Heinen und MDS wollen 4 Mio. € einsparen

blvkrkstaMehrere Lokalredaktionen von Kölner Stadt-Anzeiger (KStA, MDS) und Kölnischer Rundschau (KR, Heinen-Verlag) sollen zum 1. Juni 2014 in die tariflose „Rheinische Redaktionsgemeinschaft GmbH“ ausgelagert und zusammengelegt werden. Betroffen sind die Lokalredaktionen Rhein-Erft, Rhein-Sieg sowie Euskirchen und Oberberg. Insgesamt wollen die Verlage 30 Redakteursstellen und eine bisher nicht genannte Zahl von Pauschalisten abbauen. In der „Rheinischen ReGe“ sollen 67 journalistische Mitarbeiter ständig beschäftigt werden, heißt es in der Pressemitteilung von MDS.

Abbau der Stellen und Aufbau der „Rheinischen ReGe“ sollen bis Ende 2015 abgeschlossen sein. Dieser Abbau solle durch natürliche Fluktuation, Angebote für Altersteilzeit und Vorruhestandsregelungen sowie Aufhebungsverträge sozialverträglich erfolgen, heißt es in Köln. Durch die Zusammenlegung stünden der „Rheinischen ReGe“ künftig mehr Lokalredakteure im jeweiligen Verbreitungsgebiet zur Verfügung als vorher den einzelnen Lokalredaktionen – behaupten beide Verlage. Wie dies funktionieren soll, ist schleierhaft, zumal die Lokalredaktionen der neuen Gesellschaft jeweils zwei separate Lokalteile erstellen werden. Wohin ein solches Konzept führt, haben wir bereits bei der Produktion von zwei separaten Mantelteilen von Berliner Zeitung und Frankfurter Rundschau erleben  müssen: Es wuchs einfach nicht zusammen, was nicht zusammengehörte.

MDS und Heinen-Verlag wollen mit der „Rheinischen ReGe“ jährlich 4 Millionen Euro einsparen. Darüber hinaus soll beim KStA nach unseren Informationen noch eine weitere Million Euro eingespart werden, indem mehr Texte von unserer Berliner ReGe übernommen werde. Auch in der Kölner Mantelredaktion wird ein Stellenabbau befürchtet. Wie schon unsere Berliner ReGe soll auch die neue „Rheinische ReGe“ nicht tarifgebunden sein. Ausgerechnet KR-Verleger Helmut Heinen als Präsident des Bundesverbandes Deutscher Zeitungsverleger (BDZV) geht also bei der Tarifflucht wieder vorneweg. Als Mitgesellschafter des Berliner Verlages hat er auch den Haustarifvertrag im Berliner Verlag mitgekündigt. Auch weitere Auslagerungen in Köln und Berlin in tariflose Firmen trägt er mit. Gleiches gilt für unseren anderen Gesellschafter Prof. Alfred Neven DuMont, der
Ehrenmitglied des BDZV ist.

Das Modell der „Rheinischen ReGe“ erinnert fatal an das Modell der Funke-Gruppe, die Lokalredaktionen von WAZ, NRZ, Westfalenpost und Westfälischer Rundschau (WR) zusammengelegt hatte. 330 Redakteursstellen wurden abgebaut. Das Projekt endete 2013 mit der Einstellung der WR und weiteren 120 arbeitslosen Redakteuren. Funke bezahlt dieses Vorgehen mit massiven Auflageverlusten. Abfindungen und Altersteilzeit

Schon vorher war in Köln verkündet worden, dass bis zum Jahresende 84 der insgesamt 850 Stellen in Verwaltung, Verlag und Druckzentrum wegfallen sollen. Im Zuge weiterer Sparmaßnahmen sind bereits mehr als 130 Mitarbeiter aus Anzeigenverkauf, Vertrieb und Marketing in die schon bestehende tariflose Tochtergesellschaft MVR Media Vermarktung Rheinland GmbH ausgelagert worden. Weitere 30 Mitarbeiter unter anderem aus Personalabteilung, Verwaltung, Rechnungswesen sollen ebenfalls in tariflose Töchter ausgelagert werden.

Für die Kollegen in Köln haben Betriebsrat und Gewerkschaft Verdi jetzt in fünfmonatigen Verhandlungen ein Abfindungs- und Altersteilzeitmodell aushandeln können. Mit dem Abfindungsangebot (25.000 Euro Sockelbetrag und 2.000 Euro pro Beschäftigungsjahr) und dem Altersteilangebot (bis zu acht Jahren) sollen betriebsbedingte Kündigungen vermieden werden. Wie Vize-Betriebsratschef Heinrich Plaßmann sagte, gibt es angesichts des
“mageren Angebots“ bei den Abfindungen allerdings Zweifel, ob viele Mitarbeiter davon Gebrauch machen werden. Auch betriebsbedingte Kündigungen seien nicht mehr ausgeschlossen.

(aus BR-Informationen des Berliner Verlages)

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