MOPO-Betriebsrat: Bei MDS geht es um ein Sparprogramm von 8 – 10 Mio. €

mopo0110Der Betriebsrat der Hamburger Morgenpost befasst sich in seiner jüngsten Veröffentlichung mit der vom MDS-Vorstand vergangenen Freitag präsentierten Restruktutierungsprogramm „Perspektive Wachstm“. In seinen Augen geht es um ein Sparprogramm, dass hier verkauft werden soll. .Hinter der Darstellung „Perspektive Wachstum“ steht nichts anderes als ein konzernweites Sparprogramm, das unter der optimistischen Bezeichnung „Ergebnisverbesserungsprogramm“ aktuell umgesetzt werden soll. Unserer Meinung nach wird es an allen Standorten zentrale Vorgaben geben, wie viel eingespart werden soll .. und vermuten ein gesamtes Sparprogramm in Höhe zwischen 8 – 10 Mio. €. ..

MDS nennt ihr Abbauprogramm „Perspektive Wachstum“, um nicht zu sagen, man baut x Planstellen in Höhe von y Mio. € ab. Man will nicht den Fehler der Mediengruppe Madsack wiederholen, die mit ihrem Abbau-Programm „Madsack 2018“ zum Zeitpunkt der Verkündung den Protest der Beschäftigten konzernweit hervorrief, eine negative Presse generierte und der Identifikation durch die Belegschaft einen bitteren Beigeschmack verschafft hat. Hier das Info im Wortlaut:

Werden wir getäuscht? Kostenabbau statt Wachstum

Hinter der Darstellung „Perspektive Wachstum“ steht nichts anderes als ein konzernweites Sparprogramm, das unter der optimistischen Bezeichnung „Ergebnisverbesserungsprogramm“ aktuell umgesetzt werden soll. Unserer Meinung nach wird es an allen Standorten zentrale Vorgaben geben, wie viel eingespart werden soll. Es geht um Stellenabbau und Kostenreduzierung in der gesamten Gruppe! Bei der MOPO sollen über 0,5 Mio. € eingespart werden in Redaktion und Verlag. Die am Freitag dargestellten 20 Mio. € Investitionen beziehen sich vermutlich auch auf die Abwicklungskosten für die von Kündigung bedrohten Arbeitnehmer. Wir haben unseren „Sparbetrag“ einmal in Relation zu den anderen Standorten gesetzt und vermuten ein gesamtes Sparprogramm in Höhe zwischen 8 – 10 Mio. €. Der MOPO-Betriebsrat: Das Unternehmen selber rechnet nicht mit einem Umsatzwachstum. Wir treten für die Zukunft des Standorts Hamburg und die Sicherung der Marke MOPO ein und werden uns für diese MOPO-Perspektive engagieren – wie man uns kennt.

Welche Stellen sind aktuell betroffen?

Bekannt sind bisher geplante Abbaumaßnahmen im Personal und dem Sales-Services der Anzeigenabteilung (Innendienst), die Ausgliederung des Anzeigenverkaufs sowie vier Stellen in der Redaktion im Bereich Layout, Politik/Reise und Sekretariat. Das ist aber noch nicht alles! Auch im Bereich Rechnungswesen/Controlling und Satz/Mediengestaltung sind weitere Kündigungen zu erwarten. Mit den Maßnahmen soll auch die betriebliche Interessenvertretung geschwächt und die Tarifbindung früher oder später aufgehoben werden.

Es geht nicht um Wachstum, es geht um ein Sparprogramm

MDS nennt ihr Abbauprogramm „Perspektive Wachstum“, um nicht zu sagen, man baut x Planstellen in Höhe von y Mio. € ab. Man will nicht den Fehler der Mediengruppe Madsack wiederholen, die mit ihrem Abbau-Programm „Madsack 2018“ zum Zeitpunkt der Verkündung den Protest der Beschäftigten konzernweit hervorrief, eine negative Presse generierte und der Identifikation durch die Belegschaft einen bitteren Bei-geschmack verschafft hat. Umsatz/Wachstum macht man am Markt, nicht im Konzern durch gegenseitige Verrechnung. Der Markt „da draußen“ wird von den Verantwortlichen immer als rückläufig beschrieben. Umsatzwachstum gibt es in den Grundprozessen nur durch Aufkauf von Unternehmen. Bei MDS wird aber erst einmal saniert.

Was passiert bei der Zentralisierung?

Erstens: Das regionale (operative) Vertriebs- und Anzeigenverkaufsgeschäft (Außendienst) soll zwar weiterhin vor Ort bleiben, aber nur in eigenen, ausgegliederten Gesellschaften. Künftig wird ein einheitliches Verlagssystem für alle Standorte eingeführt.

Zweitens: Wie bereits im Vorfeld von uns geoutet, soll bei uns der Anzeigen-Innendienst komplett plattgemacht werden und ein Teil der Tätigkeiten in Halle vom dortigen Call-Center von MDS, MZ Dialog, übernommen werden. Analoges vermuten wir in Berlin, Halle und Köln.

Drittens: Die in der Gruppe noch vor Ort vorhandenen Rechnungswesen werden aufhören zu existieren und an einem Standort von MDS zentralisiert. Das Gleiche gilt auch für die Mediengestaltung, die heute bei uns Print und Online bearbeiten. Unsere vier Kolleginnen und Kollegen dort sollen in einem ersten Prozess in eine neue Gesellschaft überführt werden und dann droht der Personalabbau durch eine von uns unterstellte Übernahme der Tätigkeiten durch MZ Satz, einem MDS -Dienstleister in Halle.

