Abteilungsschließungen bedrohen im Bonner Generalanzeiger 17 Arbeitnehmer mit Kündigungen

Die Zeichen im Verlagshaus des General-Anzeigers Bonn stehen derzeit auf Konfrontation. Ohne den Betriebsrat rechtzeitig einzubinden, hat die Geschäftsführung beschlossen, handstreichartig vier Abteilungen, darunter die Grafik und die Online-Abteilung, zum Jahresende aufzulösen. Akut von Kündigung bedroht sind 17 MitarbeiterInnen, betroffen von den Folgen der geplanten Schließungen sind aber weit mehr. „Etliche Kollegen sind nach jahrelanger Betriebszugehörigkeit nun plötzlich in ihrer ganzen Existenz bedroht“, übt der Betriebsrat scharfe Kritik an der Vorgehensweise von Geschäftsführer Thomas Regge. Der Betriebsrat hatte keine Chance, Gegenvorschläge zu erarbeiten. Er ist vor vollendete Tatsachen gestellt worden. Als Grund für den Arbeitsplatzabbau führt Regge die schwierige finanzielle Situation des Hauses an. Die sei vor allem schrum- pfenden  Anzeigen- und Abonnentenerlösen  geschuldet. Nähere Angaben dazu macht er nicht, beruft sich auf den Tendenzschutz. „Dass der Betriebsrat nicht rechtzeitig  beteiligt und informiert worden ist, ist ein eklatanter  Verstoß gegen das Gesetz“, sagt GA-Betriebsratsvorsitzende Imke Habegger.

Auch die Sozialauswahl der Geschäftsführung ist fehlerhaft und fragwürdig.  „Dass der Arbeitgeber ein Verhandlungsangebot über einen Interessensausgleich und Sozialplan abgelehnt hat, zeigt der gesamten Belegschaft die Kaltschnäuzigkeit und Rücksichts- losigkeit  der Geschäftsführung. Das lassen wir uns nicht gefallen.“ Der Betriebsrat  hat deshalb einen Rechtsanwalt eingeschaltet, um den Arbeitgeber in die Einigungsstelle und zu Verhandlungen über einen Sozialplan zu zwingen. Ein entsprech- ender Antrag liegt dem Arbeitsgericht Bonn bereits vor. Die Entscheidung, ob die Einigungsstelle eingesetzt wird, steht noch aus.

Die Leistungen der geschlossenen Abteilungen sollen laut Regge künftig extern eingekauft, einige der Redaktion übertragen werden. Ein klares Konzept dazu liegt aber ganz offensichtlich nicht vor, ist zumindest Betriebsrat und Belegschaft nicht bekannt. Bis heute hat die  Geschäftsführung nicht dargelegt, wie sie sich die künftige Arbeitsverteilung vorstellt. Vor allem auf die ohnehin schon stark belastete Redaktion dürften erhebliche Mehrarbeiten zukommen, wenn sie, wie geplant, Online-Dienste übernehmen muss.

„Wir wissen nicht, wie schlecht es dem Haus tatsächlich geht. Wir wissen aber, dass es sozialverträglichere Lösungen gibt. Und darüber wollen wir verhandeln“, fordert BR-Vorsitzende Habegger die Geschäftsführung auf, ihrer Fürsorgepflicht für die Mitarbeiter nachzukommen und sich an den Verhandlungstisch zu setzen.

Für den Betriebsrat des General-Anzeigers Bonn

Betriebsratsvorsitzende
Bonn, 14.11.2014

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