MDS: Digitaler Schlingerkurs

drupaDie Fachzeitschrift von ver.di, Druck+Papier, beschäftigt sich in ihrer aktuellen Ausgebe mit dem Abbau-Programm von MDS. „Ende September wurde an allen Standorten gleichzeitig die »Perspektive Wachstum« der Mediengruppe M. DuMont Schauberg (MDS) verkündet. Das »Zukunftsprogramm« sieht die Gründung regionaler Medienhäuser in Köln, Berlin, Halle/Saale und Hamburg vor, wo die verschiedenen Angebote künftig »gebündelt und marktorientiert weiterentwickelt« werden sollen. Die Umfirmierung und weitere Zerstückelung soll offenbar bis Jahresende vollzogen sein. Belegschaften und Betriebsräte wurden bislang nicht detailliert informiert.

Doch ist auch geplant, die vier Druckhäuser des Konzerns unter dem Dach einer DuMont- Druck-Holding zusammenzufassen und zentral zu führen. Während die Druckereien in Berlin, Halle und Bernburg bereits als Tochtergesellschaften ausgegründet sind, gehören Rotation, Weiterverarbeitung, Betriebstechnik und Druckplattenherstellung mit etwa 300 Beschäftigten im Kölner Druckhaus noch direkt zur Konzernmutter. Hier werden neben Anzeigenblättern die Tageszeitungen EXPRESS, Kölner Stadt-Anzeiger und Kölnische Rundschau produziert. Auch in anderen Verlagsbereichen, so Betriebsratsvorsitzender Heinrich Plaßmann, rechne man mit weiterem Personalabbau und damit, dass noch vor Weihnachten Fakten geschaffen werden. Deshalb fordern die Kölner Interessenvertreter energisch die Offenlegung der Planungen, wollen betriebsbedingte Kündigungen verhindern und Mitbestimmungsrechte sichern.
Parallel hat DuMont Schauberg eine umfassende »Digitale Transformation« der Zeitungsmarken angekündigt.

20 Millionen Euro sollen wohl ausschließlich in technische Systeme fließen. ver.di-Vize Frank Werneke kritisiert einen Schlingerkurs zulasten der Beschäftigten und die Gefahr weiterer Tarifflucht. Der Betriebsrat des Berliner Verlages sieht hinter den prognostizierten Wachstumspotenzialen ein »verkapptes Sparprogramm«, da nirgends neue Stellen geschaffen würden. Noch mache der Konzern 85 Prozent aller Erlöse mit Print, ganze zwei mit Online. Eine Verschiebung der Gewichte dürfe nicht mit Qualitätsverlust bei den Zeitungen erkauft werden.“

(aus Druck und Papier 5/2014)

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