MOPO: Wo geht die Etatsreise 2008 hin?

Josef Depenbrock hat auf der MOPO-Mitarbeiterversammlung am 7.10.07 gesagt, dass er nicht sicher weiß, ob die alten Vorgaben für 2008 aus der Etatplanung 2007 erhalten bleiben. Sie waren geprägt durch eine außerordentliche Wachstumsausrichtung. Jetzt wurde in den Medien gehandelt, dass für 2008 eine Ergebnissteigerung um bis zu 20 % angepeilt sei. Durch die Aktionen im vergangenen Jahr sind andere Fakten in der Redaktion geschaffen worden wie sie in der Wirkung für die Etatplanung 2008 zu Buche schlagen sollten. Es gibt aus planerischer Sicht einen größeren Kostendruck als ursprünglich angedacht. Sollte die Ausrichtung auf die Etatziele für das kommende Jahr auf der alten Planung beruhen, reden wir über eine Ergebnisdifferenz von fast 2 Mio. € in der MOPO! Die Rendite soll dem Vernehmen nach auf über 20 % in 2008 steigen.

Wie dazu stehen? Der Wettbewerb im Hamburger im Anzeigen – und Vertriebsmarkt ist hart, die Herausforderungen im Online-Markt sind von grundsätzlicher Bedeutung, da sich Werbeumsätze langsam sich dorthin verlagern. Axel Springer startet mit dem Hanse-Journal am 27.10. ein neues Anzeigenblatt für Hamburg, das sich um den regionalen Anzeigenmarkt bemüht. Doch trotz dieser vergangenen und kommenden Herausforderungen kann man bei einer geplanten Rendite von über 21 % nicht davon sprechen, dass wir für die Zukunft schlecht aufgestellt sind. Weder nagen wir am Hungertuch, noch geht es der MOPO schlecht, noch kann man davon sprechen, dass man künftig kein Geld mit der Zeitung verdient. Die MOPO am Sonntag ist ein Auflagenerfolgt Unser Plus: Die Preiserhöhung für die Ausgabe Montag bis Freitag von 50 auf 60 Cent hat Geld in die Kassen gespült, der erwartete Vertriebsrückgang ist nicht eingetreten. Der Anzeigenverkauf steht und damit die Umsätze.

Die Redaktion ist durch die 7-Tage-Produktion stark belastet, freie Tage und Resturlaube bekommen wieder Auftrieb. Das Lokale und der Sport sind die am meisten betroffenen von dieser Situation. Diese Entwicklung kann so nicht weitergehen. Auf Kosteneinsparungen zugunsten der Rendite, zu Lasten der Arbeitsbedingungen zu setzen, oder im Verlag die Bedingungen zu verschlechtern, dass stößt auf unsere entschiedene Ablehnung!

Die Mecom Group plc. ist durch Aufkauf über Kredite und Aktienausgabe binnen kürzester Zeit zu einer der größten Zeitungsgruppen Europas geworden. Glaubt man den Erzählungen von Peter Skulimma, dem jetzigen Online-Chef der Mecom-Group in London und Depenbrock-Vorgänger, dann will man im deutschen Zeitungsmarkt durch Aufkauf die Nummer drei (gegenwärtig Platz 11 oder 12) werden. Dazu braucht man Liquidität. Vor dem Hintergrund der gegenwärtigen Schwankungen am Kapitalmarkt liegt nahe, dass alle Mecom-Gesellschaften in Europa noch bessere Ergebnisse abgeben müssen, um darüber einen möglichen Wachstumskurs zu finanzieren (Mecom hat aktuell ein Angebot für die 62 % der Süddeutschen Zeitung in Höhe von 1 Mrd. € lt. Blomberg.com unterbreitet).

Wenn für den Etat 2008 die Zahlen aus der mittelfristigen Planung als Koordinatenkreuz zugrunde gelegt werden, wird es in der MOPO eine harte Auseinandersetzung um Kostenreduzierung geben – für eine Verdoppelung des Ergebnisses! Bei der Etatplanung muss die jetzige Personalsituation im Verlag gehalten und die Redaktion, insbesondere die Lokalredaktion personell ausgebaut werden. Eine Planung, die Arbeitsplätze abbaut, muss mit dem (fairen) Widerstand des Betriebsrats rechnen.

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