Viertens: Die ehemaligen „Unternehmensbereiche“ (UB) heißen ab heute gewichtig „Medienhäuser“ (MH) mit Sitz in Köln, Halle und Berlin. Die ehemalige Vorstands-Zuständigkeit „Beteiligungen“ verschwindet. Künftig wird Christian DuMont Schütte z.B. nicht mehr an den Gesellschafterversammlungen von Radio Hamburg/more teilnehmen, sondern wie in der Branche üblich, durch die örtliche Geschäftsführung vertreten. Bei Radio HH hält die MOPO 5 %, die besagten ca. 400.000 bis 500.000 € Ergebnisbeteiligung fließen von dort in die MOPO.

Wie geht es in der Redaktion weiter?

Das Sparprogramm des MDS-Vorstandes sieht in der MOPO-Redaktion die Kündigung von vier Kolleginnen und Kollegen vor. Ein Drittel des finanziellen Einsparvolumens soll die Redaktion in Hamburg aus ihrem Topf erbringen. In Berlin soll es künftig zwei neue Redaktionsgesellschaften geben, eine Berliner Zeitung GmbH und eine Berliner Kurier GmbH. Die Auflösung der Tarifbindung wäre auch hier eine Folge. MDS hat seine digitale Transformation in der Redaktion/den Redaktionen gestartet. Ein notwendiger Prozess, aber am Beispiel MOPO wird das strukturelle Problem dieses Konzeptes sichtbar: Die Redaktion wird insgesamt personell reduziert. Das heißt im Klartext, künftig muss unter wesentlich schlechteren Arbeitsbedingungen online und Print produziert werden, von 7 bis 24 Uhr. Wer heute in den Sport, die Kultur- oder Lokalredaktion geht, der weiß, wie es hier streckenweise um die Ressortbesetzung steht. Mit dieser Personenanzahl kann man z.B. keinen wettbewerbsfähigen Lokalteil für die Zukunft halten. Im Februar 2015 sind Bürgerschaftswahlen in Hamburg und wir sind dünn aufgestellt. Wir schreiben dies, das weiß jeder, mit großem Respekt vor den Leistungen unserer Kolleginnen und Kollegen in allen Ressorts und auch der Ressortleitungen. Wir als Betriebsrat sind im Übrigen davon überzeugt, dass mit der Umsetzung der neuen Strategie der digitalen Transformation mehr „Häuptlinge“ ernannt werden.

Wie werden die Dienstleistungen neu strukturiert?

In der MDS-Gruppe werden die „Dienstleistungen“ zentralisiert, d.h. nicht mehr vor Ort existieren. Diese „Dienstleistungen“ sollen in „Management-Services“ (Fibu, Personal, Controlling, Reinigungsdienste etc.) und in „Medien-Services“ unterschieden werden. Hier geht es darum, in einem späteren Schritt das so genannte „Mandantengeschäft“ aufzubauen, d.h. Fremdkunden zu gewinnen. Was man davon halten soll, zeigt uns das Projekt des digitalen Spiegel-Archivs (DIGAS). Hier sollten Erlöse in die Kasse fließen, doch die Kosten sind enorm. Nach unserer Einschätzung in einer Größenordnung von zwei Planstellen in der Redaktion.

Was bedeuten die vielen „Krümel-GmbHs“?

Zuallererst eine Zerschlagung der bisherigen Interessenvertretungen vor Ort!

Bei uns wird es im Verlag mit seinen rund 35 Beschäftigten voraussichtlich sechs bis acht (!)Firmen geben: den Anzeigenverkauf (Vermarktung GmbH), den Satz/Mediengestaltung (Neue Gesellschaft), das Marketing (DuMont Media), das Rechnungswesen (Neue Gesellschaft), die Personalabteilung (DPMG GmbH) sowie die Altgesellschaft (Morgenpost Verlag GmbH). Mittelfristig dürfte auch der MOPO-Vertrieb in die Berliner Vertriebsgesellschaft überführt werden. Diese Gliederung zielt auf die Zerschlagung der Betriebsarbeit im Verlag.

Wie geht es jetzt weiter?

Als Betriebsrat haben wir auf Basis der vorliegenden Erklärung der Geschäftsleitung vom 9. September 2014 einen Fragenkatalog erstellt, in dem wir u.a. wissen wollen, welche Arbeitnehmer/innen konkret gemeint sind. Eine Antwort steht noch aus. Wir sind mit allen MDS-Betriebsräten in einem strukturierten Austausch. Die immer wiedergestellte Frage, wann mit Kündigungen zu rechnen ist, können wir nicht beantworten. Es ist eine Entscheidung des Arbeitgebers und dessen Zeitplan wird von Köln bestimmt. Es war zu hören, dass man in der zweiten Oktoberhälfte den Betriebsrat und Arbeitnehmer/innen informieren will. Wir können aber sagen, dass wir die Anhörung zur Kündigung bekommen und erst nach unserer Stellungnahme die Kündigungen aus-gesprochen werden können. Unser Ziel ist ein Sozialplan, der die Gestaltung des Abbaus und Umbaus in der MOPO regelt, aber auch künftige Fragen klärt. Im Moment gehen wir davon aus, dass der Vorstand nächste Woche die MOPO besucht.

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