Über die Verhandlung am 14. Januar 2015 in der MOPO

mopo150115Der Betriebsrat der MOPO informiert in einem Flugblatt über die gestrigen Verhandlungen: Die gestrigen Verhandlungen über den Personalabbau zwischen Betriebsrat, Gewerkschaften und Geschäftsleitung in der MOPO werden am 28. Januar 2015 fortgeführt. Kündigungen wird es aus aktuellem Anlass jetzt im Januar nicht geben, die Ausgliederungen in Hamburg First GmbH (Anzeigenverkauf) und DuMont Finanz Services (Rechnungswesen) sollen aber zum 1. Februar 2015 umgesetzt werden. Neue Namen für Kündigungen wurden genannt. Jeder Vorschlag und jede Lösungsidee des Betriebsrats wurde gleich abgelehnt oder es wird gesagt, man prüfe, um dann im Folgetermin „Nein“ zu sagen. Mit den neuen Namen von geplanten Kündigungen wird das Ganze absurde Konstrukt der Maßnahme im Brennglas sichtbar.

Statt X nimmt man Y

Statt der geplanten Kündigungen der drei Betriebsräte Sabine Schnock, Birgit Savinsky und Holger Artus sollen jetzt drei andere Personen gekündigt werden. Dem Arbeitgeber ist weder an einer sozial-verträglichen Lösung gelegen, wie Altersteilzeit oder vernünftige freiwillige Abfindungen – es muss gekündigt werden. Wir sind mit den drei Betroffenen im Gespräch, aber in unseren Augen kommt hier der ganze Irrsinn der Planungen zum Ausdruck, der nichts mit dem MOPO-Alltag zu tun hat. Man hat sich festgelegt und jetzt will man es umsetzen. Im Konkreten plant man Kündigungen im Empfang, im Vertrieb und in der IT/Innenverwaltung.

Keinerlei Zugeständnisse

Bei den Abfindungsforderungen hat der Arbeitgeber jetzt erklärt, dass sie nicht für die ab 1.2.2015 ausgegliederten neuen Gesellschaften gelten, wenn es im Januar keine verbindlichen Regelungen gibt. Praktisch heißt dies am Beispiel unseres Rechnungswesens, wenn es im laufenden Geschäftsbetrieb bei der DuMont Finanz Services GmbH zu Kündigungen käme, hätten unsere (Ex)Arbeitnehmer keinen Anspruch auf eine Abfindung. Mehr noch, man ist nicht einmal bereit, dies individuell auf arbeits-vertraglicher Seite zu regeln und z.B. für einen Zeitraum X einen Kündigungsschutz zuzusagen. Wir haben an die besondere Verantwortung der Geschäftsführung appelliert, auch gegenüber einzelnen Kolleginnen und Kollegen. Das prallte aber mit dem Hinweis ab, man übernehme ständig Verantwortung für alle.

Wie weiter?

Wir haben in den Verhandlungen zugesagt, dass wir unsere bisherigen Abfindungsforderungen überprüfen und uns bewegen werden. Bisher fordern wir 1,25 Gehälter pro Beschäftigungsjahr und einen Sockelbetrag von 25.000 €. Über den weiteren Verlauf müssen wir aber noch im Betriebsrat und in den Gewerkschaften beraten.

Wir wollen einen sozialverträglichen Weg, den wir mit Personalumbau, statt Abbau umschreiben. Für uns geht es darum, Print nicht zu beschädigen und Online weiter auszubauen. Wir sind für eine digitale Transformation, die die Potentiale in Verlag und Redaktion erschließt, wir sind für eine Stärkung von Reichweitentreibern und einen transparenten Prozess in der Redaktion. Jeder muss mitgenommen werden. Wir sind für Altersteilzeit und freiwillige Abfindungsregelungen, aber nicht für einen MOPO-unverträglichen Weg. Wir wenden uns gegen jede Kündigungsabsicht, weil sie nicht zu uns passt und es real den Weg der Alternative gibt, heute wie auch die Zukunft. Heute keine Altersteilzeitregelung heißt vielleicht für den Herbst 2015 weitere Kündigungen, wenn die Zahlen nicht erreicht werden. Schaden nimmt die gesamte Marke, weil man nicht die Belegschaft ins Boot holt und es einem offenbar egal ist. Unser Weg ist der identitätserhaltende, der wirtschaftlich machbare, ein Weg, der das Ergebnis nicht zusätzlich belastet.

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