DJV nach 4. Runde: Erste Schritte

Ohne ein Gehaltsangebot der Vertreter des Bundesverbands Deutscher Zeitungsverleger endete am heutigen Dienstag in Frankfurt/Main die vierte Runde der Verhandlungen für neue Tarifverträge. Die BDZV-Repräsentanten beharrten auf ihrer Forderung, Gehalts- bzw. Honorarerhöhungen von der regionalen Kaufkraft der Zeitungsstandorte abhängig zu machen. Dennoch nannte DJV-Verhandlungsführer Kajo Döhring die Verhandlungen über neue Tarifverträge für die rund 14.000 Redakteurinnen und Redakteure an Tageszeitungen „im Wesentlichen konstruktiv.“ Es sei gelungen, mit dem BDZV in die Sachdiskussion um Einzelthemen einzusteigen. Weiterlesen

BDZV nach 4. Runde: Tarifverhandlungen werden am 11. November fortgeführt

Der Bundesverband Deutscher Zeitungsverleger (BDZV) hat heute in vierter Runde die Verhandlungen über einen neuen Gehalts- und Manteltarifvertrag für Redakteure an Tageszeitungen mit dem Deutschen Journalisten-Verband (DJV) und der dju in ver.di in Frankfurt am Main fortgesetzt: Die Tarifpartner verhandelten in kleiner Kommission sowohl über das Eckpunktepaper, das die Verleger am 9. Oktober in Berlin eingebracht hatten, als auch über den in der zweiten Verhandlungsrunde Ende August vom BDZV vorgestellten Regionalisierungsvorschlag.

„Wir haben intensiv und konstruktiv unsere Positionen ausgetauscht“, erklärte im Anschluss BDZV-Verhandlungsführer Georg Wallraf. Das Verständnis für die Erwartungen und Forderungen der jeweils anderen Seite sei bei Verlegern wie Gewerkschaften gewachsen.

Ein zweiter Verhandlungstermin in kleiner Kommission ist kurzfristig für den 11. November in Berlin vorgesehen.

Bundeskartellamt: sh:z aus Flensburg kann „Warnow Kurier“ kaufen

Wie Michael Braun, Geschäftsführer der DuMont-Schauberg/Heinen-Tochtergesellschaft, gegenüber Newsroom.de bestätigt, hat der Verlag den „Warnow Kurier“ an die Medienholding Nord (Schleswig-Holsteinischer Zeitungsverlag) verkauft. Einen Verkaufspreis wollte er nicht nennen. Der bereits am 27. September beantragte Verkauf wurde jetzt vom Bundeskartellamt genehmigt. Weiterlesen

Berliner Verlag: Nächste Sondierung am 21. November 2013

Liebe Kolleginnen und Kollegen,

wie Ihr wisst, hat der Berliner Verlag den gültigen Haustarifvertrag zum 31.12.2013 gekündigt und die Gewerkschaften um neue Gespräche gebeten. Das erste Sondierungsgespräch fand am 23. Oktober 2013 statt. Geschäftsführer Michael Braun betonte uns gegenüber, man wolle nicht aus dem Tarif aussteigen, sondern mit den Gewerkschaften über einen modifizierten Tarifvertrag verhandeln. Ein zweites Gespräch soll am 21. November 2013 stattfinden. Dann soll es von Seiten des Verlages auch konkrete Vorschläge geben. Wir werden Euch dann weiter auf dem Laufenden halten und selbstverständlich zu gegebener Zeit die Mitglieder von dju/ver.di und JVBB/DJV befragen.

