MDS in Köln soll komplett umgebaut werden

mdskoelnverdiDie ver.di-Vertrauensleute von MDS Köln haben eine Info zur der Restrukturierung der gesamten Gruppen und den Folgen in Kölner herausgegebne. Abend wurde in der Spätschicht der Druckerei wurde die Vormittagsveranstaltung wiederholt. Zur späten Stunde war Dr. Bauer aber nicht mehr persönlich anwesend. Die Kolleginnen und Kollegen bekamen nur eine Videoaufnahme zu sehen. Für verdi steht fest: Hier beginnt der vollständige Umbau und DuMont Schauberg als Kölner Tradionsunternehmen wird auf Sicht so nicht mehr existieren.

Am gestrigen Freitag stellte die Mediengruppe DuMont Schauberg auf einer Mitarbeiterinformationsveranstaltung das Projekt »Perspektive Wachstum« vor. Der Vortrag des Vorstandsvorsitzenden der Mediengruppe, Dr. Bauer, wurde per Videokonferenz zeitgleich von Köln aus an die Standorte Berlin, Halle und Hamburg übertragen. In Köln führte anschließend Geschäftsführer Froben aus, was das Projekt für den Standort Köln bedeutet.

Für die Spätschichten im Druckzentrum und in den Verlagsabteilungen wurde die Veranstaltung abends wiederholt. Zur späten Stunde war Dr. Bauer aber nicht mehr persönlich anwesend. Die Kolleginnen und Kollegen bekamen nur eine Videoaufnahme zu sehen.

Für den Standort Köln bedeutet das Projekt »Perspektive Wachstum« nicht anderes, als einen vollständigen Umbau und die endgültige Abwicklung der Firma »M. DuMont Schauberg Expedition der Kölnischen Zeitung«. Dieses Kölner Traditions- und Familienunternehmen hat schon im Verlauf des letzten Jahres sehr viel an Substanz verloren. Bereits im Herbst letzten Jahres wurden die Online-Redaktionen von Kölner Stadt-Anzeiger und Express in die »DuMont Net GmbH« abgespalten. Im Januar 2014 wurden die Anzeigenabteilung, der Zeitungsverkauf und die Verlagswerbung in die »MVR Medien Vermarktung Rheinland« ausgegründet. Im Frühjahr folgte die Personalabteilung, die in die »DuMont Personalmanagement Gesellschaft« überführt wurden. Im Sommer dieses Jahres gingen dann noch vier Bezirksredaktionen des Kölner Stadt-Anzeigers in die »Rheinische Redaktionsgemeinschaft« über. Ziel der Ausgründungen war es in allen Fällen, tarifliche Standards bei Neueinstellungen zu unterlaufen und Mitbestimmungsrechte des Betriebsrats auszuhebeln. Bei der Rheinischen Redaktionsgemeinschaft wurde zudem auf Kosten der journalistischen Vielfalt gespart, denn die Redaktionsgemeinschaft liefert auch den Lokalstoff für die Kölnische Rundschau.

Das Projekt »Perspektive Wachstum« schreibt die Kette der Ausgründungen fort. Das Druckzentrum soll zu einer eigenen Gesellschaft werden, die mit den anderen Druckhäusern der Mediengruppe in Berlin, Bernburg und Halle zur »DuMont Druck« zusammengeführt wird. Die Zentrale der Gesellschaft wird in Halle sein; der dortige Geschäftsführer der MZ Druckereigesellschaft, Bernd Preuße, soll die Geschäfte führen. Die Bereiche Rechnungswesen, Controlling, Recht und Einkauf sollen ausgegründet und mit ähnlichen Bereichen in Berlin, Halle und Hamburg zu einer DuMont Management Services-Gesellschaft zusammengeführt werden. Ähnliches gilt auch für die Bereiche Callcenter und Medienproduktion, die ausgegründet und mit der IT-Tochter Vertrauensleute informieren.  DuMont Systems standortübergreifend zu einer Medienservices-Gesellschaft zusammengeführt werden sollen. Der genaue rechtliche Rahmen, in dem dies passieren soll, steht offenbar noch nicht fest. Es ist auch noch unklar, wo diese Gesellschaften ihren Firmensitz haben werden. Wenigstens die Medienservices-Gesellschaft soll aber ihre Leistungen auch außerhalb der Mediengruppe anbieten. Am Standort Köln wird ein neues »Medienhaus DuMont Rheinland« gegründet. In dieses Haus sollen die Mantelredaktionen des Express’ und des Kölner Stadt-Anzeigers überführt werden, aber auch die MVR, die bisherigen Abteilungen Logistik und Verlagsprozesse und die Verlagsbeteiligungen an Anzeigenblättern, Hörfunkstationen und an Center TV, das in Köln-TV umbenannt wurde.

Die rechtliche Struktur diese »Medienhauses« wurde nicht detailliert beschrieben, aber es ist zu befürchten, dass das Haus nur aus einem Dach für ein Konglomerat eigenständiger Unternehmen bestehen wird. Es gibt Informationen, wonach die Geschäftsführung in Berlin bereits ankündigt hat, die dortigen Zeitungsredaktionen der »Berliner Zeitung« und des »Kurier« in eigenständige Gesellschaften auszugründen. In Köln wurden zur zukünftigen Verfassung der Redaktionen keine Aussage getroffen.

In Berlin wurde auf der Informationsveranstaltung offenbar auch über das Projekt »Digitale Transformation« berichtet, das die Arbeiten in allen Redaktionen stark verändern soll. In Köln gab es dazu ebenfalls keine Information. Das mag daran liegen, dass am heutigen Samstag die Mantelredaktion des Kölner Stadt-Anzeigers zu einer Klausurtagung zusammen trifft.

Am Ende seines Vortrags wurde Vorstandschef Dr. Bauer leidenschaftlich. Er ging die »Zweifler an, die er schon hören« könne. Das Projekt »Perspektive Wachstum« sei kein kurzfristiges Restrukturierungs- und Sparprogramm, sondern ein »Triple-Marathon«, um die Zeitungsgruppe langfristig zukunftsfähig zu machen. Er betonte, es gehe ihm darum, die »Mitarbeitenden in dieses Projekt mitzunehmen«. Allerdings gelte das nicht für alle Mitarbeiter, nur für die »richtigen«. Wo die falschen arbeiten, stellte er auch gleich klar: In den Bereichen Controlling, Recht, Rechnungswesen, Einkauf, Satz, Anzeigenservices, Blattplanung und Shop soll es Personalabbau geben. Über dessen Umfang werde demnächst mit den Betriebsräten beraten. Den Personalabbau wolle man »möglichst sozialverträglich« absichern. Als ver.di-Vertrauensleute betonen wir, dass Zweifel immer dort gedeihen, wo Ängste entstehen. Vorstandschef Bauer und Geschäftsführer Froben könnten viele Zweifel und Ängste ausräumen, würden sie den Verzicht auf betriebsbedingte Kündigungen erklären und für alle ausgegründeten und auszugründenden Bereichen die geltenden Tarifverträge anerkennen.

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