„… nicht einmal unter den Heuschrecken“

Protest der DVD-Werker in DassowDer Betriebsrat des Berliner Verlages ergänzt in einer heute verbreiteten Mail im Berliner Verlag auch noch einmal seine Haltung zu dem MDS-Restruktutierungs- programm und nimmt Bezug auf die Schhlußworte des Vorstandsvorsitzenden, Dr. Bauer, in dem dieser versuchte, die Kritik an ihren Überlegungen in die Ecke der „Nögler“ zu stellen. „Wir werden uns mit Sicherheit nicht maulend in die Ecke zurückziehen. Wir werden das Gespräch mit den Verantwortlichen auf allen Ebenen suchen, alle uns zustehenden Rechte nutzen und auf sozialverträgliche Lösungen für alle Probleme drängen. Der Betriebsrat nimmt auch auf die eigene Unternehmensgeschichte unter den amerikanischen Finanzinvestoren VSS Bezug, den so genannten „Heuschrecken“:  Kleinkriegen lassen wir uns jedenfalls nicht. Wir haben schon anderes überstanden. Aber, dass unser Verlag in dieser Weise zerschlagen werden soll – das hatten wir bisher noch nie, nicht einmal unter den Heuschrecken.“ Hier der Wortlaut der Stellungnahme:

Der Vorstand hat seinem Umbauprogramm den Namen „Perspektive Wachstum“ gegeben. Dieses Wachstum können wir bisher nicht erkennen. Es geht offenbar um nichts anderes als um ein konzernweites Sparprogramm, um Kostenreduzierung, um Stellenabbau in der gesamten Gruppe. Auch wenn jetzt von mehr regionaler Verantwortung  gesprochen wird – die vorherrschende Tendenz heißt Zentralisierung. In fast allen Verlagsbereichen. Im Online-Bereich. In der Technik. In den Druckereien. Vereinfachung der Strukturen bedeutet das aber noch lange nicht. Ein Beispiel aus Hamburg zur Illustration: Im bisherigen MoPo-Verlag mit seinen rund 35 Beschäftigten wird es künftig voraussichtlich sechs (!) Firmen geben.

Wachstum macht man am Markt, durch mehr Umsatz, nicht im Konzern durch gegenseitige Verrechnung. Der Markt „ da draußen“ wird von den Verantwortlichen immer als rückläufig beschrieben. Umsatzwachstum gibt es in den Grundprozessen nur durch Aufkauf von Unternehmen. Bei MDS wird aber erst einmal saniert, und das wie üblich zuallererst auf Kosten der Beschäftigten.

Der Vorstandsvorsitzende hat am Freitag gesagt, er höre schon all die Zweifler, und wir als Betriebsräte sind sicherlich damit auch gemeint. Wir lassen uns in unserer Beurteilung der Vorgänge gern korrigieren. Am überzeugendsten wäre eine Zusicherung von Vorstand und Geschäftsführung, dass der Arbeitgeber keine betriebsbedingten Kündigungen aussprechen wird und dass für alle ausgegründeten und auszugründenden Bereiche die geltenden Tarifverträge anerkannt werden.

Wir werden uns mit Sicherheit nicht maulend in die Ecke zurückziehen. Wir werden das Gespräch mit den Verantwortlichen auf allen Ebenen suchen, alle uns zustehenden Rechte nutzen und auf sozialverträgliche Lösungen für alle Probleme drängen. Kleinkriegen lassen wir uns jedenfalls nicht. Wir haben schon anderes überstanden. Aber, dass unser Verlag in dieser Weise zerschlagen werden soll – das hatten wir bisher noch nie, nicht einmal unter den Heuschrecken.

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