibt über seine fortgeführten Verhandlungen: „Die heutigen Verhandlungen über eine Lösung der Abbau-Planungen durch die MOPO-Geschäftsleitung sind wieder ohne Ergebnis beendet worden. Wir haben die GL aufgefordert, den sozialen Frieden in der MOPO wiederherzustellen. Es gibt reale Optionen, große Teile der personellen Herausforderungen aus dem Sparprogramm zu lösen. Unsere Aufforderung, auf die Freikündigungen zu verzichten, lehnt die GL erneut ab. Die Geschäftsleitung hat jetzt alle Kündigungen und Änderungskündigungen für die BR-Mitglieder für den Februar 2015 angekündigt, d.h. diese Woche erhält der Betriebsrat die Anhörungen. Das halten wir für eine Provokation und einen Angriff auf die Integrität der MOPO.

Unser Vorschlag, in einem noch zu vereinbarenden Zeitraum zu prüfen, wie Maßnahmen der Altersteilzeit, Teilzeit oder Abfindungsangebote greifen, um das Einsparpotential der GL zu erreichen, sind gescheitert. Die GL will u.a. verhindern, dass ein Sogeffekt eintritt und Arbeitnehmer aus anderen Bereichen gehen, die ihnen nicht so viele Vorteile bieten. Die GL ist nicht bereit, bei einem freiwilligen Abfindungsmodell für alle Beschäftigten die absoluten Einsparziele anzurechnen.

 Unsere Vorschläge, wie man analog der Redaktion eine Stellenkompensation im Anzeigen-bereich vornehmen kann, wurden ebenfalls abgelehnt. Was in der Redaktion geht, soll im Verlag nicht möglich sein? Den Ansatz der GL, bei ihrem Sparprogramm geplante Personalinvestitionen nicht vorzunehmen und diesen Betrag als Sparvolumen anzurechnen, will man bei unserem Vorschlag im Verlag nicht anwenden. Unser Gedanke: Wenn im Etat 2015 fast 200.000 € für die digitale Transformation vorgesehen sind, wird daraus die Qualitätssicherung im Rahmen des Projekts der digitalen Transformation finanziert . Es blieben über 100.000 € für den neuen News Desk über.

Auch nicht einig sind wir uns bei den Abfindungsformeln. Wir wollen keine Splittung der Abfindung, bei der die Betroffenen die volle Abfindung nur erhalten, wenn sie auf eine Kündigungsschutzklage verzichten. Wir fordern dagegen ein Gehalt pro Beschäftigungsjahr, zuzüglich eines Sockelbetrags! Das hat der Arbeitgeber abgelehnt. Er will keinen Sockelbetrag. Und mehr als 100.000 € Abfindung ist nicht drin, egal wie lange man bei der MOPO beschäftigt ist. Auch soll es keine Abfindungen für Arbeitnehmer/innen geben, die den Betriebsübergang in Hamburg First Medien & Marketing GmbH oder DuMont Finanz Services nicht mitmachen wollen und dann eine Kündigung von der Mopo erhalten werden.

Über unseren Vorschlag zur Finanzierung einer Transfergesellschaft gibt es ebenfalls Differenzen. Der Arbeitgeber will zumindest bei den älteren Arbeitnehmer/innen mit Kündigungsfristen von sieben Monaten zu viele Monate des vorzeitigen Ausscheidens aus der MOPO als Mitfinanzierung für eine Transfergesellschaft haben. Streit haben wir bei der Höhe des Aufstockungsbetrages (BR 85%, GL 80%), unstrittig ist die Laufzeit einer externen Transfergesellschaft von 12 Monaten.

 Ein weiterer großer Block ist ein Tarifvertrag zur Altersteilzeit und der Anspruch der Arbeitnehmer darauf. Unter dem Strich soll es nur in einem Fall eine Regelung geben, obwohl in der MOPO 13 Arbeitnehmer älter als 57 Jahre sind, Altersteilzeit also ein sozialverträgliches Instrument für die Zukunft wäre.

 Auf Nachfragen der Gewerkschaften bestätigte die Geschäftsleitung, dass es keine zeitliche Phase geben soll, um auf Basis von freiwilligen Abfindungen Lösungen zu finden. Nach kurzer Beratung erklärten die Gewerkschaftsvertreter dann die Tarifverhandlungen für unterbrochen, um den jetzigen Stand und das weitere Vorgehen in der Mitgliedschaft zu beraten. Die Gewerkschaften bedauern, dass die Geschäftsleitung nicht auf Freikündigungen verzichten will und damit einen Beitrag zur Herstellung des sozialen Friedens hätte leisten können.

 Einen gemeinsamen Betriebsrat für die Morgenpost Verlag GmbH, für die Hamburg First Medien & Marketing GmbH und DuMont Media will die GL auch nicht, was aber bei der Ablehnungshaltung der GL nicht weiter wundert.

 Der Betriebsrat ist heute noch einmal weiter auf die Geschäftsleitung zugegangen, aber diese hat sich im Verhältnis zur letzten Runde nur in kleinen Unterfragen bewegt. Wir werden uns weiterhin für angemessene Lösungen einsetzen, so dass auch die Gesamtlage im Unternehmen befriedet werden kann.“

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Ein Kommentar zu “MOPO: Zu den Verhandlungen am 16. Februar 2015

  1. Kommentar der Labournet Redaktion vom 18.02.2015:
    „Wir finden die Öffentlichkeitsarbeit der KollegInnen aus dem Dumont-Schauberg Verlag vorbildlich und wünschen Euch weiterhin den Mut, gegen die Rationalisierungspläne des Konzerns vorzugehen. Wir halten das Vorschlagen von eigenen Sparplänen als Alternative zu den Vorgaben der Geschäftsführung allerdings für eine Sackgasse. Große Verlage agieren längst wie alle anderen Unternehmen knallhart nach den Prinzipien des Markts und der Konkurrenz. Dabei stören aktive Belegschaften wie Ihr genauso wie langjährige „alteingesessene“ KollegInnen mit festen Verträgen – viel zu unflexibel für die Manager, das haben sie Euch ja spüren lassen. Von „Alternativen“ zu ihrem Raubzug kann man diese Damen und Herren doch nur durch Aktionen wie Eure Warnstreiks und Eure Öffentlichkeit überzeugen, indem die „Produktion“ (letztendlich egal ob Zeitungen oder in anderen Branchen Schuhe, Autos…) gefährdet wird. Denn nur davon, dass das Geschäft in ihrem Sinne „läuft“, leben die Geschäftsführungen und sind daher der Meinung, dass sie dafür nun wirklich keinen Betriebsrat mit eigenen Sparplänen brauchen. Nicht zuletzt: Muß wirklich anderweitig als bei den Profiten gespart werden bzw. stellen eigene Sparvorschläge nicht einen Akt des vorbeugenden Gehorsams dar?“

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