Betriebsrat von MDS-Köln hat vier Forderungen auf der Betriebsversammlung erhoben …

DuMont_SchiffVier Forderungen erhobt der Betriebsrat auf der Betriebsversammlung am 19. Novmeber 2014:  Das Unternehmen soll auf betriebsbedingte Kündigungen verzichten, es soll einem einheitlichen Betriebsrat für den Kölner Standort zustimmen, einen einheitlichen Sozialplan abschließen und die Tarifgeltung einheitlich bis 2018 verlängern. Das Unternehmen reagierte auf diese Forderungen mit Schweigen. Wortlos verließen die Geschäftsführer das Betriebsrestaurant.

Das Kölner Traditionshaus M. DuMont Schauberg will sein Unternehmen zum 31. Dezember 2014 in ein Dutzend Mini-Gesellschaften aufspalten, die samt und sonders »tariffrei« sein sollen. Rund 400 der heute etwa 750 Beschäftigten sind von dieser Aufspaltung betroffen. Hinzu kommt, dass in den neuen Gesellschaften in den nächsten Jahren rund 40 Arbeitsplätze wegfallen sollen.

Rein rechtlich kommen die Aufspaltungen als »Teilbetriebsübergänge« daher – es wird also so getan, als gingen einzelne Abteilungen auf neue Eigentümer über. Wie so viele andere Unternehmen nutzt man dabei das Bürgerliche Gesetzbuch geschickt aus, das juristisches Eigentum mit natürlichem Eigentum gleichsetzt. Hinter der juristischen Kulisse ändert sich aber gar nichts. Die Minigesellschaften bleiben genauso Eigentum der Verlegerfamilien Neven DuMont und DuMont Schütte wie vorher der ganze Verlag.

Am vergangenen Mittwoch war auch Betriebsversammlung bei M. DuMont Schauberg. Der Betriebsrat musste eingestehen, dass er juristisch nichts gegen die Aufspaltung des Unternehmens in der Hand hat. Er musste weiter eingestehen, dass die Aufspaltung auch zum Untergang des bestehenden Betriebsrats führen wird. Nicht einmal einen einheitlichen Sozialplan zur Regelung des Personalabbaus wird der Betriebsrat vom Unternehmen erhalten, wenn dieses nicht will.

Der Betriebsratsvorsitzende, Heinrich Plaßmann, erinnerte das Unternehmen in einer leidenschaftlichen Rede an seine moralische und staatsbürgerliche Verpflichtung. Es dürfe nicht sein, sagte er, dass in einem Zeitungsverlag, der sich der demokratischen Willensbildung verpflichtet sieht, betriebsrats- und tarifvertragsfreie Zonen entstehen. Es dürfe nicht sein, dass langjährige Mitarbeiter ohne sozialverträgliche Absicherung auf die Straße gesetzt werden.

Vier Forderungen erhebt der Betriebsrat. Das Unternehmen soll auf betriebsbedingte Kündigungen verzichten, es soll einem einheitlichen Betriebsrat für den Kölner Standort zustimmen, einen einheitlichen Sozialplan abschließen und die Tarifgeltung einheitlich bis 2018 verlängern. Das Unternehmen reagierte auf diese Forderungen mit Schweigen. Wortlos verließen die Geschäftsführer das Betriebsrestaurant.

Morgen werden die Beratungen zwischen Unternehmen und Geschäftsführung fortgesetzt. Ein gutes Ende ist nicht zu erwarten. Daran ändert auch das Plädoyer für die »Tarifeinheit« im Kölner Stadt-Anzeiger nichts. Diese soll halt nur in anderen Unternehmen gelten.

(von der Web-Seite der ver.di-Vertrauensleute von MDS Köln)

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Ein Kommentar zu “Betriebsrat von MDS-Köln hat vier Forderungen auf der Betriebsversammlung erhoben …

  1. Es tut weh, zu lesen, dass eine seit 50 Jahren gut gelebte Partnerschaft der gegenseitigen Achtung und ergebnisorientierten Zusammenarbeit zwischen Betriebsrat und Geschäftsführung in Köln von einem Vorstand, der das Unternehmen kaum kennt, so einfach beendet werden kann.

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