Aktion am 11. 11. 2013 in Köln: Eine Kerze für das gute Gelingen

1454875_545479022212996_657404642_nAm 11. November 2013, am Abend des Martinstages, ging der Betriebsrat von M. DuMont Schauberg (MDS), eine Kerze anzünden. Gut 50 Kolleginnen und Kollegen aus allen Bereichen des Hauses begleitete ihn. Es ist ein alter Brauch in Köln, in schweren Krisen bei der Schwarzen Mutter Gottes in der Kupfergasse eine Kerze anzuzünden. Erstmalig in seiner neueren Geschichte soll 84 Kolleginnen und Kollegen betriebsbedingt gekündigt werden. Gut ein Viertel der Beschäftigten des Verlages soll in tariffreie Tochterfirmen ausgegründet werden. Die Aktion des Betriebsrats fand ein breites Medienecho. »Wir werden morgen eigene Sparvorschläge präsentieren«, sagte der stellvertrende BR-Vorsitzende Heinrich Plaßmann den Medienvertretern. „Wir hoffen, die Geschäftsführung zu überzeugen, dass sie das Potential des Hauses nutzt und auf Kündigungen verzichtet.“

Vor dem alten Verlagssitz von MDS an der Breite Strasse wurde ein Flugblatt verteilt. Rasch kamen die Betriebsräte mit Passanten ins Gespräch und fanden viel Zuspruch. Vor allem die Leser der Zeitungen des Verlages reagierten überrascht. »Dass so ein soziales Haus langjährige Mitarbeiter kündigen will, das kann ich nicht verstehen«, sagte ein älterer Herr. Und riet den Betriebsräten: »Sie müssen sich wehren!«

Die Kölner ver.di-Vorsitzende Heidrun Abel zog auch mit von der Breite Strasse zur Kupfergasse. Sie betonte in einem Interview, dass die Krise des Verlages die ganze Stadtgesellschaft angehe. »Den Leserinnen und Lesern kann es nicht gleichgültig sein, wie ein wichtiges Medium der Stadt produziert wird«, sagte sie. »Diese Stadt hat eine wirkliche Qualitätszeitung verdient.«

Der Pfarrer der Kirche Sankt Maria in der Kupfergasse, Klaus-Peter Vosen, konnte leider nicht anwesend sein. Aber er hatte dem Betriebsrat versichert: »Ihr Anliegen geht mir zu Herzen, und gerne bete ich auch schon in dieser Woche für Sie.«

Zeitgleich wurden die Redaktionen des Verlages bestreikt. Etwa 40 Redakteurinnen und Redakteure des Kölner Stadt-Anzeigers und des Express waren nach Bielefeld gefahren, um dort für einen neuen Gehaltstarifvertrag zu demonstrieren.

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