Matthias von Fintel (ver.di), Michael Rediske (JVBB/DJV)

100 redaktionelle Mitarbeiter des Kölner Stadt-Anzeigers schreiben an die Gesellschafter

101 redaktionelle Mitarbeiter des Kölner Stadt-Anzeigers haben sich in einem Brief an die beiden Gesellschafer der Mediengruppe DuMont Schauberg, Prof. Alfred Neven DuMont und Christian DuMont Schütte, gewandt. Darin sprechen sie sich für eine Rückkehr zur bisherigen Kultur des Unternehmens aus, auf betriebsbedingte Kündigungen zu verzichten und andere, sozialverträgliche Wege, zu wählen. Auf das Schreiben gibt es bisher keine Reaktion der Gesellschafter. Die taz schreibt später (17.11.2013): „Der Verleger hat offiziell nicht geantwortet“, berichtet ein Betriebsrat. „Aber er hat uns wissen lassen, dass er tief verletzt sei.“

Bezahlschranken der Zeitungsverlage ist Pay-Wall, nicht Pay-Will

Der BDZV hat am 23.10.2013 eine Übersicht der Zeitungsverlage erstellt, die eine so genannte „Bezahlschranken“ eingeführt haben, also dass alte Vertriebsmodell der Zeitung auf die neue digitale Welt zu übertragen – was bekanntlich nicht funktioniert. 64 Zeitungsverlage werden in der Übersicht aufgeführt. „Der Großteil der Verlage (70 Prozent) setze dabei auf das Freemium Model. Hierbei entscheiden die Redaktionen, welche Artikel kostenpflichtig sind. Knapp ein Viertel nutze die sogenannte Metered Variante, bei der sich nach einer bestimmten Anzahl an Klicks (meist zehn bis 20 Beiträge pro Monat) die Bezahlschranke senkt. Bei einer kleineren Zahl an Verlagen (fünf Prozent) seien sämtliche Artikel nur gegen Entgelt lesbar und ein Haus setze auf eine freiwillige Bezahlung.“

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Mitteldeutsche Zeitung: Personalabrechnung wird ausgegliedert

Nach Medieninformationen soll in der Mitteldeutschen Zeitung in Halle/Saale die Personalabteilung zum 1. April 2014 in eine eigenständige Gesellschaft im Rahmen der Mediengruppe ausgegründet werden. Betroffen sind die Bereiche Personalabrechnung und -betreuung sowie Trägerlohnrechnung. Im Rahmen der Restrukturierung in Köln hatte das Unternehmen Ende September 2013 erklärt, dass man in den Bereichen Personal, Rechnungswesen, Finanzbuchaltung und Einkauf eine konzernweite Lösung prüft.

MDS in Köln will Abbau und Umstrukturierung durchsetzen, ohne groß zu verhandeln

Am 14. Oktober 2013 hat der Betriebsrat von M. DuMont Schauberg unsere Gewerkschaft ver.di über den Verlauf der ersten Beratungsrunde zur geplanten Zerschlagung des MDS-Unternehmensbereichs Köln informiert.Die Geschäftsführung hat in den Beratungen erkennen lassen, dass sie die geplanten Auslagerungen und Schließungen von einzelnen Abteilungen sowie die damit verbundenen Kündigungen von mindestens 84 Kolleginnen durchsetzen will, ohne darüber inhaltlich noch groß mit dem Betriebsrat verhandeln zu wollen. Mit Hinweis auf den Tendenzschutz und den damit eingeschränkten Beteiligungsrechten des Betriebsrats meint man, die Maßnahmen schon 1. Januar 2014 bzw. dem 1. April 2014 umsetzen zu können. Weiterlesen

Lokal reloaded – Zeitungsverlage entdecken das (alte) lokake Anzeigengeschäft neu

Der Zeitungsverlegerverband (BDZV) organisiert zusammen mit der ZV-Akademie (gehört dem BDZV) am 26. und 27. November 2013 in Köln die Veranstaltung „Lokale Märkte – Potenziale im Kerngeschäft“. „Im Schwerpunkt ‚Lokale Marktplätze reloaded‘ stellen Verlagsvertreter aus Deutschland und Österreich erfolgversprechende Konzepte für das (digitale) Rubrikengeschäft vor. Weiterlesen

