Wie geht es weiter mit dem Personalabbau und wie steht es um die Zukunft der MOPO?

Der MOPO-Betriebsrat informiert aktuell über den Verhandlungstand: „Am kommenden Mittwoch, 14. Januar 2015, ist die nächste Verhandlungsrunde über die Absicht der Geschäftsleitung und Chefredaktion, zehn Stellen in Verlag und Redaktion in der MOPO abzubauen. Wir befürchten, dass es im Januar 2015 zu den Kündigungen kommen wird. Je nach Kündigungsfrist der betreffenden Arbeitnehmer/innen wird das Ausscheiden in den nächsten sechs bis sieben Monaten erfolgen. Auf der Basis der jetzigen Gespräche dürfte es nach unserer Einschätzung zehn Kündigungsschutzklagen geben, die sich nicht in diesem Jahr erledigen werden.

Für die betroffenen Arbeitnehmer/innen eine zwiespältige Situation, denn es kann sein, dass es einen Arbeitsgerichtstermin erst gibt, wenn das Arbeitsverhältnis bereits beendet ist …. Zum 1. Februar 2015 soll der Anzeigenverkauf in die neue Vermarktungsfirma, Hamburg First, ausgegliedert werden. Die komplette Arbeit des Anzeigeninnendienstes wird nach Halle zu MZ Dialog verlagert, in Hamburg wird es für den Verkauf von Anzeigen ohne Media-Berater-Betreuung niemanden mehr geben. Weiter soll es zur Ausgliederung in die DuMont Finanz Services kommen.

Was plant der Arbeitgeber?

Da können wir nur spekulieren. Bisher zeigt sich uns nur, dass der Arbeitgeber keine ernsthafte Regelung zwischen Geschäftsleitung und dem Betriebsrat sowie den Gewerkschaften anstrebt, die über reine Abfindungen hinausgeht. Es geht ihm nur um die finanzielle Abwicklung des Personalabbaus, den so genannten Ausgleich der wirtschaftlichen Härten. Mit insgesamt 0,85 Gehälter pro Beschäftigungsjahr (0,5 Abfindung, 0,35 bei Verzicht auf Kündigungsschutzklage) hat der Arbeitgeber sich festgelegt.

 Was planen wir?

Hier müssen wir nicht spekulieren. Mit unserem Vorschlag zur Beschäftigungs- und Zukunftssicherung haben wir unsere Vorstellungen für eine sozialverträgliche Gestaltung der Personalentwicklung unterbreitet. Er ist realistisch und finanzierbar. Die Geschäftsleitung beharrt darauf, dass Altersteilzeit und vernünftige Abfindungsregelungen auf der einen und die personelle und inhaltliche Stärkung der „digitalen Trans-formation“ auf der anderen Seite so nicht gewollt sind. Das eine ist zu teuer, das andere ist nicht wichtig! Unser Vorschlag, Social Media weiter zu entwickeln, beruht auf dem Ansatz des MDS-Vorstandsmitglieds von Heusinger, dass Social Media für die Arbeit der gesamten Redaktion einen neuen Stellenwert erhalten muss, in der es nicht allein um Reichweite geht, sondern um die Qualität in den Beziehungen und einen Nutzwert für die journalistischen Arbeit. Wir halten an unserem Grundkonzept fest und stellen uns der Herausforderung, die wachsende Arbeitsbelastung, sprich die Arbeitszeit im Rahmen der digitalen Transformation zu regeln. Wir sind für einen Wandel in der Art wie Teams geführt werden, hier bedarf es einer neuen Führungskultur (Transparenz statt Geheimnistuerei, Vertrauen statt Ansage, Motivation statt Sprachlosigkeit etc.). Alle im Haus leben davon, wie die Zusammenarbeit erfolgt. Im digitalen Zeitalter wird das „Alte“ so nicht mehr funktionieren. Wir sind weiter der Meinung, dass die Kostenabwälzung von MDS auf die MOPO eine zentrale Steuerungsgröße ist, um Kosten mittelfristig zu reduzieren, ansonsten steigen sie auch künftig weiter und weiter. Wir sind für eine effiziente Organisation des Anzeigengeschäfts. Hier setzt die Geschäftsleitung nach unserer Auffassung auf die Fortschreibung der Verluste von DuMont Media. Wir werben für unsere Strategie.

Was wird aus der MOPO?

Diese Frage beschäftigt uns mehr denn je. Die MOPO dürfte bisher auch 2014 wirtschaftlich erfolgreich gewesen sein und schwarze Zahlen schreiben, so unsere Vermutung. Die Anzeigenverkäufer und der Anzeigeninnendienst haben hier einen wichtigen Beitrag geleistet wie natürlich der Vertrieb der Zeitung! Die bisherige Planung der Geschäftsleitung ist, die Abwicklungskosten für den Personalabbau noch im Geschäftsjahr 2014 zu verbuchen, was nach deren Einschätzung zu roten Zahlen führen würde. Das vor langem erarbeitete Abbau-Programm in Verlag und Redaktion wurde durch einen Zufall vorfristig bekannt. Und spätestens seit dem MDS-Trommeln im Herbst 2014 gibt es eine Stimmung im Haus, die nur wenige an eine Zukunft der MOPO glauben lässt. Die Gründe dafür mögen ganz unterschiedlich sein. Wir haben als Betriebsrat einen klaren Blick auf die Zukunft der MOPO, der nicht verklärt ist oder beschönigt. Der Wandel muss angegangen werden, aber eben zusammen mit den Beschäftigten. Abbau-Szenarien sind falsch, Personalumbau muss man so gestalten, kein Flurschadens entsteht. Dazu müsste man aber Geld anfassen und Zeit mitbringen – und den Menschen vertrauen sowie sie wertschätzen!

 

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3 Kommentare zu “Wie geht es weiter mit dem Personalabbau und wie steht es um die Zukunft der MOPO?

  1. Pingback: LabourNet Germany: Treffpunkt für Ungehorsame, mit und ohne Job, basisnah, gesellschaftskritisch » Hamburger Morgenpost – Verlagsleitung provoziert Gewerkschaften und Betriebsrat

  2. Das BR Konzept scheint vernüftig und realistisch zu sein. Jedoch am Verhandlungstisch durch gute Argumente und Überzeugungsarbeit gegenüber dem Management wird das Konzept wohl nicht umzusetzen sein. Die Frage ist eher, mit welchen streikbereiten Kräften lässt sich das Konzept gegen die GL durchsetzen?

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