Stillstand und Bewegung in den Verhandlungen im Berliner Verlag

spr52014Das Sprachrohr, Mitgliedermagazin des ver.di-Fachbereichs Medien in Berlin-Brandenburg, informiert in der akuellen Ausgabe (5/2014) über den Sachstand der Verhandlungen im Berliner Verlag. Eine Tarifbindung für die Beschäftigten des Berliner Kuriers nach einer Ausgliederung in eine eigene GmbH wird es geben. Wie es mit der Interessenvertretung in einer neuen Unternehmensstruktur am Berliner Standort weitergeht, ist unklar. Altersteilzeit will das Unternehmen nicht mehr reglen. Hier der Text.

Nach Bekanntgabe der Aufspaltungspläne durch den Konzern M. DuMont Schauberg im Rahmen einer »Perspektive Wachstum« (siehe Sprachrohr 4/2014), versuchte der Betriebsrat in bisher drei Gesprächen, Beschäftigung und Tarifbindung zu erhalten. Den Interessenvertretern seien dabei »keine nachvollziehbaren Gründe« genannt worden, weshalb etwa der »Berliner Kurier « in eine andere Gesellschaft ausgelagert werden soll. Außer »Zersplitterung in mobile Einheiten mit ungewisser Zukunft« sehen die Betriebsräte keinen Sinn in den angedrohten tiefgreifenden Umstrukturierungen, die bereits zu Jahresbeginn 2015 greifen sollen. Ein Lichtblick: »Der Verlag hat noch einmal bestätigt, dass er für die neuen Berliner Kurier GmbH dieselben Tarifverträge vereinbaren würde wie sie jetzt beim Berliner Verlag gelten«, erläutert Betriebsratsvorsitzende Renate Gensch. Keine Fortschritte gibt es bei der Tarifbindung für die ausgelagerten Bereiche Vertrieb/Marketing und die Hausverwaltung. Hier lehnt die Geschäftsführung Vereinbarungen weiter ab. Zudem werden Altersteilzeitlösungen, wie sie bei der Konzernmutter in Köln geregelt wurden, ausgeschlossen. Vorsichtige Hoffnung gäbe es dagegen, dass alle Beschäftigten der künftig drei Gesellschaften Berliner Zeitung GmbH, Berliner Kurier GmbH und Berliner Lesermarkt GmbH (bisher Vertrieb/Marketing) weiter durch einen gemeinsamen Betriebsrat vertreten werden.

 Die Interessenvertretung konnte – nach jahrelangen Verhandlungen – eine Betriebsvereinbarung über den Einsatz von Praktikanten abschließen. Danach erhalten alle Praktikanten in Redaktionen und Verlag künftig monatlich 400 Euro Entlohnung sowie vergünstigte Kantinenversorgung. Außerdem ist geregelt, wer als Praktikant gilt – etwa niemand, der über ein abgeschlossenes Studium oder eine Berufsausbildung verfügt – und wozu Praktikanten herangezogen werden dürfen.

Die Zerstückelung des Verlages am Alex schreitet parallel weiter voran. Betroffen ist der Anzeigenservice mit Expedition, Disposition, Informationsund Reklamationsmanagement, wo zwölf Beschäftigte in eine neue Gesellschaft DuMont Media Service ausgelagert werden. Sie waren erst vor einem Jahr vom Berliner Verlag abgespalten worden und zur »Berlin Medien« gewechselt. Die bisherige BV Deutsche Zeitungsholding soll mit dem Presse- und Medienhaus Berlin (PMB) verschmolzen werden. In diesem Zusammenhang wird es weitere Auslagerungen geben. Der Übergang des Druckhauses Berlin in eine geplante DuMont-Druck-Holding verzögert sich dagegen offenbar auf unbestimmte Zeit. Die Druckerei ist bislang Bestandteil des Presse- und Medienhauses PMB, das zu 35 Prozent dem Kölner Heinen-Verlag gehört.

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