Warnow Kurier an den sh:z in Flensburg verkauft

Das zur Mediengruppe M. DuMont Schauberg gehörige Anzeigenblatt „Warnow Kurier“ in Rostock soll nach Medienangaben an den sh:z aus Flensburg verkauft werden. Seit längerem stand der Titel zum Verkauf. Als kaufinteressierte wurde auch Madsack gehandelt, der in Rostock die Abo-Zeitung „Ostsee-Zeitung“ heraus gibt. Nach dem kürzlichem Verkauf des Stadtmagazins „Tip-Berlin“ an den Raufeld Verlag, dürfte auch diese Veräußerung Geld in den verlustreichen Berliner Verlag bringen. Trotz aller Sanierungsbemühungen wird spekuliert, dass auch 2013 mit einem hohen Verlust im Mio-Bereich zu rechnen sei. Der sh:z setzt seinen Wachstumskurs im Norden fort. 2012 wurde bereits der Anzeigenblatt Verlag „Der Markt“ übernommen.

Nach der 3. Verhandlungsrunde Redakteure Zeitungen

09.10.2013
Tarifverhandlungen für Tageszeitungsredaktionen ergebnislos vertagt: „Verhandlungsverlauf enttäuschend“

Die angekündigte Modernisierung und damit ein „Tarifwerk der Zukunft“ habe sich in der dritten Verhandlungsrunde für die Redakteurinnen und Redakteure bei Tageszeitungen als Forderung des Bundesverbands Deutscher Zeitungsverleger (BDZV) nach massiven Verschlechterungen der Tarifverträge entpuppt, kritisierte der stellvertretende Vorsitzende der Vereinten Dienstleistungsgewerkschaft (ver.di), Frank Werneke. „Das entspricht nicht unseren Vorstellungen von einem Tarifwerk der Zukunft.“

Der BDZV verlange Abstriche bei der Urlaubsdauer, beim Urlaubsgeld und den Jahressonderzahlungen. Auf eine Stufensteigerung nach Berufsjahren müsse die überwiegende Mehrheit der Redakteurinnen und Redakteure erst mal 15 Jahre warten. „Auch von einer regionalen Differenzierung mit eingefrorenen Gehältern für die meisten Kolleginnen und Kollegen rücken die Verlagsvertreter nicht ab. Wobei auch diesmal der BDZV ein konkretes Angebot für Gehaltserhöhungen verweigert hat“, erklärte Werneke. „Insgesamt ist die Aufstellung der Verleger in dieser Tarifrunde enttäuschend. Abbau statt Zukunft ist die Devise. Von einer auf zeitgemäßes Arbeiten in den Redaktionen ausgerichteten Tarifpolitik erwarte ich, dass sie dem Reallohnverlust der Journalistinnen und Journalisten mit spürbaren Gehaltserhöhungen Rechnung trägt und Online- wie Printredakteuren angemessene Perspektiven in ihrer beruflichen Laufbahn eröffnet.“

Die Verhandlungskommission der dju in ver.di dankte den über 400 Journalistinnen und Journalisten aus Baden-Württemberg, Hessen, Nordrhein-Westfalen und Mecklenburg-Vorpommern, die in den vergangenen Tagen mit Streiks und Protestaktionen ihren Forderungen nach Verhandlungsfortschritten und spürbaren Gehalts- und Honorarerhöhungen Nachdruck verliehen hatten.

Die zuständige Tarifkommission werde nun am 23. Oktober den Verhandlungsstand bewerten und das weitere Vorgehen fest legen. Die Verhandlungen werden am 29. Oktober in Frankfurt und am 11. November in Berlin fortgesetzt.

