Kurier-Onliner brauchen eine Zukunft!

Schon im Juli hatte der MDS-Vorstand das Projekt „Schwarze Null“ beschlossen. DuMont Net soll danach sowohl die technische Betreuung und überregionale Vermarktung übernehmen. Neu ist allerdings auch, dass die Mantelseiten für alle Onlineauftritte nun aus Köln von DuMont Net erstellt werdend sollen und auch die regionalen Onlineredakteure zu DuMont Net ausgelagert werden sollen. Wer sich an die Monate davor erinnert: Dort sollten nach Geschäfts- führungsplanungen 8-14 Onliner nur für die Berliner Zeitung (BLZ) beschäftigt werden. Die Planungen waren auch Teil der Redaktions-und Betriebsratskampagne „Teilzeit und Online“ – wie die Kündigungen in der Berliner Zeitung zu verhindern sind.
In Berlin hatte die Geschäftsführung parallel eine neue Gesellschaft gegründet: BVZ Digitale Berlin GmbH. Sechs Kollegen bekamen dort schon Vertragsentwürfe (darunter eine Kollegin aus der BLZ, drei Kollegen der insolventen DuMont Digitale Redaktion und zwei Pauschalistinnen).
Doch durch die Vorstandentscheidung wurde alles anders. Der Betriebsrat hatte Anfang August sofort nach den Presseberichten reagiert und einen Fragekatalog sowohl zu den sechs Kollegen der BLZ, aber auch zu den fünf Kurier-Kollegen gestellt. Völlig unsinnig war die neugegründete Gesellschaft geworden – sie wurde umfirmiert in BVZ BM Vermarktung GmbH und ist die neue Gesellschaft für die die kommende Auslagerung der Anzeigenabteilung. Wenigstens dafür wurden die 25.000 Euro Stammkapital gerettet.

Der Betriebsrat hatte zudem gefordert, dass die sechs Betroffenen für den BLZ-Auftritt nicht von einer Firma zur anderen innerhalb kürzesten Zeit wechseln müssen. Sie erhielten deshalb Verträge mit der tariflosen DuMont Net – natürlich zu schlechteren Konditionen als Redakteure (ohne Presseversorgungswerk, Weihnacht- oder Urlaubsgeld). Immer wieder haben wir nachgehakt, was mit den fünf Kurier-Kollegen wird. Es gab es keine Antworten. Wir wurden immer wieder vertröstet. Dann wurde plötzlich von der Geschäftsführung nur noch von 10-12 Onlinern für BLZ und Kurier gesprochen. Damit war die Alternative Online statt Kündigung vom Tisch und immer noch keine Antworten zu den Kurier- Redakteuren.

Am 2. Oktober überraschte uns und die Kurier-Kollegen in einem Treffen mit unserer Geschäftsleitung und den DuMont Net-Geschäftsführern Björn Schmidt und Patrick Woelke mit der Aussage, dass für den Auftritt in Berlin für BLZ und Kurier nun nur noch 8-9 Online-Redakteure vorgesehen seien – inklusive eines Leiters. Die fünf Kollegen könnten sich auf zwei-drei Stellen bewerben. Sie würden ausgeschrieben. Dies hat natürlich zu Protesten des Betriebsrates und der fünf Kollegen geführt. Alle waren aus dem Prozess ausgegrenzt worden: Kurier-Redakteure, Betriebsrat – und auch die Chefredaktion.

Der Betriebsrat sieht durch die Ausgliederung einen Betriebsübergang ausgelöst – alle fünf Kollegen müssen übernommen werden! Denn sowohl die Arbeitsabläufe als auch die Arbeitszeiten im Schichtdienst für beide Titel sind nicht geregelt. Print und Online werden durch die zentrale Organisation bei DuMont Net wieder getrennt. Die Chefredakteure haben nichts mehr zu sagen, sondern nur der Content-Manager von DuMont Net. Das halten nicht nur wir für falsch. Die Geschäftsführungen von DuMont Net und Berliner Verlag sind aufgefordert, dieses Kommunikationsdesaster zu beenden, ihrer sozialen Verantwortung nachzukommen und die fünf Kurier-Kollegen zu übernehmen. Ansonsten drohen erneut Kündigungen ab April 2014.

(aus BR-Info Berliner Verlag)

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