Die Deutsche Journalistinnen- und Journalisten- Union (dju) in ver.di fordert für die rund 14.000 Redakteurinnen und Redakteure bei Tageszeitungen sowie für Freie und Pauschalisten 5,5 Prozent mehr Geld sowie die Einbeziehung von Onlinern in den Geltungsbereich der Tarifverträge und eine Modernisierung der Ausbildungsbedingungen.

Vor der 3. Verhandlungsrunde Redakteure Zeitungen

Zwei Verhandlungsrunden haben die Vertreter der Zeitungsverleger im Bundesverband Deutscher Zeitungsverleger (BDZV) und der Gewerkschaften dju in ver.di und DJV schon miteinander absolviert. Doch außer einem für die betriebliche Praxis vollkommen ungeeigneten „Kaufkraft-Modell“ zur Differenzierung von Tariferhöhungen hat der BDZV noch keine Bewegung gezeigt. Die Kolleginnen und Kollegen in den Zeitungsredaktionen erwarten für die dritte Verhandlungsrunde am 9. Oktober deutliche Fortschritte und verleihen dieser Erwartung mit ersten Aktionen nun Ausdruck. Sie machen deutlich: Der BDZV muss Angebote zu Tariferhöhungen machen und konkret erklären, welche Vorstellungen für den Neuabschluss der Tarifverträge die Zeitungsverleger haben!
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MDS in Köln: Betriebsversammlung in schwarz

Zerschlagung verhindernAm 2. Oktober 2013 war Betriebsversammlung bei M. DuMont Schauberg. Einziges Thema: »Unser Verlag soll zerschlagen werden«. Es war sehr voll im Betriebsrestaurant und einige Kolleginnen und Kollegen hatten auf beiseite geschobenen Tischen Platz genommen. Viele waren in schwarz erschienen, der Farbe der Trauer. Ganz vorn standen drei leere Stühle. Sie waren reserviert für die Vertreter der Eigentumsfamilien, für den Aufsichtsratsvorsitzenden Alfred Neven DuMont und die Vorstandsmitglieder Isabella Neven DuMont und Christian DuMont Schütte. Die Stühle blieben leer.

Protestaktion vor dem Berliner Verlag

DuMont_SchaubergAm Dienstag, den 1. Oktober 2013, hat es eine Protestaktion vor dem Berliner Verlag anlässlich der Verleihung des DuMont-Journalistenpreises gegeben. Zeitweilig waren mehr vor der Tür als im Saal, so Teilnehmer. Gegenstand des Protest war die Kündigung des Haustarifvertrages im Berliner Verlag zum 31.12.2013. Die dürfte auf die Redakteursgehälter zielen. Die will man offenbar senken. Nächste Woche soll es weitere Aktivitäten geben. An der Verleihung eines Journalisten-Preises hatte auch der Aufsichtsratsvorsitzende von MDS, Alfred Neven DuMont, teilgenommen. Weiterlesen

Neues Vorstandsmitglied bei MDS zum 1. Oktober 2013

Christoph Bauer wird heute neues Vorstandsmitglied der Mediengruppe DuMont Schauberg (MDS), zum 1. Januar 2014 soll er dann Vorstandsvorsitzender werden. Christian DuMont Schütte wechselt zu diesem Zeitpunkt in den Aufsichtsrat und wird stellvertretender Vorsitzender. C. Bauer kommt von der AZ Gruppe in der Schweiz. Dort war seine Aufgabe, die finanziell unter Druck befindliche AZ Gruppe zu restrukturieren, d.h. Konsolidierung des Aufkaufs anderer Unternehmen, Personalabbau, Straffung und Neuorganisierung der Geschäftsprozesse zwischen dezentralen Standorten und Ausbau der Zentrale sowie des Neugeschäfts, damit in der Zukunft die Rendite wieder stimmt. „Für mich ist Content unsere erste Kernkompetenz, die Nummer eins, daraus entsteht die Wertschöpfung“, meinte er in einem Interview mit der Schweizer Branchentitel „Klartext“ in seiner AZ -Zeit 2011.